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Winterweizen

Zahlen und Fakten:

  • Historie: Weizen wird seit circa 10.000 Jahren angebaut
  • Anbaufläche in Deutschland 2018: 3 Mio. Hektar
  • Flächenanteil an gesamter Ackerfläche: 29,7 Prozent
  • Erträge Durchschnitt 2018: 66,4 dt/ha, unter günstigen Bedingungen sind mehr als 120 dt/ha möglich
  • Verwendung: Nahrungsmittel, Futtermittel, nachwachsender Rohstoff

 

Allgemeine und kulturspezifische Besonderheiten 

Der Saatzeitpunkt des Winterweizens hängt von der potenziellen Entwicklung der Pflanzen vor Winter und somit von der Vegetationsdauer ab. Die Saatstärke kann in Abhängigkeit vom Standort, dem Saatzeitpunkt und der Sorte stark variieren. Auf leichten und zugleich niederschlagsarmen Standorten darf nicht zu dicht gesät werden, da die Pflanzen dann um Wasser konkurrieren. Stark bestockende und zugleich winterfeste Sorten eignen sich gut für Spätsaaten.

Nach Düngeverordnung ist eine Stickstoffdüngung zu Weizen im Herbst nicht mehr zulässig. Strohausgleichsdüngungen bei hohem Strohaufkommen oder auf langsamen Böden sind nicht mehr möglich, sodass der Rotteförderung durch Einarbeitung sowie der allgemeinen Bodenstruktur vor Aussaat eine entscheidende Bedeutung zukommt. Die jungen Pflanzen benötigen für die Bildung jeweils eines neuen Blattes circa ein Kilogramm N/ha. Bei einer Saatmenge von 180 kg/ha werden bei 13 Prozent Rohprotein ca. 3,5 bis 4,0 kg Stickstoff ausgebracht, sodass sich die Pflanzen bis zum 4-Blatt-Stadium aus dem Korn ernähren können. Wenn sich die Bestände im Herbst nicht völlig überwachsen, dann nehmen sie bis zum Vegetationsende ca. 20 kg N/ha auf. Diese Stickstoffmenge kann über den Bodenvorrat gedeckt werden.

Die gesamte Stickstoffdüngung erfolgt im Frühjahr, wobei die Stickstoffversorgung stets dem aktuellen Bedarf der Pflanzen anzupassen ist. Hierbei gibt es die Möglichkeit der „traditionellen“ Drei-Gaben-Teilung mit unstabilisierten Stickstoffdüngern. Insgesamt nimmt jedoch durch den Klimawandel die Häufigkeit der niederschlagsfreien Tage im Frühjahr weiter zu, sodass die Wirksamkeit besonders später Stickstoffgaben wegen ausbleibender Niederschläge oft nur verzögert oder gar nicht gegeben ist. Vor diesem Hintergrund bildet das System der stabilisierten Stickstoffdüngung eine Versicherung. Eine Möglichkeit ist die Zusammenfassung und Applikation der ersten und zweiten Gabe kurz vor oder zu Vegetationsbeginn. Zu diesem Zeitpunkt geht der Dünger durch die Bodenfeuchtigkeit gut in Lösung und verteilt sich im Wurzelraum. Dort wird er an den Sorptionskomplexen gebunden und erst bei geringer Lösungskonzentration freigesetzt. Zugleich ist durch die Ammonium-Fixierung die Gefahr der Auswaschung gebannt.

 

Rohprotein ist nicht gleich Backqualität – Schwefel ist wichtiger Proteinbaustein

Proteine sind für die Backeigenschaften des Weizenmehls endscheidend. Sie bestehen zu ungefähr 16 Prozent aus Stickstoff. Eine gute Stickstoffversorgung ist Grundvoraussetzung für die Backqualität. Bei Anlieferung des Weizens wird der Stickstoffgehalt im Schnellverfahren bestimmt und daraus der Rohproteingehalt errechnet. Unberücksichtigt bleibt dabei, dass nicht der gesamte Stickstoff zwangsläufig in Proteinstrukturen eingebunden ist. Vielmehr kann dieser auch in sogenannten Nicht-Protein-Verbindungen vorliegen. In diesem Fall kommt es zu einer Überschätzung des realen Proteingehaltes und somit auch der Backqualität, weshalb auch der Begriff „Rohprotein“ Verwendung findet. Schwefel ist für die Strukturbildung der Proteine essenziell. Nur mit einer jederzeit ausreichenden Schwefelversorgung kann sichergestellt werden, dass der Stickstoff auch tatsächlich in die für die Backeigenschaften so wichtigen Proteinstrukturen eingebaut wird. Als Faustzahl gilt, dass für die Aufnahme und Assimilation von je zehn bis 15 Kilogramm Stickstoff ein Kilogramm Schwefel erforderlich ist.

 

Düngebedarfsermittlung nach Düngeverordnung

Die Düngeverordnung macht für die Stickstoffdüngung in Abhängigkeit von der Ertragserwartung (Zu- und Abschläge), dem Standort (Nmin, Humus, Vorfrucht, Organische Düngung = N-Nachlieferung) und der Sorte (Qualität E/A/B/C) eindeutige Vorgaben zur Stickstoffdüngung.

Beispielrechnung:

80 dt Ertragserwartung (A/B) 230 kg/ha N-Bedarf
100 kg N Organik Vorjahr (10 %) - 10 kg/ha N Nachlieferung
Nmin Frühjahr - 50 kg/ha
Gesamtdüngemenge 170 kg/ha

Empfehlungen zur Stickstoffdüngung

Stickstoff stabilisiert:

Durch eine stabilisierte N-Düngung kommt man im Weizen mit zwei Stickstoff-Gaben aus. Gleich zu Vegetationsbeginn kann man zwei Drittel der Stickstoffmenge vorlegen und somit die Winterfeuchtigkeit gut ausnutzen. Je nach Standort kann dann in der frühen Schossphase stabilisiert eine vorgezogene Abschlussgabe erfolgen oder gegen Ende der Schossphase eine unstabilisierte Abschlussgabe.

Stickstoff traditionell:

Soll traditionell gedüngt werden, so hat es sich bewährt, die N-Düngung in drei Gaben aufzuteilen, wobei die Stickstoffmengen der Einzelgaben verschoben werden können.

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