Blick in die Hackfrüchte

Die Bedingungen auf dem Feld waren ab März sehr gut zur Vorbereitung der Ackerflächen. Das trockene Wetter hat eine sehr gute Bodenbearbeitung ermöglicht, des Weiteren hatte der Dauerfrost tief in den Boden eingegriffen, daher konnte von idealen Bedingungen für Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben sowie Sonnenblumen ausgegangen werden.
Das Pflanzen der Kartoffeln startete bereits Anfang April und wurde auf dem Großteil der Fläche bis zum Monatswechsel beendet. Glücklicherweise gab es in dieser Zeit in den meisten Regionen sehr gute Niederschläge in Menge und Intensität, dass einerseits der Boden mit Wasser aufgefüllt wurde und es andererseits trotz hoher Regenmengen kaum zu Erosionsereignissen kam. Die Infiltration des Wassers ist aber auch eine Leistung der Landwirtschaft, in der Kartoffel wird seit Jahren mit frostempfindlichen Winterzwischenfrüchten gearbeitet. Die Krume ist dadurch im Frühjahr sehr gut verbaut und an der Oberfläche befindet sich ein bedeckender Mulch. Auch nach einer ersten Bodenbearbeitung ist das Gefüge noch stabil, Niederschlag kann gut infiltriert werden. Momentan laufen die Kartoffeln auf.
Die Zuckerrübenaussaat erfolgte auf den noch wenigen Flächen in Brandenburg tendenziell später als in vielen Vorjahren, da regelmäßig Bodenfrost in den Prognosen zu verzeichnen war. In aller Regel wird der Boden vor Zuckerüben nur noch flach bearbeitet, um der kleinen, empfindlichen Saat ein ideales Bett zu bereiten. Auch hier kam der Regen zur rechten Zeit nach der Saat, ein Verschlämmen blieb auch hier auf Grund des langsamen Landregens aus. Auch Frostschäden sind bisher nicht zu verzeichnen.
Auch die Maisaussaat wurde etwas nach hinten geschoben. Der Boden hatte sich auf Grund der anhaltenden Nachtfröste kaum erwärmt. Der willkommene Regen verzögerte die Gülleausbringung landesweit in etwa um eine halbe Woche bis Woche, inzwischen sind aber mehr als 90 Prozent der Flächen bestellt. Nichtsdestotrotz befinden sich auch die frühen Saaten immer noch im Auflauf, wenige Pflanzen haben mehr als zwei Laubblätter. Bis auf wenige Tage war es einfach zu kühl und vor allem waren die Nachttemperaturen um 5 °C zu gering, um hier Fortschritt zu generieren. Ähnliches gilt auch für die Sonnenblume, welche aktuell zwei entwickelte Laublätter hat.

Was alle Kulturen gemeinsam haben, ist der Anspruch an eine ausgewogene Grunddüngung. Bei Mais bietet sich eine Versorgung im Frühjahr mit Wirtschaftsdünger an, da dieser in Sachen Düngemittelform eher anspruchslos ist. Mais ist zum Beispiel nicht chloridempfindlich und kann so über Gülle oder Gärreste mit Kaliumchlorid (+N/+P/+Mg) sehr gut versorgt werden. Eine Lücke gibt es bei dieser Strategie nur für Schwefel in kühlen Jahren, da dieser erst aus der organischen Masse mineralisiert werden muss. Es hat sich daher etabliert Mais mit einer Mischung aus DAP und Kieserit als Unterfußdüngung in der Jugendentwicklung zu unterstützen. Für die Kartoffel wäre das keine Düngestrategie, hier wird Kaliumsulfat (+Mg/+S) aus Mineraldünger bevorzugt, da die Kartoffel beim Einsatz von Kaliumchlorid deutliche Mangelerscheinungen zeigt. Die Zuckerrübe hingegen ist im Auflauf gegen hohe Salzkonzentrationen empfindlich. Der Grunddünger sollte daher deutlich vor der Saat (ggf. bereits im Spätherbst auf mittleren oder schweren Böden) gegeben werden, auswaschungsgefährdetes Kali kann auf den meisten Flächen erst im zeitigen Frühjahr appliziert werden. Dieser Anspruch leitet sich auch aus der Mobilität der Nährstoffe ab. Phosphat ist sehr wenig beweglich und würde daher bei einer Frühjahresdüngung an der Oberfläche verbleiben. Die Lösung in allen vier Kulturen ist oft die Unterfußdüngung von Phosphat und weiteren Komponenten. Die Sonnenblume reagiert vor allem auf zu viel Stickstoff mit einer deutlichen Erntezeitverzögerung. Bei der Zuckerrübe steigt die Menge der freien Aminosäuren an, welche die Zuckerausbeute in der Fabrik verringern. Daher sollten Zuckerrüben und Sonnenblumen höchstens zur vorhergehenden Zwischenfrucht mit Wirtschaftsdünger versorgt werden (Gefahr der späten, unbekannten Mineralisierung bei hohen Frühjahrsgaben). Zuckerrüben und Sonnenblumen sollten daher vorwiegend mit mineralischen Stickstoffdüngemitteln versorgt werden, hier sind insbesondere stabilisierte Düngemittel zu nennen, da eine Nachdüngung so entfallen kann (Gabenzusammenfassung). Mais reagiert auf die vorwiegende Ammoniumernährung sehr gut mit Mehrerträgen, da dieser aber vorwiegend mit Gülle und Gärresten im Frühjahr versorgt wird, ist hier PIADIN® die Lösung.
