Fachberater Westliches Niedersachsen

Harm-Dirk Biebert
Westliches Niedersachsen

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Die Wassersättigung ruft nach Nitrifikationsinhibitoren

Sofern Befahrbarkeit auf den Flächen gegeben ist, wird eine Gülledüngung im Rahmen des Möglichen durchgeführt. Wo Bestände nicht allzu üppig entwickelt sind, ist eine mineralische Ergänzungsdüngung mit einem Stickstoff-Schwefel-Dünger erforderlich. Üppige Bestände sollten aber erst später mineralisch gedüngt werden. Spätsaaten sollten zunächst mit einer größeren Menge Stickstoff-Schwefel-Dünger wie z. B. zwei Dezitonnen pro Hektar PIAMON® 33-S angedüngt werden und die Güllegabe erst erhalten, wenn die Pflanzen wenigstens vier Blätter haben. PIADIN® als Stickstoffstabilisator zur Gülle kann auch unter diesen eher schwierigen Bedingungen zum Einsatz kommen.

Da es aufgrund der erwarteten Kaltfront Unsicherheiten oder Befürchtungen hinsichtlich der Düngung gibt, gehe ich nachfolgend auf die drei häufigsten Fragen zur Anwendung von PIADIN® näher ein:

1. Wie hoch muss PIADIN® dosiert werden? Reichen nicht auch zwei bis drei Liter pro Hektar – dann habe ich auch frühen Stickstoff, oder?

Die Aufwandmenge für Winterungen liegt im Februar zwischen sechs und sieben Litern pro Hektar (Winterweizen). Im März ist es jeweils ein Liter pro Hektar weniger und in der Vorsaatapplikation zu Sommergetreide beträgt die empfohlene Aufwandmenge fünf Liter pro Hektar. Mit der Aufwandmenge von zwei oder drei Litern pro Hektar erreichen Landwirte keine Teilstabilisierung. So etwas gibt es nicht. Entweder ist für alle Nitrosomonas genug Wirkstoff da und der Zustand der Ammoniumernährung wir erreicht, oder die Effekte werden nicht erreicht aufgrund einer zu niedrigen Dosierung. Lediglich in der Streifenablage von Gülle als Unterfußdünger reicht diese Aufwandmenge, da Wirkort und N-Angebot räumlich stark begrenzt sind.

2. Wann kommt der Stickstoff? Macht eine Stabilisierung auch im März noch Sinn?

Der Stickstoff ist schon da! Ab dem Moment, wo Ammonium-Stickstoff aus der Gülle im Boden in Lösung geht, steht den Pflanzen Stickstoff zur Verfügung – nur eben nicht als Nitrat, dass vielfach noch als einzig wirksame Stickstoffform angesehen wird. Das erklärt auch, dass der Einsatz auch bis in den April hinein Sinn macht. Der Stickstoff wird nicht festgelegt, sondern die Pflanzen kommen in den Genuss der vorteilhaften Ammoniumernährung.

3. Wie bekomme ich PIADIN® in die Gülle und kann ich das nicht einfach im Güllekeller einmischen?

Es gibt von mehreren Herstellern Dosieranlagen, die für die Anwendung in größerem Rahmen auch schnell rentabel sind. Dort, wo keine Dosieranlage verfügbar ist, ist es ausreichend, das PIADIN® zu Beginn des Befüllvorgangs fassweise zu dosieren. Das kann z. B. mit einem Schlauch auf dem Belüftungshahn der Saugleitung erfolgen. Bei Vakuumfässern ohne Beschleuniger macht es Sinn, die Menge PIADIN® mit Wasser zu verlängern, so dass PIADIN® über das gesamte Befüllen dosiert wird.