Standort ändern
Fachberater finden Fachberater finden Fachberater finden Fachberater finden Fachberater finden Fachberater finden Fachberater finden Fachberater finden Fachberater finden Fachberater finden Fachberater finden Fachberater finden
Download

Gesetzliche Grundlagen zur Stickstoffdüngung

Die novellierte Düngeverordnung ist am 1. Mai 2020 in Kraft getreten. In Zukunft wird nichts daran vorbeiführen den Stickstoff noch besser zu nutzen und Stickstoffverluste noch weiter zu reduzieren. Damit Sie den Überblick behalten, haben wir hier die Grundlagen zusammengefasst.

Die wichtigsten Änderungen der neuen Düngeverordnung:

 

Harnstoffdüngung

Düngeverordnung §6 (2): Harnstoff als Düngemittel darf ab dem 1. Februar 2020 nur noch aufgebracht werden, soweit ihm ein Ureasehemmstoff zugegeben ist oder unverzüglich jedoch spätestens innerhalb von vier Stunden, ab dem 1. Februar 2025 innerhalb einer Stunde nach der Aufbringung eingearbeitet wird.

 

Was ist mit §6 DüV gemeint?

  • Reiner Harnstoff muss innerhalb von 4 Stunden (ab 2025 eine Stunde) nach Ausbringung eingearbeitet werden oder einen Ureaseinhibitor enthalten
  • Harnstoffhaltige Düngemittel als Formulierungen mit weiteren Nährstoffen in einem Korn (Ammoniumsulfat-Harnstoff) und AHL sind von §6 in der Düngeverordnung nicht betroffen.

 

Aufzeichnungspflichten

  • Der betriebliche Nährstoffvergleich und dessen Bewertung anhand von Kontrollwerten entfällt.
  • Ermittlung des Düngebedarfs an Stickstoff und Phosphat für die Einzelfläche vor der Düngung. Die Bildung von Bewirtschaftungseinheiten ist möglich.
  • Spätestens 2 Tage nach jeder Düngungsmaßnahme ist die Düngung einzelschlagbezogen zu dokumentieren.
  • Bei organischen Düngern ist die Menge an Gesamtstickstoff und verfügbarem Stickstoff zu dokumentieren.
  • Bei Weidehaltung Dokumentation der Weidetage und die Art und Anzahl der gehaltenen Tiere
  • Neben der einzelschlagbezogenen Dokumentation sind der gesamtbetriebliche Düngebedarf und die im Betrieb ausgebrachten Nährstoffe aufzuzeichnen.
  • Die Summe der Einzelschlagsaufzeichnungen muss bis zum 31. März des folgenden Jahres vorliegen.

 

Düngebedarfsermittlung Stickstoffdüngung

  • Nachweis über Nmin oder Richtwerte
  • Einheitliches, verbindliches Sollwertsystem mit ertragsabhängigen N-Obergrenzen
  • Zu- und Abschlagssystem mit verbindlichen Vorgaben
  • Anpassung des Düngebedarfs nur bei nachträglich eintretenden Umständen

Bevor Stickstoff gedüngt wird, muss anhand der folgenden Tabelle für jede Kultur eine Düngebedarfsermittlung durchgeführt werden.

Kultur Ertragsniveau der letzten 5 Jahre in dt/ha N-Bedarfswert in kg/ha Zu-/Abschlag
Winterraps 40 200 (5 dt) 10/15
Winterweizen A,B 80 230 (10 dt) 10/15
Winterweizen C 80 210 (10 dt) 10/15
Winterweizen E 80 260 (10 dt) 10/15
Wintergerste 70 180 (10 dt) 10/15
Sommergerste 50 140 (10 dt) 10/15
Körnermais 90 200 (10 dt) 10/15
Silomais 450 200 (50 dt) 10/15
Zuckerrübe 650 170 (100 dt) 10/15
Kartoffel 400 180 (50 dt) 10/10

Überschreitung des Düngebedarfs

Eine Überschreitung des Düngebedarfs um maximal 10 % ist nur zulässig, wenn durch nachträglich eintretende Umstände wie z.B. regionale Witterungseinflüsse ein höherer N-Düngebedarf abgeleitet werden kann. In diesen Einzelfällen wird über die zuständige für die Düngung verantwortliche Behörde auf die Erhöhung des N-Düngebedarfs hingewiesen. Ohne einen entsprechenden Hinweis oder eine Rücksprache mit der zuständigen Stelle kann nicht selbstständig der Düngebedarf angehoben werden.

 

Sperrfristen für die Stickstoffdüngung

Die Sperrfristen wurden über die Novellierung der Düngeverordnung teilweise verlängert.

Die Sperrfrist auf Grünland

Für die Ausbringung von flüssigen organischen Düngemitteln auf Grünland und Flächen mit mehrjährigem Feldfutterbau (Aussaat bis zum Ablauf des 15. Mai) gibt es eine Mengenbegrenzung hinsichtlich der N-Düngung. Vom 1. September bis zum 01. Oktober dürfen nicht mehr als 80 kg N/ha auf Grünland oder Feldfutterflächen appliziert werden. In roten Gebieten wird diese Menge auf 60 kg N/ha reduziert.

Die Sperrfrist auf Ackerland

Die Sperrfrist auf Ackerland beginnt grundsätzlich nach Ernte der Hauptfrucht und dauert bis zum 31. Januar des Folgejahres an.

Wird nach Getreidevorfrucht Winterraps oder Wintergerste angebaut, so darf im Herbst noch Stickstoff gedüngt werden. Ab sofort muss eine Herbstdüngung im Frühjahr angerechnet werden.

Die Stickstoffdüngung wird durch eine Begrenzung der Herbstdüngung auf maximal 30 kg/ha Ammoniumstickstoff und 60 kg/ha N eingeschränkt.

Eine Herbstdüngung mit organischen Düngemitteln sollte vorher abgewogen werden. Von einer Schweinegülle mit 4,9 Prozent Ammoniumanteil dürften nur noch 6 m³ ausgebracht werden. Eine Ausbringung von unter 10 – 12 m³ Gülle oder Gärrest ist aber nicht zu empfehlen, weil eine genaue Verteilung nicht eingehalten werden kann. Für Festmist und Komposte gilt eine Sperrfrist vom 1. Dezember bis zum 15. Januar.

Organische Düngung 170 kg N/ha Regel:

  • Für organische, organisch-mineralische Düngemittel einschließlich Wirtschaftsdünger ist die 170 kg N-Grenze zu berücksichtigen.
  • Flächen mit einem Verbot zur Ausbringung von stickstoffhaltigen Düngemitteln (z.B. Brache- oder Naturschutzflächen) dürfen bei der Berechnung des Flächendurchschnitts nicht berücksichtigt werden.
  • Eine Teileinschränkung der organischen Düngung (z.B. max. Höhe von 80 kg N/ha auf Vertragsnaturschutzflächen) muss ab sofort berücksichtigt werden.

Abstandsauflagen zu oberirdischen Gewässern

Durchschnittliche Hangneigung innerhalb Von 20 bzw. 30 m zur Böschungsoberkante Mindestabstand zur Böschungsoberkante bei der Düngung*
5 % 3 m
10 % 5 m
15 % 10 m
*Das oberirdische Gewässer beginnt an der Böschungsoberkante
  • Bei einer Hangneigung von 15 % innerhalb von 30 m zur Böschungsoberkante müssen Düngemittel auf unbestelltem Ackerland sofort eingearbeitet werden.
  • Bei Reihenkulturen mit einem Reihenabstand von 45 cm und mehr bei entwickelter Untersaat muss keine Einarbeitung erfolgen.
  • Ohne Reihenkultur bei hinreichender Bestandesentwicklung oder nach Mulch- oder Direktsaat muss keine Einarbeitung erfolgen.
  • Bei einer Hangneigung von 10 oder 15 % dürfen bei einem N-Düngebedarf von über 80 kg N/ha lediglich N-Teilgaben von maximal 80 kg N/ha ausgebracht werden.

Düngung auf gefrorenen Böden

  • Eine Düngung auf gefrorenen Boden, auch wenn dieser temporär auftaut ist nicht zulässig.
  • Für Kalkdünger < 2 % Phosphatgehalt gibt es eine Ausnahme
  • Durch diese Regelung wird das Zeitfenster für eine bedarfsgerechte Düngung an vielen Standorten eingeschränkt.

Mindestwirksamkeit organische Düngemittel

Bei der Mindestwirksamkeit von Rinder- und Schweinegülle sowie flüssigen Biogasgärresten wird differenziert und um 10 % gegenüber den bisherigen Werten erhöht. Die Mindestwirksamkeiten (z.B. 70 % bei Schweinegülle) können nur mit einer bodennahen Ausbringung bei verlustarmer Witterung bei sofortiger Einarbeitung erreicht werden.

Mindestwerte für die Ausnutzung des Stickstoffs aus organischen oder organisch-mineralischen Düngemitteln im Jahr des Aufbringens:

  • Rindergülle: Ackerland 60 %, Grünland 50 %, ab 1. Februar 2025 - 60 %
  • Schweinegülle: Ackerland 70 %, Grünland 60 %, ab 1. Februar 2025 - 70 %
  • Biogasgärreste: Ackerland 60 %, Grünland 50 %, ab 1. Februar 2025 - 60 %

Rote Gebiete

  • Rote Gebiete gelten ab dem 01. Januar 2021.
  • Zur Ermittlung des Stickstoffdüngebedarfs ist der ermittelte Stickstoffdüngebedarf bis zum Ablauf des 31. März des laufenden Düngejahres zu einer jährlichen betrieblichen Gesamtsumme zusammenzufassen und um 20 Prozent zu verringern.
  • Hiervon ausgenommen sind Betriebsflächen auf denen nicht mehr als 160 Kilogramm Gesamtstickstoff je Hektar und Jahr und davon nicht mehr als 80 Kilogramm Gesamtstickstoff je Hektar und Jahr aus mineralischen Düngemitteln ausgebracht werden.
  • Ausnahmen können für Dauergrünland geschaffen werden, wenn der Anteil von Dauergrünlandflächen an der Gesamtfläche der jeweiligen ausgewiesenen Gebiete insgesamt 20 Prozent nicht überschreitet und nachgewiesen ist, dass durch die Ausnahme keine zusätzliche Belastung der Gewässer durch Nitrat zu erwarten ist
  • Auch in roten Gebieten gilt die 170 kg N/ha Grenze für organische und organisch-mineralische Düngemittel.
  • Düngemittel mit einem wesentlichen Gehalt an Stickstoff zu Winterraps, Wintergerste und Zwischenfrüchten ohne Futternutzung dürfen nicht ausgebracht werden. Ausnahme: Wenn die verfügbare Stickstoffmenge durch Nachweis mit einer Bodenprobe 45 kg N/ha nicht überschreitet;
  • Ausnahme: Bei Zwischenfrüchten ohne Futternutzung dürfen Festmist von Huftieren oder Klauentieren oder Komposte mit nicht mehr als 120 Kilogramm Gesamtstickstoff ausgebracht werden
  • WICHTIG: Im Fall der Inanspruchnahme der Ausnahmegenehmigung dürfen auf den betroffenen Flächen nicht mehr als 60 Kilogramm Gesamtstickstoff je Hektar ausgebracht werden

Sommerungen dürfen nur gedüngt werden, wenn auf der betroffenen Fläche Zwischenfrüchte angebaut wurden, die nicht vor dem 15. Januar umgebrochen wurden.

Das gilt nicht für:

  • Flächen mit Kulturen, die nach dem 1. Oktober geerntet werden
  • Gebiete, in denen der jährliche Niederschlag im langjährigen Mittel weniger als 550 Millimeter pro Quadratmeter beträgt

In roten Gebieten gibt es gesonderte Regel zu den Sperrfristen. Hierbei sind neben den übergeordneten Sperrfristen auch die spezifischen Regelungen Ihres Bundeslandes einzuhalten.

Für den lokalen Wetterbericht und die automatische Auswahl Ihres Fachberaters geben Sie bitte Ihre Postleitzahl ein und wählen Ihren Standort aus.
Ihr neuer Standort:
Lutherstadt Wittenberg Sachsen Anhalt
Sie wollen immer auf dem Laufenden sein und regelmäßig mit unserem Newsletter über intelligente Düngesysteme und interessante News vom Acker informiert werden. Dann melden Sie sich für den duengerfuchs.de Newsletter an.
Durch das Absenden der Newsletteranmeldung akzeptieren sie unsere Datenschutzbestimmungen.