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Winterroggen

Zahlen und Fakten

  • Historie: Roggen wird seit dem Mittelalter angebaut
  • Anbaufläche in Deutschland 2018: 523.000 ha
  • Flächenanteil an gesamter Ackerfläche: 5 Prozent
  • Erträge Durschnitt 2018: 42,2 dt/ha, unter günstigen Bedingungen mehr als 100 dt/ha möglich
  • Verwendung: Nahrungsmittel, Futtermittel, nachwachsender Rohstoff

 

Allgemeines und kulturspezifische Besonderheiten

Der gemeinhin als selbstverträglich geltende Roggen wird in erster Linie als Winterung angebaut. Die ebenfalls mögliche Sommerung hat praktisch keine Bedeutung. Roggen weist von allen Getreidearten das intensivste Wurzelsystem auf, wodurch er ein sehr gutes Nährstoff- und Wasseraneignungsvermögen aufweist. Diese Eigenschaft prädestiniert den Roggen für den Anbau auf leichten Standorten.

Roggen gilt als wenig frostempfindlich, Temperaturen bis -25 °C stellen kaum ein Problem dar. Roggen muss dazu allerdings gut entwickelt in den Winter gehen ohne sich zu überwachsen. Ideal sind zwei bis vier Triebe je Pflanze zu Vegetationsende. Um dies zu erreichen, erfolgt die Aussaat in Abhängigkeit vom Standort Mitte/Ende September bis Anfang Oktober. Die Stickstoffeffizienz nimmt in der Regel mit späteren Aussaatzeitpunkten ab, weil das Wurzelsystem nicht so stark ausgeprägt wird. Die Saatstärke liegt bei früher Aussaat bei 150 Körnern/m2 und bis zu 300 Körnern/m2 bei später Aussaat. Die mittlerweile überwiegenden Hybridroggen werden insgesamt dünner – und selbst bei später Aussaat selten dichter als 200 Körner/m2 – gesät. Da Roggen als gesunde Kultur gilt, resultieren die Ansprüche an die Vorfrucht lediglich aus der Saatzeit des Roggens.

Wegen der guten Nährstoffaneignung des Roggens, aber auch wegen der insgesamt geringen Proteinwerte (Roggen bildet keinen Kleber) ist der Stickstoffbedarf verglichen mit Weizen gering. Daher sieht die neue Düngeverordnung bei einem Ertrag von 70 dt/ha einen Stickstoffbedarfswert von 170 kg N/ha vor. Beim Winterweizen wird bei einem vergleichbaren Ertrag ein Stickstoffbedarf von 215 kg N/ha angenommen.  

 

Roggen – eine oft unterschätzte Kultur

Roggen ist anders als Weizen ein Fremdbefruchter, sodass die ursprünglichen Wildtypen in freier Natur ihr Erbgut ständig neu kombinierten. Aus diesem Grunde war eine Selektion und Auslese in früheren Jahrhunderten sehr schwierig, was wohl auch der Grund für die vergleichsweise späte Kultivierung des Roggens war. Auf der anderen Seite eignet sich Roggen aus gleichem Grunde hervorragend für die Züchtung homogener Inzuchtlinien, was die Voraussetzung für eine erfolgreiche Hybridzüchtung ist.

Seit 30 Jahren werden erfolgreich Hybridsorten mit jährlichen Zuchtfortschritten von einem Prozent gezüchtet. Die Ergebnisse der Landessortenversuche belegen diese Zuchtfortschritte mit Erträgen von teils über 100 dt/ha.

 

Doch weshalb wird Roggen dann gegenwärtig insgesamt so wenig angebaut?

Roggen weist wegen seines guten Wurzelsystems ein hervorragendes Nährstoff- und Wasseraneignungsvermögen auf und wird deshalb seit jeher auf leichten, kargen Grenzstandorten angebaut. Auf guten Standorten wird aufgrund der höheren Erlöse meist Weizen angebaut. Dadurch kann der Roggen sein genetisch fixiertes Ertragspotenzial meist nicht ausspielen, sodass auch der Ertragsfortschritt der letzten Jahrzehnte praktisch kaum Beachtung fand. Doch die neue Düngeverordnung könnte dem Roggen einen gewissen Aufschwung verleihen. Denn die N-Zuschläge, die für einen erfolgreichen Stoppelweizenanbau bisher oft üblich waren, sind nicht mehr zulässig. Roggen, der auch mit weniger Stickstoff als Weizen klarkommt  könnte an Bedeutung gewinnen, was grundsätzlich auch aus Sicht der Pflanzengesundheit Vorteile mit sich bringen würde.

 

Empfehlungen zur Stickstoffdüngung

Eine Stickstoffdüngung zu Roggen ist im Herbst unzulässig.

Stickstoff stabilisiert:

Wegen des insgesamt geringen Stickstoffbedarfs besteht im Roggen die Möglichkeit, die gesamte N-Menge zu Vegetationsbeginn als stabilisierte Stickstoffdüngung in einer vorgezogenen Düngegabe zusammenzufassen. Dadurch sparen Sie Überfahrten ein und der Stickstoff kommt in den Boden, wenn es ausreichend feucht ist.

Stickstoff traditionell:

Soll hingegen traditionell mit unstabilisierten Stickstoffdüngemitteln gedüngt werden, so sollte die Stickstoffdüngung auf mindestens zwei Gaben verteilt werden.

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