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Zuckerrübe

Zahlen und Fakten

  • Historie: erforscht und gezüchtet ab dem 18. Jahrhundert, erste Zuckerfabrik im schlesischen Cunern im Jahre 1802
  • Anbaufläche in Deutschland 2018: 413.000 ha
  • Flächenanteil an gesamter Ackerfläche: 4 Prozent
  • Erträge Durschnitt 2017: 838 dt/ha, 17 bis 20 Prozent Zucker, ca. 5 Mio. t Zucker jährlich (Deutschland)
  • Verwendung: Zuckererzeugung, Futtermittel, nachwachsender Rohstoff

 

Allgemeines und kulturspezifische Besonderheiten

Die zu den Gänsefußgewächsen gehörende, ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende, Rübe kann prinzipiell auf allen tiefgründigen Standorten angebaut werden. Die Züchtung hat in den letzten Jahrzehnten deutliche Steigerungen sowohl im Rüben- als auch im Zuckerertrag ermöglicht. Erträge von 1.000 dt/ha sind unter günstigen Voraussetzungen heute keine Seltenheit mehr. Es ist daher nachvollziehbar, dass die Rübe höchste Ansprüche an die Nährstoffversorgung stellt.

Die Saatbettbereitung im Frühjahr hat das Ziel, ein flaches Saatbett unter Schonung des Bodenwassers herzurichten. Eine alte Regel besagt, dass die Rübenpille beim Legen auf dem feuchten Horizont platziert werden soll, sodass die Rübe stets Anschluss an genügend Keimwasser hat. Wenn sich die Rübe nach dem Auflaufen zügig entwickelt, kann sie bei ausgeprägter Frühjahrstrockenheit dem Bodenwasser „hinterherwachsen“.

Für die Zuckerbildung ist ein gut etablierter Blattapparat Voraussetzung. Dafür bedarf es einer ausreichenden aber keineswegs überzogenen Stickstoffdüngung. Besonders auf schwereren von Frühjahrstrockenheit betroffenen Standorten empfiehlt es sich, die komplette Stickstoffmenge vor der Saat zu applizieren und mit der Herrichtung des Saatbettes einzuarbeiten.

Erfolgt eine Düngung erst nach der Saat und es fallen danach keine ausreichenden Niederschläge, kommt der Dünger nicht zur Wirkung. Eine Besonderheit der Rübe sind die 15 bis 25 Zentimeter langen Wurzeln, die unterhalb des Rübenkörpers ausgebildet werden. Selbst bei Nitratdüngern genügen dann wenige Liter Regen kaum, um den Nährstoff bis in diesen Horizont zu transportieren. Die Folge: Zum wichtigen Zeitpunkt der Blattbildung steht der Stickstoff nicht zu Verfügung. Der für die spätere Zuckerbildung so wichtige Blattapparat wird nicht optimal ausgebildet, was den Zuckerertrag mindert. Hinzu kommt, dass eine verspätete Stickstoffaufnahme die alpha-Amino-N-Werte steigert, was sich negativ auf den bereinigten Zuckerertrag auswirkt.  

 

Sonne, Wärme, Wasser und Nährstoffe

Für die Realisierung hoher Rüben- und Zuckererträge sind Sonne, Wärme und Wasser unerlässlich. Oberhalb von 400 Meter und auf Standorten mit häufiger Bewölkung nehmen sowohl Rüben- als auch Zuckerertrag deutlich ab. Für hohe Rübenerträge (Biomasse) ist eine gleichmäßige Wasserverfügbarkeit ausschlaggebend. Für eine hohe Zuckerbildung ist hingegen die Zahl der Sonnenstunden besonders im Spätsommer und Herbst entscheidend. Tagsüber wird Zucker gebildet und nachts Zucker veratmet. Bei zu warmen Sommernächten nimmt der Zuckerertrag ab. Problematisch kann es in extrem trockenen Jahren (wie 2018) werden, wenn die Rüben aufgrund des Wassermangels im Sommer Blätter abwerfen und dann bei einsetzenden Niederschlägen im Spätsommer mit einem Wiederaustrieb auf Kosten des Zuckergehaltes reagieren. In diesem Fall sollte von einer Frührodung abgesehen werden.

Magnesium ist nicht nur Bestandteil des Chlorophylls, sondern auch maßgeblich am Abtransport der gebildeten Zucker in die Rübe beteiligt. Gleiches gilt auch für Kalium, das für die Aktivität von Enzymen und für den Wasserhaushalt verantwortlich ist. Phosphor ist direkt an der Energietransformation in der Pflanze beteiligt und daher nicht minder wichtig als Magnesium. Da die Rübe ein recht geringes Phosphoraneignungsvermögen zeigt, erweist sich eine frische Phosphordüngung zur Rübe oft als vorteilhaft. Unter Bormangel, der besonders auf Standorten mit hohem pH-Wert bei Trockenheit auftritt, kommt es ebenfalls zu einem gestörten Assimilattransport, was schließlich zur bekannten Herz- und Trockenfäule führt.

Zucker – das ist nichts anderes als in chemische Energie umgewandeltes Sonnenlicht. Durch die Photosynthese werden Kohlendioxid (CO2) und Wasser (H2O) unter Ausnutzung der Energie des Sonnenlichtes unter Freisetzung von Sauerstoff (O2) in Zucker überführt. An der Photosynthese sind direkt oder indirekt alle essentiellen Pflanzennährstoffe beteiligt.

 

Empfehlungen zur Stickstoffdüngung

Stickstoff stabilisiert:

Wird die volle Stickstoffmenge in stabilisierter Form direkt zur Saat appliziert, so sind Stickstoffversorgung und -aufnahme optimal aufeinander abgestimmt.

Stickstoff traditionell:

Alternativ kann auch auf traditionelle Düngemittel zurückgegriffen werden. Hierbei ist eine Aufteilung in zwei Gaben zu empfehlen, wobei circa zwei Drittel der gesamten Stickstoffmenge zur Saat und das letzte Drittel dann während der frühen Laubblattphase gegeben werden.

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