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Rumänien: Sonnenblumenernte und Angusrinder

In der letzten Woche war ich in Rumänien unterwegs. Für mich ging es in die Regionen rund um Giurgiu und Alexandria, im Süden des Landes, nahe der Grenze zu Bulgarien. Dort konnte ich mir einige Ackerbaubetriebe anschauen. Die Betriebe waren mit der Stoppelbearbeitung und der Sonnenblumenernte beschäftigt. Die durchschnittliche Betriebsgröße in der Region liegt bei 500 Hektar. Die von mir besichtigten Betriebe hatten Betriebsgrößen von 1.000 bis 2.000 Hektar. Auf den guten Böden im Süden des Landes werden hauptsächlich Weizen, Gerste, Raps und Sonnenblumen angebaut. Die Ernte in diesem Jahr sei bisher durchschnittlich, wobei die Sonnenblumenernte momentan im vollen Gang ist und der erste Mais in etwa einer Woche geerntet werden dürfte.

Bei den Sonnenblumen sind nur unterdurchschnittliche Erträge mit etwa 2,5 Tonnen je Hektar zu verzeichnen. Und das obwohl es ungewöhnlich viel Regen im Frühling und Sommer gab. Das liegt unter anderem an starken Temperaturschwankungen, dem Saatgut und einem verzögerten Saatzeitpunkt.

Weitere Bilder und Videos zur Sonnenblumenernte sind auf Facebook und Instagram zu finden.

Dem Mais ist der viele Regen im Frühling und Sommer gut bekommen, so dass hier mit einer guten Ernte um die zehn Tonnen je Hektar gerechnet wird. Die Ernte geht in einer Woche los und zieht sich bis Dezember. Alle Betriebe sind in den letzten 15 Jahren stark gewachsen, so dass beispielsweise der Hof der Familie Dana 2002 mit 100 Hektar begonnen hat und mittlerweile 1.560 Hektar bewirtschaftet. Für mich war sehr faszinierend, wie die Landwirte auf der fruchtbaren Schwarzerde die riesigen Flächen bewirtschaften.

Pachtzahlung in Naturalien

Weiter nach Valcea, wo ich Familie Elvis besucht habe. Innerhalb von sechs Jahren haben Sie ihren Ackerbaubetrieb von 16 auf 900 Hektar bewirtschaftete Fläche vergrößert. Zehn Mitarbeiter arbeiten auf diesem Betrieb. Die 900 Hektar sind von 3.000 Personen gepachtet, die 700 Kilogramm Weizen je Hektar nach der Ernte als Pacht bekommen. In fünf Jahren wollen Sie 2.500 Hektar bewirtschaften. Auf den Flächen, wo kein Ackerbau aufgrund von Wildschweinen möglich ist, befindet sich Grünland. Das wird von 130 Angusrindern kurzgehalten. Davon sind 80 Mutterkühe, der Rest Nachzucht. Der Bestand soll auf 250 Mutterkühe erweitert werden. Die männlichen Kälber werden nach zwölf Monaten geschlachtet.

Struktur Rumäniens

Insgesamt wird das Land in drei große Gebiete eingeteilt: Im Nord-Westen befindet sich Transsilvanien, dass wirtschaftlich besser aufgestellt ist. In Moldau im Westen Rumäniens, angrenzend zu Moldawien sowie Tata Romanesca, südlich im Land sind die Menschen ärmer, dementsprechend schlechter sind auch die Dörfer entwickelt.

Die größten landwirtschaftlichen Betriebe kann man zwischen Moldau und Tata Romanesco finden, mit etwa 30.000 Hektar im Schnitt arbeiten die Landwirte in Richtung des Schwarzen Meers. Offiziell wird die Einwohnerzahl mit etwa 20 Millionen Menschen angegeben, wobei nur rund 75 Prozent tatsächlich im Land leben. Dieser Trend wird sich auch in Zukunft fortsetzen, da es die jungen Leute entweder in andere Länder zum Arbeiten treibt oder in die Nähe von Großstädten. Die Konsequenz daraus ist, dass die Dörfer weiter an Einwohner verlieren werden.

Flächenstrukturen des Landes immer noch ein Problem

Ich habe überwiegend große Ackerbaubetriebe besichtigen können, die teilweise mit Investoren zusammenarbeiten, wodurch sie innerhalb weniger Jahren exponentiell wachsen können. Ein großes Problem stellen dabei jedoch die Flächenstrukturen dar. Die teilweise nur wenigen Quadratmeter großen Felder müssen zusammengelegt werden, um effizient arbeiten zu können. Die anschließende Verwaltung nimmt viel Zeit in Anspruch.

Auf einem Betrieb den ich kennenlernen durfte, werden sogar 140 Hektar nicht bewirtschaftet, da die genaue Lage erst jetzt über GPS-Koordinaten durch einen eigens angestellten Ingenieur ausfindig gemacht und in Bewirtschaftung genommen werden sollen. Das führt häufig zu Konflikten, denn diese Flächen werden bereits bewirtschaftet – allerdings nicht vom Pächter bzw. Eigentümer. Viele Landwirte wissen nicht, dass sie zu Unrecht auf diesen Flächen wirtschaften.

Damit verabschiede ich mich für diese Woche. In der nächsten gibt es noch mehr zu diesem tollen Land.

Ihr Nicolai Mackenstedt

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