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Dinkel – Nischenkultur im Aufwind

„Die Seele des Menschen macht er froh und voll Heiterkeit.“ Schon vor 1.000 Jahren sprach Hildegard von Bingen dem Dinkel positive Eigenschaften zu. Heute findet sich wieder eine wahre Flut von Artikeln in den Medien, die von den erstaunlichsten Vorteilen dinkelhaltiger Produkte berichten. Angefangen bei den wertvollen, gut verträglichen Inhaltsstoffen, über die angeblich harmonisierende Wirkung auf Körper und Geist, bis hin zu einer geringen radioaktiven Belastung. Es verwundert also nicht, dass diese uralte Getreideart, die nie ganz aus unserer Landwirtschaft verschwunden ist, im aktuellen Gesundheits- und Ernährungshype ihre Renaissance erfährt.

Konkurrenz für den Weizen?

Dinkel oder Spelz gehört in die Gattung des Weizens und ist ein enger Verwandter des heutigen Weichweizens. Es gibt sehr viele Mischformen und Übergänge zwischen Dinkel und „modernem“ Weizen. In den letzten Jahren wurde die Dinkel-Anbaufläche auf deutlich über 80.000 Hektar ausgeweitet. Trotz der wachsenden Beliebtheit des Dinkels ist seine Bedeutung im Vergleich zum klassischen Winterweizen immer noch gering. Dessen Anbaufläche wurde zur Ernte 2018 auf 2,95 Millionen Hektar geschätzt – das sind beachtliche 51 Prozent der gesamten Getreideanbaufläche.

Sortenwahl und Vermarktung beachten

Als anspruchsloses Getreide mit besonderer Kornqualität ist Dinkel prädestiniert für den Anbau in ökologisch wirtschaftenden Betrieben. Er kann aber auch für konventionelle Landwirte eine sehr attraktive Kultur sein, denn durch die genannten Eigenschaften hebt sich Dinkel vom normalen Weizen ab. Das führt zu einer immer stärkeren Nachfrage nach Dinkelprodukten. Allerdings sollten vorab die Absatzwege abgesichert werden. Bedeutung im Anbau besitzt nur der Winterdinkel, der vergleichbar mit dem Weizenanbau ist. Da die Standfestigkeit das Hauptproblem im Dinkelanbau ist, spielt die Halmstabilisierung eine große Rolle. Zudem sind kurze Sorten, zum Beispiel Franckenkorn und Zollernspelz, wichtige Züchtungen, da sich diese gegenüber hochwüchsigen Sorten wie Oberkulmer Rotkorn oder Bauländer Spelz als vorteilhaft erwiesen haben. Bekannt und geschätzt sind die Anspruchslosigkeit und Robustheit sowie das hohe Stickstoff-Aneignungsvermögen des Dinkels.

Von Nachteil dagegen sind – wie so oft bei anspruchslosen und robusten Arten oder Sorten – die niedrigeren Kornerträge im Vergleich zu Winterweizen. Die Ähren des Dinkels sind lang, locker und zerfallen beim Drusch in sogenannte Veesen (Ährchen, die jeweils zwei Körner enthalten). Das Korn ist fest mit den Spelzen verwachsen (Spelzweizen), sodass diese vor dem Vermahlen in einem Extraarbeitsgang entfernt werden müssen. Dinkelkörner besitzen ein nussartiges Aroma und weisen einen hohen Protein- und Feuchtklebergehalt auf. Das relativ fettreiche Mehl wird schnell ranzig und muss entsprechend zügig verarbeitet werden. Da meist nur Sedimentationswerte von unter 30 erreicht werden (geringe Kleberqualität), sind die aus Dinkelmehl hergestellten Teige sehr dehnbar, aber wenig plastisch und erlauben nur niedrige Gebäckvolumina. Dinkelmehl wird deshalb zum Backen häufig mit Weichweizenmehlen gemischt, um eine gute Backqualität zu erzielen.

Allerdings werden auch Dinkelbackwaren zunehmend mit dem Attribut „weizenfrei“ versehen, um dem Trend „weg vom Weizen“ folgen zu können. „Weizenfrei“ heißt jedoch nicht „glutenfrei“, wie manch ein Reformhaus-Kunde schon feststellen musste. Im Gegenteil – Dinkel liefert ein relativ glutenreiches Mehl.

Versuche zeigen Erfolg

Im Trockenjahr 2018 erzielte der konventionell angebaute Dinkel auf dem Versuchsfeld in Cunnersdorf (Sachsen) einen Durchschnittsertrag von 84 dt/ha im Vergleich zum Winterweizen, der „nur“ 88 dt/ha erbrachte. Bei einem Stickstoff-Einsatz von 170 Kilogramm N/ha ist dies ein pflanzenbaulich und wirtschaftlich respektables Ergebnis.

Die folgende Grafik verdeutlicht, dass sich der Einsatz von ALZON® neo-N und damit die ammoniumbetonte Düngung und Pflanzenernährung auch in alternativen Getreidekulturen wie Dinkel anbietet und dort zu überzeugenden Erfolgen führt. Obwohl bereits durch die traditionelle Stickstoff-Düngung ein sehr hohes Ertragsniveau erreicht werden konnte, ließ sich bei identischem Gesamtstickstoff-Input mit dem stabilisierten System noch einmal ein beachtlicher Mehrertrag von nahezu 3 dt/ha erzielen. Zudem konnte durch Gabenzusammenfassung eine Teilgabe eingespart werden. Ähnlich gut schnitt bei traditioneller Gabenteilung PIAGRAN® pro, unser Harnstoff mit Ureaseinhibitor ab.

Einmal mehr zeigt sich hier die hervorragende Eignung stabilisierter Harnstoff-Düngemittel für den Einsatz unter komplizierten Witterungsverhältnissen. Eine hohe erste Gabe vor oder zu Vegetationsbeginn gewährleistet eine optimale Stickstoff-Bereitstellung im Wurzelraum. Die flexible Schossergabe garantiert unter Ausnutzung der seltenen Regenereignisse eine optimale Stickstoff-Versorgung der Bestände bis in die Kornfüllungsphase hinein. Auf eine späte „Qualitätsgabe“, deren Effizienz im Zuge des Klimawandels immer fraglicher wird, kann verzichtet werden.

Angesichts zunehmender Bedeutung der Diversifizierung im Ackerbau wird Dinkel auf Grund seiner guten Eigenschaften und Etablierungsmöglichkeiten zukünftig vermehrt in die Betriebe integriert werden. Nutzen Sie diese Möglichkeiten, um auch zukünftig gut aufgestellt zu sein.


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