Fachberater Sachsen

Praktisches Beispiel Herbstdüngung
Ich habe zur Veranschaulichung der Entscheidung über eine Herbstdüngung von einem Betrieb die Nmin-Untersuchung bekommen. Wie Sie der Ergebnistabelle entnehmen können, dürften im roten Gebiet aufgrund der Düngeverordnung auf drei der vier untersuchten Flächen keine Herbstdüngung durchgeführt werden.

Die beiden Flächen mit den über jeweils 100 kg Nmin sind definitiv ausreichend versorgt, um eine gute Herbstentwicklung des Rapses zu gewährleisten und kommen somit für eine Herbstdüngung nicht in Frage.
Bei den beiden anderen Flächen ist es ratsam die Vorkultur und die Erträge zu betrachten. Auf den beiden Flächen stand Wintergerste mit einem Ertrag von knapp 100 Dezitonnen pro Hektar. In dem Fall ist also auch damit zu rechnen, dass sehr hohe Mengen an Stroh eingearbeitet wurden. Dadurch entsteht ein weites C zu N Verhältnis, wodurch der Stickstoff gebunden wird und für die Rapspflanze nicht mehr zur Verfügung steht. In dem Fall würde ich definitiv zu einer Herbstdüngung raten, würde aber zwischen den beiden Schlägen unterscheiden. Bei der Probe mit den 62 kg Nmin würde ich eine Gabe von 30 kg N/ha empfehlen, um die Strohrotte zu fördern und dem Raps die Möglichkeit zu geben, im Herbst noch genügend Stickstoff für eine gute Herbstentwicklung aufzunehmen.
Bei der Probe mit dem Ergebnis von 33 kg N, würde ich in der Herbstdüngung noch etwas höher gehen und 60 kg N/ha streuen. Damit wären beide Flächen auf einer ähnlichen Ausgangsbasis.
Bitte aber beachten, dass die im Herbst mineralisch gedüngte Menge im Frühjahr bei der Düngebedarfsermittlung voll angerechnet werden muss!
Ernte von Sommerungen
Zu Beginn der vergangenen Woche waren wieder große Staubwolken im ganzen Gebiet zu entdecken, welche man sonst nur von der Getreideernte kennt. Da diese seit einigen Wochen abgeschlossen ist, handelt es sich diesmal um die Maiskolonnen. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der hohen Temperaturen gepaart mit teils kräftigem warmem Wind, ist der Oberboden mittlerweile überall komplett ausgetrocknet. Leider sind die Staubwolken alles andere als förderlich und gut für unsere Böden, da sich größtenteils die wertvollen Ton- und Humusteilchen auf den Weg machen.
Die Niederschläge, welche in der vergangenen Woche dann flächendeckend niedergingen, sorgten in diesem Punkt für etwas Entspannung.

Besonders stark hat die Trockenheit dem Mais zugesetzt. Vielerorts ist der Trockensubstanzanteil in die Höhe geschossen und die Pflanzen sind komplett verdorrt. Dies führt vor allem im Silo zu den Problemen beim Verdichten. Leider ist man vielerorts trotz hoher Schlagkraft mit dem Häckseln nicht hinterhergekommen.


