Winterweizen: Früh Ertragspotenziale sichern

Die Winterweizenbestände sind in vielen Regionen infolge der günstigen Herbstbedingungen gut entwickelt in die Winterruhe gegangen. Der Winterverlauf stellt sich jedoch differenzierter dar, als es der optische Eindruck vermuten lässt: Während Schneeauflagen in vielen Regionen über Wochen präsent waren, fiel insbesondere der Dezember deutlich zu trocken aus. Auch der Januar erreichte vielerorts lediglich die durchschnittlichen Niederschlagsmengen. Die Wasservorräte im Oberboden sind damit regional geringer, als es die geschlossene Schneedecke vermuten ließ.
In der laufenden Woche setzt erstmals eine deutliche Erwärmung mit Lufttemperaturen von stellenweise bis zu 10 Grad Celsius ein. Damit rückt der Vegetationsbeginn näher, auch wenn die Befahrbarkeit der Flächen weiterhin nicht gegeben ist. Mit dem Ende der gesetzlichen Dünge-Sperrfrist am 1. Februar ist die Stickstoffdüngung rechtlich wieder möglich, sofern Boden- und Witterungsbedingungen dies zuließen. Dafür haben in der letzten und besonders in dieser Woche viele Landwirte erst einmal den Fokus auf die Bodenproben gesetzt, um den mineralischen Stickstoffgehalt zu ermitteln. Sobald der Boden dann endlich befahrbar ist, ist mit einer erhöhten Arbeitsbelastung durch Probenahme, Auswertung und erste Düngemaßnahmen in kurzer Zeit zu rechnen.
Die Stickstoffstrategie im Winterweizen: Ertragssicherung unter wechselhaften Bedingungen
Im Winterweizen hat die Stickstoffversorgung zu Vegetationsbeginn eine zentrale Bedeutung für die Förderung der Bestockung, die Anlage ertragreicher Triebe sowie die spätere Ährenzahl. Gleichzeitig erfordert die Kultur eine differenzierte Stickstoffstrategie über das Frühjahr hinweg. In der Praxis haben sich hier zwei grundsätzliche Systeme etabliert:
- Unstabilisierte Stickstoffdünger werden klassisch in drei Gaben appliziert, um die N-Verfügbarkeit zeitlich zu steuern.
- Stabilisierte Harnstoffdünger (mit Nitrifikationsinhibitor) ermöglichen dagegen eine Reduzierung auf zwei Stickstoffgaben, ohne Abstriche bei der N-Effizienz oder Ertragssicherheit.
Gerade unter den diesjährigen Bedingungen – begrenzte Winterniederschläge, unsicherer Vegetationsbeginn und zu erwartende Arbeitskonzentration – bietet die stabilisierte Zwei-Gaben-Strategie deutliche Vorteile.
Urease- und Nitrifikationsinhibitoren: Mehr als reiner Verlustschutz
Der Einsatz von Ureaseinhibitoren wird häufig primär mit dem Schutz vor Ammoniakverlusten in Verbindung gebracht. Diese Verluste spielen bei den frühen Applikationsterminen im Winterweizen jedoch in der Regel eine untergeordnete Rolle. Der entscheidende Vorteil liegt vielmehr in einem anderen Mechanismus:
Der Ureaseinhibitor verlangsamt die Umsetzung von Harnstoff an der Bodenoberfläche und fördert dadurch die Infiltration des Düngers in die oberen Zentimeter des Bodens. Auf diese Weise wird der Stickstoff gleichmäßig in der aktiven Wurzelzone verteilt. In Kombination mit einem Nitrifikationsinhibitor bleibt der Stickstoff anschließend länger als Ammonium erhalten und ist wirksam vor Verlagerung und Auswaschung geschützt – insbesondere bei einsetzenden Niederschlägen im Frühjahr.
Aber auch unter trockenen Startbedingungen stellt diese Kombination einen entscheidenden Vorteil dar, um den Stickstoff effizient im Boden zu positionieren und pflanzenverfügbar zu halten.
Dass diese Systeme in ganz Deutschland erfolgreich sind, zeigt die Karte in Abbildung 1. Hier sind Ergebnisse der Exaktversuche aus den letzten drei Jahren in ganz Deutschland dargestellt. Jede Markierung stellt einen Versuch dar. Mehrere Versuche am gleichen Standort in unterschiedlichen Jahren sind untereinander angeordnet. Je intensiver die Färbung, desto höher war der Mehrertrag der vorzüglichen nitrifikationsinhibierten und somit ammoniumstabilisierten Systeme im Vergleich zur konventionellen nitratbetonten Düngung mit Kalkammonsalpeter.
Durch Produkte der SKW Piesteritz wie ALZON® neo-N, ist der Stickstoffeinsatz sicherer, flexibler und effizienter.

Stickstoff und Schwefel: Effiziente Nährstoffnutzung von Beginn an
Auch im Winterweizen kommt der Kombination von Stickstoff und Schwefel eine zunehmende Bedeutung zu. Schwefel ist ein essenzieller Baustein der Aminosäure- und Proteinsynthese und damit unmittelbar an der Verwertung des aufgenommenen Stickstoffs beteiligt. Eine gleichzeitige Versorgung verbessert die N-Effizienz, stabilisiert die Bestandesentwicklung und unterstützt sowohl Ertrag als auch Qualität. Eine gemeinsame Applikation von Stickstoff und Schwefel zu Vegetationsbeginn stellt sicher, dass beide Nährstoffe synchron verfügbar sind. Dies ist ein Aspekt, welcher insbesondere angesichts reduzierter Schwefeleinträge aus der Atmosphäre immer wichtiger wird. PIAMON® 33-S als unstabilisierter Dünger oder getreide-power® neo-N als stabilisierter Mischdünger decken dieses Einsatzgebiet in bester Qualität ab.
Schnell gelesen
Die Stickstoffdüngung im Winterweizen steht in diesem Frühjahr unter besonderen Vorzeichen: das Ende einer langen Frostperiode ist erreicht, aber die Flächen sind noch lange nicht befahrbar. Eine Konzentration der Arbeitsspitzen kündigt sich an. Flexible Lösungen für die erste Stickstoffgabe sind erforderlich, um einen erfolgreichen Start in die neue Saison zu schaffen. Stabilisierte Harnstoffdünger aus Piesteritz ermöglichen eine effiziente Zwei-Gaben-Strategie, sichern die Nährstoffverfügbarkeit in der Wurzelzone und leisten einen wichtigen Beitrag zur Ertrags- und Qualitätssicherung.


