Der Maiszünsler ist im Anflug

Auch wenn der Mais im Allgemeinen in seiner Entwicklung im Vergleich zu den Vorjahren noch etwas zurück ist, gilt es jetzt unbedingt auf einen der wichtigsten Maisschädlinge zu achten - den Maiszünsler (Ostrinia nubilalis).

In den ersten Regionen hat der Flug und die Eiablage (an der Blattunterseite der Maispflanzen) begonnen. Die Warndienstaufrufe der Monitoringstellen sollten unbedingt beachtet werden.

https://www.isip.de/isip/servlet/isip-de/entscheidungshilfen/mais/maiszuensler-prognose

Die Bekämpfung kann biologisch mit Hilfe von Trichogramma (Schlupfwespen) oder chemisch mit einem zugelassenen Insektizid erfolgen. Bei der Trichogramma-Variante werden mittels Drohne 1- bis 2-mal im Abstand von 7 bis 14 Tagen Kapseln mit den Eiern der Schlupfwespe in den Maisbestand abgeworfen (100.000 bis 200.000 Eier/ha pro Überflug). Die geschlüpften Schlupfwespenweibchen parasitieren dann die Eigelege des Maiszünslers und legen dort ihre eigenen Eier ab und zerstören so die Eier des Maiszünslers.

Eine Nichtbekämpfung dieses Schädlings hat zur Folge, dass sich die geschlüpften Raupen im Maisstängel nach unten durchfressen, wodurch die Leitungsbahnen für den Transport der Assimilate zerstört werden und die Pflanzen dann meist abknicken. Auch die Krankheitsanfälligkeit gegenüber Fusariumpilzen und die dadurch mögliche Bildung von Mykotoxinen ist deutlich erhöht. Dies führt letztlich auch zu Ertrags- aber vor allem zu Qualitätseinbußen. Bei stark befallenen Schlägen bleibt deshalb oft nur die Verwertung in der Biogasanlage.

Zusammenfassend lässt sich also feststellen, dass der Maiszünsler für erhebliche Ertrags- und Qualitätseinbußen sorgen kann und deshalb entsprechende Bekämpfungsmaßnahmen (nach Warndienstaufruf) sehr zu empfehlen sind.

 

Praxistipp:

Weiterhin ist es neben den oben bereits beschriebenen Bekämpfungsmaßnahmen, sehr effektiv nach der Maisernte die verbliebene Stoppel zu zerkleinern (z. B. Mulchen) und durch Grubbern, besser noch durch Pflügen gut einzuarbeiten. Ziel sollte ein möglichst braunes Feld ohne viel Stoppelreste sein. Durch diese Maßnahme werden die Überwinterungsmöglichkeiten der Maiszünslerraupen stark eingeschränkt und folglich der Befallsdruck im Folgejahr deutlich verringert. Wichtig ist hier jedoch, dass möglichst alle Maisanbauer dies umsetzen, da der Schädling nicht an der eigenen Feldgrenze halt macht.

Nun wünschen wir Ihnen eine gute Ernte und verabschieden uns hiermit in die Sommerpause. Der nächste Newsletter erscheint am 16. August 2021. Dann werden wir schauen, ob sich die Düngestrategien im Frühjahr ausgezahlt haben und die Herbstdüngung gemeinsam planen.