Auf die Feldhygiene achten

Mit der Ernte beginnt zeitgleich die Vorbereitung der neuen Saat. Die erste Kultur ist hier neben der Zwischenfrucht in aller Regel der Winterraps, welcher aktuell schon zu großen Teilen in der Erde ist. Nebenan steht nicht selten ein Stoppelacker mit aufwachsendem Ausfallraps, dieser muss nun entfernt werden. Der erste Grund liegt im Schutz vor Fruchtfolgeerkrankungen auf dem alten Rapsfeld, da sich auf dem Ausfallraps allerhand Erreger und Schadinsekten bei optimalem Infektionswetter erholen und aufbauen. Der Weg über die Straße oder den Feldweg ist bei wechselnder Windrichtung nicht weit und leicht überwunden, daher muss auch der neue Raps vor dem Ausfallraps geschützt werden.

In Jahren mit sehr hohen Kraftstoffpreisen wird hier häufiger zur chemischen Methode per Totalherbizid gegriffen, da eine zusätzliche, tiefere Bodenbearbeitung nach Rapsvorfrucht zu Getreide oft auch nicht nötig ist. Im Anschluss erfolgt daher die Einsaat von Wintergetreide in den abgestorbenen Rapsstoppelmulch. Diese Variante bekämpft auch bereits vorhandene Schadgräser sehr effektiv. Die Schadgräser, welche nie vollständig bekämpft werden können, hatten schließlich im Rapsbestand nahezu ein Jahr Zeit, um ein Schattendasein zu fristen und um dann mit dem Drusch zu explodieren und Horste zu bilden. Selbst bei einer wendenden Bodenbearbeitung ist die Bekämpfung von z.B. Weidelgras oder Schwingelarten nicht sicher, daher ist das Totalherbizid nicht nur eine bequeme oder günstige Maßnahme, sie trägt auch effektiv zur Prävention gegen Herbizidresistenzen bei, denn im folgenden Getreidebestand lassen sich etablierte Gräser nicht ausreichend bekämpfen und bilden abermals tausende Samen. Mit dem Wegfall von Flufenacet aus der Reihe der Wirkstoffe gegen Gräser ist der einmalige Einsatz eines Totalherbizides pro Fruchtfolge durchaus anzuraten, vor allem dann, wenn eine Vielzahl von schwer bekämpfbaren Unkräutern (z.B. Distel, Knöterich) und Ungräsern (Weidelgras, Schwingel) auf dem jeweiligen Feld etabliert sind.
