Fachberater Westliches Niedersachsen

Harm-Dirk Biebert
Westliches Niedersachsen

Mobil: +49 (0) 151 19568121
E-Mail: harm-dirk.biebert@skwp.de

Feuchtigkeit für die Düngung nutzen

Die Entwicklung der Getreidekulturen ist im Beratungsgebiet uneinheitlich. In den Marschen wurden Winterungen fast durchgängig früh ausgesät. Weizen und Gerste erreichten hier BBCH 30/31. Im Binnenland wurde bis weit in den November hinein gesät, so dass manche Bestände noch bestocken, andere wiederum schon schossen. Aussaattermine für Weizen um den 15.10. erreichen BBCH 29/30 und Roggen BBCH 30/31.

Neben Maßnahmen zur Unkrautnachbehandlung und Wuchsregulierung steht in der ersten Aprilhälfte die An- bzw. Abschlussdüngung an.

Im Hinblick auf die gute Bodenfeuchte kann hier bald gehandelt werden. Stabilisierte bzw. harnstoffhaltige Düngemittel sind dabei in keiner Weise langsamer als Düngemittel mit Ammoniumnitrat. Die Umsetzung bei den zu erwartenden Temperatur- und Wasserverhältnissen von Harnstoff zum pflanzenverfügbaren Ammonium ist nach ein bis zwei Tagen abgeschlossen. Ammoniakverluste werden bei einer Anwendung nach guter fachlicher Praxis in den seltensten Fällen eine Rolle spielen – zudem ist der Harnstoff in PIAGRAN® pro und ALZON® neo-N durch einen Ureaseinhibitor vor Ammoniakverlusten geschützt. Die grobtropfige FD-Düse im Bild ist dabei die verträglichste und effizienteste Technik, um Flüssigdünger zu applizieren.

Die abgelaufene Berichtswoche erlaubt Ackerarbeiten in allen Teilen des Gebiets. Die Landwirtschaft ist mit der Gülledüngung und Saatbettbereitung zu Mais sowie der Bestellung von Zuckerrüben, Kartoffeln, Ackerbohnen und Sommergetreide beschäftigt. Außerdem werden Pflanzenschutzmaßnahmen zur Wuchsregulierung sowie gegen Insekten im Raps durchgeführt.

Mein Tipp

Dort, wo nur sehr wenig oder noch gar kein Mineraldünger zur Ergänzung der Gülledüngung erfolgt ist, sollte die Mineraldüngung umgehend erfolgen. Da die organische Fraktion aus der Gülle zumeist noch nicht zur Verfügung steht, braucht das Getreide zeitnah Stickstoff, damit die Ausbildung des Spitzenährchens abgesichert ist und die Anzahl Körner pro Ähre während des Schossens nicht reduziert wird.