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Organische Düngemittel: Stickstoffverfügbarkeit und Humusaufbau

Wir hatten bereits in einem der letzten Beiträge auf die Bedeutung von Zwischenfrüchten für die Bodenfruchtbarkeit hingewiesen. Dabei wurde deutlich: Zwischenfrüchte binden Nährstoffe und schützen sie vor Auswaschung über den Winter. Ferner sind sie ein wichtiger Baustein im Rahmen des Bodenfruchtbarkeitsmanagements. Ein zweiter, mindestens ebenso wichtiger Aspekt, dessen Betrachtung in dieser Hinsicht lohnenswert ist, betrifft unsere wirtschaftseigenen organischen Düngemittel.

Die klassischen Wirtschaftsdünger kann man im Wesentlichen unter zwei Gesichtspunkten einordnen, (a) bezüglich ihrer Wirkgeschwindigkeit, also nach der unmittelbaren Nährstoffbereitstellung für die Kulturpflanzen und (b) ihrem Vermögen organische Substanz aufzubauen. Je mehr Nährstoffe im Wirtschaftsdünger organisch gebunden sind, umso geringer ist die unmittelbare Pflanzenverfügbarkeit, beziehungsweise die Wirkgeschwindigkeit der enthaltenen Nährstoffe. Zugleich steigert sich mit zunehmendem Trockensubstanzgehalt sowohl die Aktivität des Bodenlebens, als auch die Humusreproduktionsleistung. Dazu ein Beispiel:

Die früher häufig, inzwischen deutlich seltener eingesetzte Jauche enthält viele gelöste Nährstoffe. Sie ist, was die Nährstoffverfügbarkeit anbelangt, fast wie ein Mineraldünger einzuschätzen. Wegen des zugleich sehr geringen Trockensubstanzgehaltes trägt sie jedoch kaum zur Anreicherung organischer Substanz im Boden und somit auch nur wenig zur Aktivierung des Bodenlebens bei. Ziemlich genau gegenteilig dazu verhalten sich Festmiste oder Komposte. Sie sind reich an organischer Substanz und Nährstoffen, wobei letztere jedoch kaum unmittelbar pflanzenverfügbar sind. Sie tragen deswegen zur Anreicherung der organischen Substanz im Boden bei, während die enthaltenen Nährstoffe erst im Laufe der Zeit durch Mineralisierung pflanzenverfügbar werden. Besonders frühe Kulturen wie Winterraps und Wintergerste können von diesen Düngern nur begrenzt profitieren, weil die Hauptaufnahmephase im zeitigen Frühjahr deutlich vor der Hauptmineralisierung im Sommer liegt. Daher sollten diese Dünger bevorzugt zu Mais oder Rüben ausgebracht werden.

Besonders mit Festmistdüngung steht die häufig gemachte Beobachtung in Zusammenhang, dass im ersten Jahr nach der Düngung die Bodengehalte an pflanzenverfügbarem Phosphor kurzfristig stärker steigen, als dies nach den Nährstoffgehalten des Festmistes eigentlich zu erwarten wäre. Ursache ist eine deutliche Aktivierung des Bodenlebens und die damit verbundene Verfügbarkeitssteigerung von „gealtertem“ Phosphor. Zu ähnlichen Effekten kann es auch nach einer Gülledüngung kommen. Denn auch diese ist reich an „vorverdauter“ und somit vergleichsweise leicht zersetzbarer organischer Substanz. Hingegen ist diese Wirkung beim Einsatz von Gärresten weniger stark ausgeprägt, weil die leicht abbaubare organische Substanz, die das Bodenleben kurzfristig anregt, bereits im Biogasfermenter zur Gewinnung von Methan genutzt wurde. Bei der Fermentierung werden organisch gebundene Nährstoffe freigesetzt und gehen in Lösung, weshalb Gärreste höhere Gehalte an pflanzenverfügbaren Nährstoffen enthalten als Gülle. Der verbleibende Kohlenstoff ist indes nur schwer abbaubar und kann daher im Boden kaum zur Phosphormobilisierung beitragen. Es macht also einen Unterschied, ob die Gülle aus dem Stall direkt auf das Feld gefahren wird, oder ob sie zuvor noch einen Umweg über den Fermenter der Biogasanlage macht.

Schnell gelesen

  • Wirtschaftsdünger unterscheiden sich in der Wirkgeschwindigkeit deutlich voneinander.
  • Mit zunehmendem Anteil organischer Substanz nimmt die Wirkgeschwindigkeit ab, die Aktivität des Bodenlebens und die Humusreproduktion wird jedoch angekurbelt. Dadurch kann besonders gealterter Phosphor wieder pflanzenverfügbar gemacht werden.
  • Langsame organische Dünger eignen sich für Kulturen mit langer Vegetationsdauer (Mais, Zuckerrübe).

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