Winterraps: Früh geplant, effizient versorgt

Die meisten Winterrapsbestände sind infolge des wüchsigen Herbstes gut entwickelt in die Winterruhe gegangen. In diesem Jahr unterscheidet sich die Ausgangssituation jedoch deutlich von den Vorjahren: Über mehrere Wochen hinweg prägten niedrige Temperaturen, geschlossene Schneedecken und anhaltender Bodenfrost große Teile Deutschlands. Die Vegetation befindet sich entsprechend in einer ausgeprägten Winterruhe, und eine Befahrbarkeit der Flächen ist in vielen Regionen derzeit noch nicht absehbar.

Gleichzeitig endete am 1. Februar die gesetzliche Sperrfrist für die Stickstoffdüngung. Damit rückt die Frage nach der optimalen Strategie für die erste Gabe im Winterraps erneut in den Fokus, insbesondere unter den aktuell eingeschränkten Zeit- und Arbeitsfenstern.

Die erste Stickstoffgabe: physiologisch und agronomisch entscheidend

Winterraps zählt zu den Kulturen mit dem frühesten und dynamischsten Stickstoffbedarf im Frühjahr. Bereits vor dem Schossen werden erhebliche Mengen an Stickstoff aufgenommen, um Blattapparat, Wurzelmasse und Seitenverzweigung abzusichern. Eine verzögerte oder unzureichende Versorgung in dieser Phase kann später nur eingeschränkt kompensiert werden.

Von ebenso zentraler Bedeutung ist in dieser frühen Entwicklungsphase eine ausreichende Schwefelversorgung. Winterraps weist mit einem Bedarf von über 30 Kilogramm Schwefel pro Hektar einen der höchsten Schwefelansprüche aller Ackerkulturen auf. Schwefel ist unmittelbar an der Proteinsynthese beteiligt und Voraussetzung für eine effiziente Stickstoffverwertung. Ein Schwefelmangel limitiert daher nicht nur das Wachstum, sondern mindert auch die N-Effizienz deutlich.

Aus pflanzenphysiologischer Sicht ist es entscheidend, Stickstoff und Schwefel zeitgleich bereitzustellen, da beide Nährstoffe im Stoffwechsel eng miteinander verknüpft sind. Diese Anforderungen lassen sich besonders effizient über frühe Einmalgaben mit stabilisierten Stickstoff-Schwefeldüngern wie raps-power® neo-N erfüllen. Dieser stellt beide Nährstoffe im optimalen Verhältnis bereit und sichert durch die Ammoniumstabilisierung eine verlustarme und nachhaltige Wirkung, auch unter schwierigen Witterungs- und Bodenbedingungen.

Für einen schnellen, klassischen Vegetationsstart stehen zwar bewährte Stickstoff-Schwefeldünger zur Verfügung, jedoch ist deren Einsatz – abhängig von Standort, Bodenart und Niederschlagsverteilung – mit einem erhöhten Risiko der Nitratverlagerung und Auswaschung verbunden. Aus fachlicher und umweltrelevanter Sicht sollten Dünger ohne Nitrifikationsinhibitor daher möglichst erst ab sicherem Vegetationsbeginn eingesetzt werden. Insbesondere auf leichten Böden sowie in niederschlagsreichen Regionen ist das Verlustrisiko in der frühen Phase erhöht.

Zusätzlich erschwerend wirkt in diesem Jahr, dass vielerorts aufgrund des Bodenfrostes noch keine Bodenproben zur Bestimmung des mineralischen Stickstoffs gezogen werden konnten. Sobald der Boden auftaut und befahrbar ist, wird dies zu einer deutlichen Arbeitskonzentration führen, sowohl bei der Probenahme als auch bei der Düngerausbringung.

Stabilisierte Harnstoffdünger: hohe Effizienz bei begrenzten Zeitfenstern

Vor diesem Hintergrund bieten stabilisierte Harnstoffdünger eine besonders robuste und flexible Lösung für die Frühjahrsdüngung im Winterraps. Durch den Einsatz von Urease- und Nitrifikationsinhibitoren wird der Stickstoff über einen längeren Zeitraum pflanzenverfügbar gehalten und gezielt im Ammoniumstadium stabilisiert.

Die Vorteile im Überblick:

  • Zusammenfassung von Düngergaben: Einsparung einer Überfahrt im Raps
  • Schutz vor Auswaschung: Die Ammoniumstabilisierung reduziert Nitratverluste bei Niederschlagsereignissen.
  • Arbeitswirtschaftliche Entlastung: Kurze Befahrbarkeitsfenster können optimal genutzt werden und Arbeitsspitzen werden entzerrt.
  • Hohe N-Effizienz: Eine ammoniumbetonte Ernährung fördert die Wurzelentwicklung und verbessert die Stickstoffaufnahme.
  • Reduzierung von Lachgasemissionen: Die geringere Nitratbildung senkt das Risiko gasförmiger Stickstoffverluste.

Gerade weil sich jährlich die Witterungsbedingungen stark unterscheiden können ist eine Absicherung durch die stabilisierte Düngung wichtig. Dies zeigt auch unser langjähriger Anwendungsvergleich an Standorten in ganz Deutschland (Abb. 1). Die Ergebnisse von 40 Feldversuchen an 20 verschiedenen Standorten aus 5 Jahren belegen, dass Winterraps besonders gut auf die frühe Einmalgabe mit raps-power® neo-N anspricht und so höchste Samen- und Ölerträge erzeugt werden können. Aber auch das Splitting in zwei Gaben, eine unstabilisierte schwefelhaltige Komponente zum Start und im Anschluss das doppelt stabilisierte ALZON® neo-N (Harnstoff mit Urease- und Nitrifikationshemmer, jedoch ohne Schwefel), zeigen an allen Standorten solide Ergebnisse. Außerdem ist erkennbar, dass die Stabilisierung die Stickstoffverfügbarkeit nicht beeinträchtigt, im Gegenteil, die N-Effizienz steigt.

Schnell gelesen

Unter den diesjährigen Bedingungen – kräftige Herbstbestände, langer Winter mit Frost und Schnee sowie eingeschränkte Planbarkeit der Feldarbeiten – sind stabilisierte Harnstoffdünger im Winterraps eine ausgezeichnete Wahl. Sie verbinden pflanzenphysiologische Vorteile mit hoher N-Ausnutzung, Umweltwirkung und betrieblicher Flexibilität und stellen damit eine bewährte Strategie für die Stickstoffdüngung dar.