Fachberater Nordrhein-Westfalen

Martin Meyer-Uphaus
Nordrhein-Westfalen

Mobil: +49 (0) 151 53868075
E-Mail: Martin.Meyer-Uphaus@skwp.de

Blick auf die Felder

Es ist überall viel zu trocken. Alle hoffen auf baldigen Regen, da nicht nur auf den leichten Standorten das Getreide schon anfängt zu reduzieren. Wenn der für die nächsten Tage angesagte Regen kommt, kann das Schlimmste noch verhindert werden.

Wintergerste

Die Wintergerste ist schnell vorangekommen, und befindet sich vielerorts schon in der Blüte (BBCH 61).

Roggen

Die Grünroggenernte ist in vollem Gang. Im Normalfall sollte der Grünroggen in BBCH 55 (Mitte Ährenschieben) abgeerntet werden. In diesem Stadium hat er etwa 16 Prozent Trockensubstanz. Für eine erfolgreiche Silierung und ein mögliches Stapeln und Verfestigen des Silagestapels ohne hohe Sickersaftverluste und die Gefahr, dass der Haufen auseinanderbricht, ist ein TS-Gehalt von etwa 30 Prozent notwendig. Dies wird durch ein Anwelken des Erntegutes nach der Mahd erreicht.

Nach der Ernte des Grünroggens sollte möglichst bald eine Stoppelbearbeitung erfolgen. Die vorhandene Restfeuchte muss unbedingt für die Folgekultur im Boden gehalten werden. Ein Abtrennen der oberen Kapillare im Boden und der Stoppeln verhindert einen Transport des Wassers an die Oberfläche, wo es verdunstet.

Mais

Der Mais ist nahezu komplett im Boden. Nur einige spät räumende Flächen nach Ackergras oder Grünroggen werden noch vorbereitet und gelegt. Aber durch das aktuell trockene Wetter mit optimalen Aussaatbedingungen sollte dies auch bald abgeschlossen sein.      

Da Mais sehr sensibel auf Verunkrautung reagiert und um Licht und Nährstoffe konkurriert, sollte eine nötige Herbizidbehandlung im Auge behalten werden. Hier empfiehlt sich unter normalen Bedingungen das 2- bis 4-Blatt-Stadium im Mais. Durch die noch geringe Blattmasse werden nur geringe Wirkstoffmengen durch den Mais aufgenommen. Dies führt zu einer guten Verträglichkeit und verhindert Wachstumsdepressionen am Mais. Bei warmem, wüchsigem Wetter werden die Herbizidwirkstoffe im Mais schnell verstoffwechselt und abgebaut. Zusätzliche Stresssituationen wie Nährstoffmangel, starke Trockenheit und vor allem kaltes Wetter sollten vermieden werden, da dies zu einer verminderten Verstoffwechselung führt und somit die Maispflanzen länger unter der Pflanzenschutzmaßnahme leiden. Außerdem sollte natürlich auf trockene Pflanzen und eine gute Wachsschicht geachtet werden. Durch die heutzutage vielen verschiedenen Anbauverfahren (Pflug, Pfluglos, Strip Till, Direktsaat und so weiter) muss auch die Herbizidstrategie entsprechend angepasst werden.