Rapsdüngung abschließen

Viel Zeit bleibt nicht mehr, um Winterraps mit Stickstoff zu versorgen. Am 1. Oktober ist der gesetzlich vorgeschriebene Endpunkt der Düngung erreicht. Die Maßnahme erscheint wie eine weitere Hürde im Alltag der Landwirtschaft, jedoch ist es durchaus sinnvoll die Düngung im September abzuschließen. Wer sicher gehen will, dass der Stickstoff in den wachsenden Bestand gelangt, muss jetzt zum Abschluss kommen. Theoretische spätere Termine führen zwar zu einem sichtbaren Farbumschlag des Bestandes nach der Düngung, da Raps im Herbst ohne zusätzliche Nährstoffversorgung schnell in ein Defizit läuft. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass später Stickstoff nur noch zu geringen Teilen wirklich in der Pflanze ankommt (Verlangsamung der Biomassezuwachsrate).
Das hat gleich mehrere Nachteile, zum einen hat man kostenintensive Betriebsmittel nicht ideal eingesetzt, zum zweiten wird frei im Boden vagabundierender Stickstoff in tiefere Schichten verlagert und zum dritten wird der Stickstoff dann im Frühjahr zur Nmin-Beprobung erfasst. Im schlechtesten Fall ist der Nährstoff also nicht nur nicht in der Pflanze angekommen, die gestreuten Mengen werden sogar mehrfach von der Düngebedarfsermittlung im Frühjahr abgezogen. Die mineralische Herbstdüngung muss vollumfänglich in Anrechnung gebracht werden und der Nmin-Wert ebenso.
Die Düngung von Raps bleibt also eine Managementaufgabe. Ein Nährstoffdefizit ist bisher wahrscheinlich in einem Bestand mit vier bis sechs Blättern noch nicht absehbar, die weitere Herbstentwicklung nimmt nun aber Fahrt auf und größere Mengen Grundnährstoffe werden benötigt. Daher muss man sich fragen, ob die Vorfrucht dem Ertrag entsprechend ausgedüngt worden ist, entstehen hier Überschüsse oder Defizite? Ist das Stroh auf dem Acker geblieben, stellt sich die Frage nach einer Düngung im Prinzip nicht, sie wird notwendig werden, auch in Direktsaatsystemen, weil das Getreidestroh der Vorfrucht ein sehr hohes C:N-Verhältnis hatte. Beim Abbau durch Mikroorganismen, welche ein deutlich engeres C:N-Verhältnis aufweisen, wird also freier Stickstoff aus dem Boden von den Organismen zum Aufbau von Körpersubstanz verbraucht, dieser steht dem Raps im Herbst/Winter nicht zur Verfügung. Raps kann im Herbst leicht über 100 kg Stickstoff je Hektar aufnehmen, ein Trost ist das natürliche Verhalten des Bodens, Stickstoff unter den warmen und feuchten Bedingungen des Spätsommers/ Herbstes freizusetzten. Das wird in sandigen Böden weitaus weniger passieren als auf ton- und schluffreichen Standorten.

Für die Abschätzung der Herbstfreisetzung kann man die Anzahl an Zwischenfrüchten und Wirtschaftsdüngergaben der letzten drei bis vier Jahre heranziehen. Wurden Nährstoffe in Beständen als Zwischenfrucht gefangen und vor Verlagerung geschützt, so stehen die in Biomasse eingebauten Nährstoffe oft nicht im Folgejahr zur Verfügung, sie setzen sich erst mit der Zeit wieder frei, ein warmer Herbst mit mäßigen Niederschlägen ist eine gute Voraussetzung für einen Mineralisationsschub. Stellt sich abschließend noch die Frage nach der Bodenbearbeitungsintensität. Eine Lockerung der Krume und eine damit verbundene Erhöhung des Porenvolumens belüftet den Boden und beflügelt die Umsetzungsprozesse, einerseits die Strohrotte (insofern nicht abgefahren), andererseits die Umsetzung von organischer Substanz mit engem C:N-Verhältnis (Nährhumus aus Zwischenfrüchten und Wirtschaftsdüngern). Dauerhumus ist chemisch fest verankert und steht nicht zur Verfügung.
Auch Schwefel kann ein begrenzender Faktor sein, wie grundsätzlich alle Elemente. Die Fragen zu Stickstoff können in großen Teilen auf Schwefel übertragen werden, da das Verhalten im Boden ähnlich ist. Schwefel wird jedoch nicht ausgeprägt im Luxus konsumiert. Soll bedeuten: Ist eine hohe Menge Schwefel zur Vorfrucht Getreide (>40kg S/ha) gefallen, so wird auch noch welcher für die Herbstentwicklung des Rapses vorhanden sein. Ist Schwefel bereits zur Vorfrucht Getreide knapp gewesen (<20 kg S/ha), so wird der Schwefel verbraucht sein und eine kombinierte Düngung von Stickstoff und Schwefel wäre jetzt unbedingt ratsam. Hier sind gut wasserlösliche Formen notwendig, aus dem Hause SKW Piesteritz wäre PIAMON® 33-S eine gute Wahl. Flüssigdünger wie PIASAN®-S 25/6 sind wieder ab dem voll entwickeltem 4-Blatt-Stadium einsetzbar (übliche Anwendungskriterien beachten).
