Fachberater Westliches Niedersachsen

Harm-Dirk Biebert
Westliches Niedersachsen

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Trocken und windig

Die Großwetterlage ist fortgesetzt trocken und windig. Es ist auch auf mittleren und schweren Standorten so trocken, dass weder Stickstoff in Größenordnung mineralisiert wurde, noch der bereits in den letzten Wochen gestreute Stickstoff zur Wirkung gekommen wäre. Gerste schiebt die Ähren beziehungsweise steht vor der Blüte. Roggen und Triticale haben in vielen Fällen das Fahnenblatt bereits entrollt. Vor allem in Sorten zur Schnittnutzung werden auch schon Ähren geschoben. Weizen schosst weiterhin und befindet sich je nach Sorte und Aussaatzeitpunkt zwischen BBCH 32 und 34.

Flüssigdünger oder Pflanzenschutz – was zuerst

Die Applikation von Pflanzenschutzmaßnahmen wird durch Wind erschwert. Der Witterungsverlauf bietet insbesondere in anfälligen Sorten und in der Marsch beste Infektionsbedingungen für Gelbrost. Septoria tritici spielt bislang keine Rolle. So kein akuter Druck an Gelbrost vorherrscht oder eine Behandlung bereits erfolgt ist, sollte die Flüssigdüngung möglichst kurz vor einem Regenereignis stattfinden und die Pflanzenschutzmaßnahme danach. Bei akutem Befall geht die Fungizidmaßnahme vor.

Faustregel

Fungizid – 7 Tage warten – Flüssigdünger

Flüssigdünger – 7 Tage warten – Fungizid

Flüssigdünger – Regen – 3 Tage warten Fungizid

Anschlussdüngung bemessen

Neben der Düngebedarfsermittlung sollte immer das tatsächliche Nachlieferungspotenzial des Standorts sowie der ausgebrachten Wirtschaftsdünger Beachtung finden. Sinnvoll ist der Einsatz stabilisierter Düngemittel ALZON® bis BBCH 37 bei N-Mengen > 60 kg N/ha. Bei N-Mengen zwischen 30 und 50 kg/ha bzeziehungsweise nach BBCH 37 sollten konventionelle Düngemittel PIASAN® 28 oder PIAGRAN® pro zum Einsatz kommen. Flüssigdüngerapplikationen in nasse Bestände oder nach dem Erscheinen des letzten Blattes sollten mit Schleppschläuchen erfolgen.

Der Mais guckt

Während auf der Geest Mais schon als Zweitfrucht nach Gras oder Grünroggen gelegt wird, laufen Ende April nun gelegte Bestände auf. Die Behandlung von Unkraut steht an. Mischungen mit Flüssigdüngern sind nach dem Auflaufen des Maises nicht mehr möglich. Hier ist eine Düngung ab dem 6-Blatt-Stadium mit Schleppschläuchen möglich.