Fachberater Berlin, Brandenburg

Bertram Kühne
Brandenburg und Berlin

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Ackerbau läuft auf Hochtouren

Von der Bevölkerung wird meistens die Getreideernte als die Hochzeit in der Landwirtschaft wahrgenommen. Fakt ist aber, dass die viehhaltenden Betriebe danach erst so richtig loslegen. Viele Arbeiten müssen zugleich erledigt werden. In aller erster Linie bindet die Silomaisernte viel Personal, nahezu nebenbei muss aber die Bodenbearbeitung, die Neuaussaat von Zwischenfrüchten, Raps und Getreide von Mitte August bis Anfang Oktober erledigt sein. Die restlichen Wirtschaftsdünger müssen auf dem Grünland verteilt werden und wer Kartoffeln und Zuckerrüben zu ernten hat, der wird die Arbeit nun nicht auf einem Schlag erledigen können, denn an den Pflanzenschutz muss im Herbst auch noch gedacht werden.

Die neuen Saaten laufen zurzeit auf, leider gilt das teilweise auch noch für den Raps. Auf den Feldern mit verzögerter Saatzeit haben sich die Pflanzen zum Teil sehr schlecht entwickelt und Nachläufer, welche sich im 2-Blatt-Stadium befinden, stehen lückig auf blankem Acker. Das Getreide läuft im Vergleich dazu lückenlos und kräftig auf.

In der Rübenkampagne fehlen aktuell LKW-Fahrer, genau wie bei der Verteilung von Z-Saatgut. Man hofft, dass die Silomaisernte bald vorbei ist, um wenigstens große Alukipper auf dem Markt freizusetzen, welche dann Rüben abfahren können. Auf dem Stückgutmarkt bleibt die Lage angespannt.

Spannungen gibt es auch bei der Körnermaisernte, denn nach den letzten trockenen Jahren wurden teilweise Trocknungskapazitäten abgeschafft. Nicht zuletzt auch wegen dem Druck der Bevölkerung bei Getreideanlagen in Mischgebieten (Gewerbe/Siedlung) aufgrund der starken Staub- und Geruchsbelästigung. War der Gasvertrag erst gekündigt, so wurden die Trockner rasch abgebaut und es fehlen nun regional Kapazitäten. Schnell sind die Sackpressen zum Einsilieren mit Propionsäure vergriffen gewesen und die Ernte des Körnermaises muss nach hinten geschoben werden. Ein ordentlicher Bodenfrost ist vor der Körnermaisernte durchaus zu begrüßen. Leidlich ist in jedem Fall die nötige Anpassung in der Fruchtfolge (Winterung/Sommerung/Maisselbstfolge). Leider ist die Pansenstabilität von Feuchtmais nicht mit getrocknetem Körnermais vergleichbar.

Die Kombination aus Regen und goldenen Herbsttagen unterstützt die Entwicklung der Winterungen maßgeblich. Immer wieder warme Phasen haben den Boden in den vergangenen Wochen noch nicht auskühlen lassen, das Wasser unterstützt die biologische Aktivität. Die Rotte schreitet voran, aber auch Mineralisierung findet im hohen Maße statt. Nährstoffe, nicht nur Stickstoff, sind sehr gut verfügbar. Auch die in den letzten Wochen ausgebrachte Gülle kommt zur Wirkung und der Raps wie auch Zwischenfrüchte können in den meisten Fällen davon profitieren.