Trockenheit und kühle Temperaturen im Frühjahr – Die Anbausaison im Norden und Osten

Das Frühjahr stellte die Landwirtschaft vor besondere Herausforderungen. Vor allem die Witterungsbedingungen mit Trockenheit und kühlen Temperaturphasen bis in den April.

Dem Winter folgte die Frühjahrstrockenheit

Nach einem Winter mit Schnee und Minustemperaturen war das Frühjahr in vielen Regionen Nord- und Ostdeutschlands von trockenen Bedingungen geprägt. So lag die klimatische Wasserbilanz laut Deutschem Wetterdienst vom 1. März bis zum 31. Mai im negativen Bereich, wobei sich die Situation in Richtung Osten deutlich weiter verschärfte.

In einigen kontinental geprägten Regionen taten sich die Winterkulturen nach dem Winter noch recht schwer in der Entwicklung. Hier fehlte bei den stärkeren Minustemperaturen im Winter oft die schützende Schneedecke. Aber witterungsbedingte Pflanzenausfälle blieben hier eine absolute Ausnahme.

Tau und kühlere Temperaturen halfen im Frühjahr jedoch vielerorts, die Pflanzen durch die Trockenphase zu bringen. Die Regenfälle ab Ende April sorgten dann für eine Entspannung, sodass auch Mais und Zuckerrüben überwiegend gut aufliefen. Die kritische Phase kam vielerorts jedoch in der Jugendentwicklung. Die schwache Jugendentwicklung brachte in vielen Regionen im Zuckerrüben- und Maisanbau Probleme im Management der Unkräuter.

Die Düngestrategie stellt die Weichen

Die Nährstoffversorgung bleibt auch 2026 eine zentrale Herausforderung. Bei trockenen Bedingungen kann vorhandener Stickstoff im Boden schlechter von den Pflanzen aufgenommen werden. Hier zahlt es sich aus, den Stickstoff vor dem Vegetationsbeginn bei noch ausreichender Bodenfeuchtigkeit aus dem Winter mit stabilisierten Düngern wie ALZON® neo-N oder ALZON® flüssig-S 25/6 zu düngen. Der Nitrifikationsinhibitor in diesen Produkten verzögert die Umwandlung des Stickstoffes von der stabilen Ammonium- zur mobilen Nitrat-Fraktion. Der Stickstoff wird somit als Ammonium im Wurzelraum gehalten und das Risiko von Nitratausträgen und Denitrifikationsverlusten wird stark reduziert. Gerade beim Wintergetreide und Raps entscheidet die termingerechte Verfügbarkeit von Stickstoff über die Bestandesentwicklung, Bestandesdichte und das Ertragspotenzial.

Ausblick

Mit den teils ergiebigen Niederschlägen ab Mai entspannte sich die Situation der Bodenfeuchtigkeit deutlich. Die letzte Stickstoffgabe konnte somit im Winterweizen bei überwiegend guten Bedingungen der Bodenfeuchtigkeit durchgeführt werden.

Leider kam der Regen auf vielen leichten Standorten besonders in den östlichen Landesteilen oftmals zu spät. Gegenwärtig stimmt die Entwicklung der Wintergetreide- und Winterrapsbestände überwiegend optimistisch und verspricht aus jetziger Sicht vielerorts eine gute Ernte.

Fazit

Die größte Herausforderung in diesem Frühjahr war die vielerorts sehr eingeschränkte Situation der Bodenwasserversorgung. Eine frühzeitige stabilisierte Stickstoffdüngung konnte in dieser Phase einen wichtigen Beitrag zur Anbausicherheit leisten.

Nach den Regenfällen der letzten sechs Wochen und der erwarteten sommerlichen Witterungsbedingungen sind nun die Ernteaussichten im Wintergetreide und Winterraps auf den mittleren und besseren Standorten aus heutiger Sicht recht positiv.