Gute Bedingungen für Hackfrüchte schaffen

Zurzeit werden Mais und Sonnenblumen gesät, auch das Kartoffelsetzen ist noch nicht überall abgeschlossen. In der Regel wird in diesem Jahr eine deutlich geringe Bodenbearbeitungsintensität angestrebt (Häufigkeit/Tiefe), das meistens in Kombination mit einem Totalherbizid. Der Grund liegt in den sehr hohen Dieselpreisen. Ein grundsätzlicher Fehler ist aber immer noch auf vielen Ackerflächen sichtbar. Die winterharten Zwischenfrüchte oder der Altauflauf aus dem Vorjahr stehen auch jetzt noch grün auf den Flächen. Damit wurden auch unter den kalten Bedingungen kostbares Wasser verbraucht, Krankheiten verschleppt und vor allem wird die Mineralisierung des alten Aufwuchses weit nach hinten verschoben. In aller Regel ist die Verdunstung in den nächsten Wochen deutlich höher als der Niederschlag., Die Böden werden daher an der Oberfläche rasch austrocknen. In den oberen Zentimetern der Krume liegt aber dann auch der Großteil der eingearbeiteten organischen Masse (geringe Intensität). Unter den Bedingungen in der Mark kann also davon ausgegangen werden, dass die Nährstofffrachten bis in eine Phase der Widerbefeuchtung im Spätsommer schlummern. Davon hat auch ein später Mais relativ wenig und im Herbst liegen dann hohe Nährstofffrachten an. Diese hätten besser der Hauptfrucht zur Verfügung stehen sollen, ein erster Umbruch müsste daher zeitiger erfolgen, keinesfalls erst unmittelbar vor der Saat der Sommerhauptfrucht. Erosionsschutz kann auch mit abgestorbenen Pflanzenresten hervorragend erreicht werden. Abfrierende Zwischenfrüchte sind hier der beste Kompromiss zwischen immergrünem Acker, Erosionsschutz, Bodenwasserinfiltration und Wasserverbrauch sowie Fruchtfolgeansprüchen (pathologisch/ nutritiv) der Rotation und der folgenden Hauptkultur. Das kann bei ordentlicher Etablierung der Zwischenfrucht (Wetter und Schlagkraft müssen mitspielen) sogar ohne Totalherbizid funktionieren.