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Winterraps

Zahlen und Fakten

  • Historie: Raps ist durch Spontankreuzung von Kohl und Rüben vor 1.500 bis 2.000 Jahren entstanden und wird seit dem Mittelalter kultiviert
  • Anbaufläche in Deutschland 2018: circa 1,2 Mio. Hektar
  • Flächenanteil an gesamter Ackerfläche: 12 Prozent
  • Erträge Durchschnitt 2018: 29,8 dt/ha, unter günstigen Bedingungen sind 40 bis 45 dt/ha möglich
  • Verwendung: Nahrungsmittel, Futtermittel, nachwachsender Rohstoff

Allgemeines und kulturspezifische Besonderheiten 

Von wenigen Ausnahmen abgesehen, wird Raps in Deutschland in erster Linie als Winterraps angebaut. Je nach Standort erfolgt die Aussaat zwischen Mitte August und Anfang September. Raps bildet eine starke Pfahlwurzel mit zahlreichen Seitenwurzeln und kann sich Nährstoffe daher gut erschließen. Raps sollte mit zehn bis zwölf Blättern und einem Wurzelhalsdurchmesser von zwölf bis 15 Millimetern in den Winter gehen. Unter diesen Bedingungen kann Raps zwischen 80 und 120 kg N/ha vor dem Winter aufnehmen.

Die neue Düngeverordnung sieht eine maximale Stickstoff-Gabe im Herbst von 60 kg N/ha vor. Ob eine Stickstoffdüngung im Herbst überhaupt erforderlich ist, hängt in erster Linie vom Standort, aber auch von der Vorfrucht und den jährlich schwankenden Witterungseinflüssen ab. So kommt es auf besseren, oftmals auch langjährig organisch gedüngten Böden häufig zu einer hohen Stickstoffnachlieferung im Spätsommer/Herbst. Aufgrund der guten Stickstoffversorgung ist eine Herbstdüngung nicht notwendig.  Auf leichten oder mineralisationsschwachen Standorten ist der Stickstoffvorrat schnell verbraucht. Die schlechte Stickstoffnachlieferung führt zu „hungernden“ Beständen. Verschärft wird diese Situation bei hoher Strohhinterlassenschaft der Vorfrucht und bei schlechter Stroheinarbeitung.

Die Stickstoffaufnahme des Rapses lässt sich zu Vegetationsende vor dem Winter über die Biomasse schätzen und bei der Kalkulation der Stickstoffdüngung im Frühjahr berücksichtigen. Dazu wird die Biomasse von einem repräsentativen Quadratmeter im Schlag entnommen. Jedes Kilogramm Frischmasse repräsentiert dann näherungsweise 50 Kilogramm Stickstoffaufnahme je Hektar. Aufgenommener Herbststickstoff kann zu 70 Prozent in die Stickstoffbedarfsrechnung im Frühjahr einbezogen werden, jedoch nur oberhalb einer Mindestaufnahme von 50 Kilogramm N/ha.

Beispielrechnung:

2 kg Frischmasse Herbst = 100 kg Stickstoffaufnahme

100 kg N/ha – 50 kg N/ha Sockelbetrag = 50 kg N/ha

50 kg N/ha * 70 % = 35 kg N/ha.

 

Zu berücksichtigen ist auf den besseren Standorten auch, dass die Nmin-Vorräte im Frühjahr unter Raps weitgehend aufgebraucht sind. In diesem Falle ist eine zeitige und vor allem ausreichende Stickstoffdüngung zu oder kurz vor Vegetationsbeginn notwendig. Ist die Vegetation im Frühjahr erst einmal angesprungen, dann beginnt der Raps zeitnah mit dem Streckungswachstum und nimmt zugleich sehr große Nährstoffmengen auf. Vor dem Beginn der Streckung sollte der größte Teil der Stickstoffgesamtmenge weitgehend ausgebracht sein. Eine spätere Nachdüngung kann mit zehn bis 20 kg N/ha über AHL erfolgen.

 

Nährstoffbedarf und Nährstoffabfuhr unterscheiden sich beim Raps ganz erheblich

Zwischen Vegetationsbeginn und Blüte bildet der Raps den überwiegenden Teil seiner Sprossmasse. Ein gut etablierter, gesunder und mit allen notwendigen Nährstoffen versorgter Raps kann durchaus 100 bis 120 dt/ha Trockensubstanz (Spross und Wurzel) bilden. Andererseits werden über das Korn vergleichsweise geringe Nährstoffmengen vom Feld exportiert, die Differenzbeträge stecken zunächst im Stroh. Sobald dieses im Boden umgesetzt wird, werden die enthaltenden Nährstoffe mineralisiert und stehen der Folgekultur zur Verfügung, was dann in Kombination mit dem allgemeinen Vorfruchteffekt sowie guten Bodenstruktur nach Raps zu zehn bis 15 Prozent höheren Weizenerträgen führt als bei anderen Vorfrüchten.

Nährstoffbedarf bei Raps für die Bildung von 100 dt/ha Spross- und Wurzeltrockenmasse und Nährstoffabfuhr bei einem Kornertrag von 40 dt/ha
Nährstoff Bedarf (kg/ha) Abfuhr Korn (kg/ha)
N 200-230 130-150
P 40-60 25-35
K 250-280 30-40
Ca 200-220 15-20
Mg 20-30 15-20
S 70-100 15-30

Empfehlungen zur Stickstoffdüngung

Stickstoff stabilisiert:

Eine stabilisierte Stickstoffdüngung ermöglicht die Zusammenfassung von beiden N-Gaben (Vegetationsbeginn und Schossgabe) direkt zu Vegetationsbeginn. Auf diese Weise kann die Winterfeuchte ausgenutzt werden, um den gesamten N-Bedarf sicher in einer Gabe zu decken.

Stickstoff traditionell:

Soll Stickstoff traditionell gedüngt werden, so sollten zwei Drittel des Stickstoffs zu Vegetationsbeginn und der Rest in der Schossphase appliziert werden. Besonders zu Vegetationsbeginn ist es wichtig, ein Nitratüberangebot zu vermeiden, da dies zur Bildung großer Zellen mit hohem Wassergehalt führt, wodurch die Gefahr spätfrostbedingter Zellschäden steigt.

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