Alles zu seiner Zeit

Abseits aller Preisdiskussionen für Betriebsmittel und Konsumware hätte es im Frühjahr 2026 kaum besser laufen können. Das trockene Frühjahr hat alle Arbeiten zeitgerecht zugelassen, sogar auf Frost konnte gedüngt werden, was den Start vereinfachte. Wechselfröste und Wind waren moderat, so dass auch Flüssigdünger zügig ausgebracht werden konnte. Anschließend war Zeit für erste Herbizidapplikationen und die Saat von Sommergetreide und Leguminosen schritt voran. Im Anschluss dominierte die Gülletechnik auf den Feldern und aktuell werden Mais und Sonnenblumen gesät und Kartoffeln gelegt.

In den letzten zwei Wochen gab es aber natürlich auch Diskussionen zum knappen Niederschlag der letzten Monate. Gerade unter Raps wurden Defizite langsam sichtbar, da sich dieser aktuell sehr stark streckt und die Blüte bevorsteht. Aktuell fliegen in der Mark häufig Rapsglanzkäfer in die Bestände ein.

Aber auch Wintergetreidebestände wurden bereits von Tag zu Tag grauer, wobei hier keinesfalls von Trockenstress gesprochen werden kann. Es war zu jeder Zeit ausreichend Wasser im Boden. Gerste und Roggen befanden sich in der letzten Woche im BBCH-Stadium 31 und die Wachstumsregulation steht bevor. Weizen und Triticale erreichten erst BBCH 30. Was alle Getreidebestände gemeinsam haben, sind die exzellenten Wurzeln, welche sich als Reaktion auf die frühe Trockenheit gebildet haben.

Der Boden ist zudem auch frostgar, die Pflanzen profitieren aktuell vom kalten Winter und erschließen aufgesprengte Dichtlagerungen. Am Wochenende, pünktlich zur klassischen zweiten Düngemittelapplikation, gab es flächendeckend ergiebige Niederschläge. Das sind erstmal ideale Voraussetzungen für die weitere Ertragsbildung. In der Wetterprognose gibt es glücklicherweise erstmal keine sommerlichen Temperaturen, der Frühling bleibt dominant mit kühlen Nächten und milden Tagen und wechselhafter Strahlungsintensität.

Was für den Auflauf des Maises nicht ideal erscheint, ist für das Getreide hervorragend, da die wichtige Zeit der Ausdifferenzierung und Streckung der Ähre gewissenhaft ohne Stress ablaufen kann. Die Aussaat des Maises wird nun aber trotzdem vorangetrieben. Die Kombination aus Regen und tagsüber Temperaturen über 10 °C mit der Aussicht auf mehr als 15 °C in der Folgewoche werden dem Mais nicht schaden.