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Macht den Kohl nicht fett – Stickstoffdüngung im Kohlanbau

Kohl wird in Deutschland vor allem für die Humanernährung angebaut. Um den hohen Ansprüchen des deutschen Verbrauchers gerecht zu werden, wird der Ertrag häufig dem Produktionsziel „hohe Qualität“ untergeordnet.

Anbaudiagramm am Beispiel von China- und Weißkohl

Standortansprüche:

Kohlpflanzen haben einen hohen Wasserbedarf. Damit sind für den Kohlanbau tiefgründige, humose Lehmböden oder auch leichte Böden mit einem hohen Grundwasserstand ideal geeignet. Sind solche Flächen nicht zu erschließen, sollte darauf geachtet werden, dass eine Beregnung möglich ist.

 

Fruchtfolge:

Im Kohlanbau sollten aus phytosanitärer Sicht Anbaupausen von mindestens 4 Jahren eingehalten werden. In der Fruchtfolge dürfen sich keine anderen Kreuzblütler – hier vor allem auf Kohlhernie achten – befinden, um Kohlhernie zu unterdrücken. Auf das Vorkommen von Rübenzystennematoden ist ebenfalls zu achten.

 

Saat/Pflanzung:

Je nach Produktionsrichtung des Kohls, ob Frischmarktanbau oder Kohl für die industrielle Weiterverarbeitung, wird der Kohl ausgesät oder gepflanzt. Kohl im Frischmarktanbau wird gepflanzt, Kohl zur industriellen Verarbeitung gesät. Um Fehlstellen zu vermeiden werden zwei Körner je Saatstelle gelegt, die dann circa zwei bis vier Wochen nach der Saat per Handhacke vereinzelt werden.

 

Aussaattermine:

Weißkohl: Ende April bis Mitte Mai.

Chinakohl: Ende Juli bis Mitte August, häufig nach Wintergerste.

 

Düngung zu Weißkohl:

Ist der Boden in der Gehaltsklasse C für Kalium und Phosphat, so soll eine Erhaltungsdüngung von 320 kg/ha Kalium und 90 kg/ha Phosphat erfolgen. Im Bereich der Stickstoffdüngung darf maximal die Menge gedüngt werden, die bei der Düngebedarfsermittlung bestimmt wurde. Pauschal sollten aber vor der Saat 60 kg Stickstoff pro Hektar appliziert werden. Prädestiniert hierfür sind vor allem flüssige Düngemittel, wie ALZON® flüssig-S 22/4 oder ALZON® flüssig-S 25/6. Nach der Vereinzelung der Kohlpflanzen soll dann der am Ertrag ausgerichtete Düngebedarf vollständig aufgedüngt werden. Weißkohl hat außerdem einen hohen Schwefelbedarf. Im Laufe der Vegetation werden Schwefelmengen von über 100 kg/ha in der Biomasse gespeichert. Dementsprechend sollte auch die Schwefeldüngung berücksichtigt werden.

 

Düngung zum Chinakohl:

Ist der Boden in der Gehaltsklasse C, so sollen 70 kg/ha Phosphat und 180 kg/ha Kalium gedüngt werden. Der Kohl wird mit 210 kg/ha Stickstoff angedüngt und dann nach der Vereinzelung auf den vollen Düngebedarf aufgedüngt. 

 

Pflanzenschutz:

Beim Pflanzenschutz muss das Augenmerk auf die tierischen Schadorganismen gelegt werden. Neben dem Erdfloh werden die Kohlpflanzen häufiger von der mehligen Kohlblattlaus und verschiedenen Raupenarten befallen.

 

Ernte:

Der Erntezeitpunkt beim Weißkohl ist sortenabhängig und liegt zwischen Anfang September und Anfang November. Beim Chinakohl erfolgt die Ernte von Mitte Oktober bis Ende November. Geerntet wird per Hand. Zu frühe Erntezeitpunkte sind mit Ertragseinbußen verbunden, zu späte mit Qualitätsminderungen.

Eine Besonderheit beim Kohl – Das Wurzelwerk

Die verschiedenen Kohlarten, ob Blumenkohl, Brokkoli oder Kohlrabi unterscheiden sich in der Vegetationsdauer und dem Durchwurzelungspotenzial des Bodens. Kohlpflanzen haben ein schwaches Wurzelsystem und können in den untersten Bodenschichten keinen oder nur kaum Stickstoff erschließen. Dies muss bei der Stickstoffdüngung und somit auch bei der Düngebedarfsermittlung berücksichtigt werden. Für diese Berücksichtigung gibt es nach der Düngeverordnung bei der Entnahme von Nmin-Proben eine Sonderregelung (Tabelle 1).

Tabelle 1: Abweichende Probeentnahmetiefen zur Nmin-Bestimmung für Kohl-Kulturen (Düngeverordnung 2017)

Kultur Probeentnahmetiefe Nmin
Blumenkohl 60 cm
Brokkoli 60 cm
Kohlrabi 30 cm
Chinakohl 60 cm
Grünkohl 60 cm

Nährstoffnachlieferung aus den Ernterückständen

Nach der Kohlernte sind häufig hohe Nachernte-Nmin-Werte auf den Flächen zu verzeichnen. Zusätzlich gibt es je nach Kohlart eine Stickstoffnachlieferung von 30 bis 60 kg Stickstoff pro Hektar (LWK Schleswig-Holstein). Diese Nährstoffe müssen bei der nachfolgenden Düngeplanung und bei der Fruchtfolgegestaltung berücksichtigt werden (Tabelle 2).

Tabelle 2: Stickstoff-Nachlieferungspotenzial für die nach dem Kohl angebaute Folgekultur (Düngeverordnung 2017)

Kultur N-Menge, die für die Folgekultur berechnet werden muss
Blumenkohl 80 kg N/ha
Brokkoli 100 kg N/ha
Kohlrabi 30 kg N/ha
Chinakohl 45 kg N/ha
Grünkohl 35 kg N/ha

Grund dafür ist, dass es sich bei der auf dem Feld zurückbleibenden Biomasse um „junge“ Biomasse handelt. Diese grüne Biomasse weist ein sehr enges C:N-Verhältnis auf. Biomasse mit einem engen C:N-Verhältnis ist deutlich attraktiver für die abbauenden und umwandelnden Mikroorganismen im Boden. Die Folge: Der Stickstoff aus den Ernterückständen wird deutlich schneller mineralisiert.

 

Hohe Schwefelmengen bleiben auf der Fläche

Von den Kohlpflanzen wird viel Schwefel aufgenommen und in der Biomasse gespeichert. Ein Schwefelmangel führt zu deutlichen Ertragseinbußen. Da aber nur ein relativ kleiner Teil mit der Biomasse abgefahren wird, bleibt viel von dem in den Ernteresten gespeichertem Schwefel auf der Fläche zurück. Dieser wird im Laufe der Zeit im Boden durch Mikroorganismen mineralisiert. Kohlflächen weisen hohe Smin-Werte auf.

Schnell gelesen

Die Kultur Kohl zeichnet sich durch ein schwaches Wurzelwerk aus. Das bedeutet, dass nur Nährstoffe in den obersten Bodenschichten genutzt werden können. Wird dem Kohl ein Nitratdünger in Verbindung mit hohen Niederschlägen angeboten, dann kommt es zu einer Verlagerung des Nitrats in die Bodenschichten, welche die Pflanze kaum bis gar nicht erschließen kann. Dieses Problem wird durch den Einsatz von stabilisierten Stickstoffdüngern deutlich minimiert.

Die Biomasse aus den Ernterückständen vom Kohl weisen ein enges C:N-Verhältnis auf. Damit wird die Biomasse schnell mineralisiert und viel Stickstoff und auch viel Schwefel werden freigesetzt. Dies sollte bei der Fruchtfolgegestaltung und bei der Düngeplanung beachtet werden.


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