Präzise Stickstoffdüngung im Grünland – Ertrag sichern und Gewässer schützen

Grünland ist die Futtergrundlage für die Rinderhaltung. Grundfutter kann man nicht einfach auf dem Markt zukaufen wie Misch- und Mineralfutter. Es muss auf den eigenen Flächen erzeugt werden. Gleichzeitig gewinnt heimisches Eiweiß in der Rinderfütterung zunehmend an Bedeutung. Entsprechend hoch ist die Bedeutung einer bedarfsgerechten Stickstoff- und Schwefeldüngung.

Doch die Anforderungen an die Düngung steigen: Düngeverordnung, Gewässerabstände und der Wegfall der Derogation setzen viele Betriebe unter Druck. Gleichzeitig sollen Ertrag, Futterqualität und Nährstoffeffizienz gesichert werden. Besonders in den Grünlandregionen Norddeutschlands mit ihren Grüppen- und Grabensystemen stellt das die Praxis vor zusätzliche Herausforderungen.

Weniger organischer Stickstoff verfügbar

Die Vorgaben der Düngeverordnung begrenzen die Ausbringung organischer Dünger deutlich. So dürfen über organische Dünger in der Regel maximal 170 Kilogramm Stickstoff pro Hektar ausgebracht werden. Mit dem Wegfall der Derogationsregelung entfällt für viele Betriebe die Möglichkeit, höhere Mengen aus der Tierhaltung einzusetzen.

Das hat gleich mehrere Folgen: Stickstoff muss häufig zugekauft werden, gleichzeitig entstehen zusätzliche Kosten für den Abtransport überschüssiger Wirtschaftsdünger. Umso wichtiger wird es, den verfügbaren Stickstoff möglichst effizient einzusetzen.

Die ersten Schnitte entscheiden über Qualität und Ertrag

Im Grünland bestimmen vor allem die ersten beiden Schnitte über Ertrag, Energie- und Proteingehalt des Grundfutters. Entsprechend wird ein großer Teil der Stickstoffdüngung gezielt in das Frühjahr und den Vorsommer gelegt. In dieser Phase sind Wachstumsbedingungen und Stickstoffausnutzung meist am günstigsten.

Über die Höhe und Aufteilung der Stickstoffgaben lassen sich sowohl Ertrag als auch Futterqualität gezielt beeinflussen. Gleichzeitig spielen Standortfaktoren wie Wasserversorgung, Bodengüte und Vegetationsbeginn eine wichtige Rolle bei der Düngeplanung.

Schwefel verbessert die Stickstoffeffizienz

Neben Stickstoff ist Schwefel ein entscheidender Baustein für leistungsfähiges Grünland. Schwefel wird für die Bildung schwefelhaltiger Aminosäuren benötigt und ist damit unmittelbar an der Proteinsynthese beteiligt.

Ein latenter Schwefelmangel bleibt in der Praxis oft lange unentdeckt, kann die Stickstoffausnutzung jedoch deutlich verschlechtern. Als Orientierung gilt: Liegt das Verhältnis von Stickstoff zu Schwefel im Pflanzenmaterial über 12 zu 1, kann dies auf einen beginnenden Schwefelmangel hinweisen. Eine angepasste Schwefeldüngung trägt deshalb wesentlich zur Effizienz der Stickstoffdüngung bei.

Grüppen und Gräben erschweren die Düngung

In vielen Grünlandregionen der norddeutschen Tiefebene erfolgt die Entwässerung über Grüppen, Gräben und Siele. Die Flächen sind häufig so angelegt, dass die Beete zwischen den Grüppen leicht gewölbt sind. Dadurch entstehen besondere Anforderungen an die Randschärfe bei der Düngung.

Zwar bieten moderne Zweischeibenzentrifugalstreuer – kurz Schleuderstreuer – technische Lösungen für das Rand- und Grenzstreuen, dennoch bleibt die Düngung entlang von Gewässern häufig ein Kompromiss. Besonders problematisch wird die Geländesituation dort, wo die Böschungsoberkante deutlich unterhalb der Streuscheiben liegt. Die Flugbahn der Düngerkörner verlängert sich, wodurch Streutabellen nur eingeschränkt passen.

Die Folge: Entweder bleiben Randbereiche unterversorgt oder es steigt das Risiko, dass Düngerkörner in Grüppen und Oberflächengewässer gelangen.

Flüssigdünger bringt Präzision bis an den Gewässerrand

Flüssige Stickstoffdünger mit Schwefel wie PIASAN®-S 25/6 bieten hier deutliche Vorteile. Sie lassen sich ähnlich präzise applizieren wie Pflanzenschutzmaßnahmen. Spezielle FD-Düsen bringen den Dünger in groben Tropfen gezielt auf den Bestand aus. Die Tropfen sind wenig windanfällig und fallen direkt auf die Fläche.

Dadurch lässt sich die Düngung deutlich exakter steuern als mit einem Schleuderstreuer. Je nach technischer Ausstattung können einzelne Düsen oder Teilbreiten abgeschaltet werden. So kann der Dünger bis zum gesetzlich vorgeschriebenen Rand an die Grüppe oder den Graben ausgebracht werden – jedoch ohne Stickstoff in die Oberflächenentwässerung einzutragen.

Gerade in sensiblen Grünlandregionen ist die präzise Flüssigdüngung damit nicht nur ein Beitrag zu stabilen Erträgen, sondern auch zum Gewässerschutz. Stickstoff bleibt dort, wo er pflanzenbaulich benötigt wird – auf der Fläche und nicht im Wasser.

Flüssigdüngung sicher anwenden

Damit Flüssigdünger im Grünland pflanzenverträglich eingesetzt werden kann, sollten einige Grundsätze beachtet werden:

  • nicht auf feuchte Bestände applizieren
  • nicht bei starker Sonneneinstrahlung oder Temperaturen über 25 °C ausbringen
  • Wachsschicht der Pflanzen muss ausgebildet sein
  • Schnittwunden der Blätter müssen ausreichend verheilt sein
  • pure Anwendungen von Flüssigdüngern in Markenqualität sind sehr gut pflanzenverträglich
  • bei Verdünnung mit Wasser mindestens im Verhältnis 1 zu 4

Mit der passenden Düsenwahl und einem groben Tropfenspektrum lässt sich die Pflanzenverträglichkeit zusätzlich verbessern.

Effizienz entscheidet

Da die verfügbare Stickstoffmenge zunehmend begrenzt ist, rückt die Effizienz der Düngung stärker in den Mittelpunkt. Präzise applizierte Flüssigdünger ermöglichen eine gleichmäßige Querverteilung und eine exakte Platzierung des Stickstoffs – auch unter schwierigen Grünlandbedingungen.

Damit bietet die Flüssigdüngung im Grünland nicht nur Vorteile bei Ertrag und Futterqualität, sondern unterstützt auch eine moderne, gewässerschonende und verlustarme Stickstoffstrategie.