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Kein Winterquartier für den Zünsler

Landwirt im Zwickauer Land verbindet Feldhygiene nach dem Maishäckseln mit wassersparender Aussaat von Wintergerste

Im Kampf gegen den Maiszünsler hat Landwirt Martin Reinhart schon einige Erfahrungen gesammelt. "Da gibt es verschiedene Strategien, von der Fruchtfolge bis zum Einsatz chemischer und neuerdings auch biologischer Präparate. Entscheidend ist jedoch die Stoppelbearbeitung, um ein Überwintern der Larven zu verhindern", meint der 27-jährige. Er baut in Schönfels im Zwickauer Land (Sachsen) auf 80 ha lehmigen Sand mit durchschnittlich 35 BP unter anderem 20 ha Mais an.

Lebenszyklus des Schädlings unterbrechen

Tatsächlich weisen Pflanzenbauexperten immer wieder darauf hin, dass sich Krankheiten im Maisbestand und Infektionen in der Fruchtfolge durch eine intensive Stoppelbearbeitung nachhaltig entgegenwirken lässt. Zur Erntezeit sind die Larven des wirtschaftlich bedeutsamsten Maisschädlings nach ihrer Wanderung durch die Pflanze im Stängelfuß angekommen. Dort wollen sie überwintern, um nach dem Schlüpfen als Zünslerfalter mit der Eiablage in benachbarten Maisfeldern den Lebenszyklus erneut zu starten. Beim Überwintern widerstehen die Larven Temperaturen bis -25 °C. Ihr größter Feind ist jedoch die Nässe. Deshalb sollten die Maisstoppeln möglichst bis zum untersten Internodium (Sprossenabschnitt) gebrochen, zerschlagen und am besten der Länge nach zerfasert werden, damit Feuchtigkeit eindringen kann.

Messer zerfasern Stoppeln mit Kreuzschnitt

Beim Betriebsbesuch hat Reinhart bereits einen Feldabschnitt bearbeitet. Er steigt vom Traktor, geht im Arbeitsstreifen in die Hocke und zieht mit den Händen eine der zerfaserten Stängelabschnitte auseinander. "Das saugt die Feuchtigkeit regelrecht ein", sagt er. Er ist mit dem Ergebnis zufrieden. Keine Selbstverständlichkeit, denn in diesem Jahr probiert der Landwirt etwas Neues. Am Fronthubwerk des Valtra T234 Direct ist die erst seit kurzem erhältliche InnoMade Messerwalze montiert. Sie wurde vom mittelständischen Landtechnikhersteller Eidam entwickelt. Zu den Besonderheiten zählen zum einen die in Einzelabschnitte aufgeteilte Messerwalze. In jedem der gefedert aufgehängten Segmente laufen zwei Messerwalzen hintereinander und versetzt angeordnet. Ziel der Konstruktion ist ein ganzflächiges Schneiden sowie eine gute Bodenanpassung bei möglichen Arbeitsgeschwindigkeiten von 20 bis 25 km/h. Zum anderen fällt die starke und zwischen der vorderen und hinteren Walze gegensätzliche Verdrehung der jeweils sechs Messerklingen ins Auge. Dadurch entsteht ein Kreuzschnitt. Außerdem hat immer nur ein sehr kurzer, punktartiger Abschnitt der Messer Bodenkontakt. Auf diesem liegt dann aber die ganze Last der Maschine.

Mulchereinsatz zeitraubend und teuer

Bislang hat Reinhart seine Maisstoppelflächen gemulcht. Ein spritschluckender und zeitaufwendiger Arbeitsgang, der ihn schon lange nervte. "Und was am Boden liegt, erwischt der Mulcher ohnehin nicht", zeigt er auf einen vom Häcksler bei der Ernte vor einer Woche niedergedrückten Stängel. Bei der Suche nach Alternativen stieß der Landwirt auf die neuartige Messerwalze und lieh sie sich für einen Test vom Hersteller aus.

Die beiden äußeren Segmente des in dieser Ausführung ansonsten 5 m breiten Gerätes sind hochgeklappt, so dass sich eine Arbeitsbreite von 3 m ergibt. Der Grund: Reinhart setzt noch eins drauf. Hinter dem Traktor läuft nämlich eine Mzuri Sämaschine Pro-Til 3T mit ebenfalls 3 m Arbeitsbreite. Der Frontanbau der Messerwalze hat in diesem Falle nicht nur den Vorteil, dass die Messer in die Pflanzenreste greifen, bevor sie der Traktor überrollt. Zugleich dient das Gerät als Frontgewicht.

Geräte-Doppel spart Zeit und schont den Boden

Mit dem Einsatz des Geräte-Doppels, das die Stoppelbearbeitung für die Feldhygiene mit der Aussaat der Folgefrucht Wintergerste verbindet, will Reinhart gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: "Zunächst mal spare ich eine komplette Überfahrt, die ja auch immer mit Bodenverdichtung verbunden ist. Und obwohl die Arbeitsgeschwindigkeit in dieser Konstellation auf 10 bis 12 km/h begrenzt ist, macht die Messerwalze offensichtlich ihren Job. Außerdem ergänzt sich das Frontgerät perfekt mit der schonenden und durch die geringe Bodenbewegung wasserkonservierenden Arbeitsweise der Mzuri-Drille, die bei uns schon seit einigen Jahren zum Einsatz kommt", begründet er die Entscheidung für das kombinierte Verfahren. Die Sämaschine Pro-Til lockere mit den vorlaufenden schmalen Scharen nur die Streifen, in denen die Ablage der Körner erfolgt. Dadurch werde lediglich ein Drittel der Fläche bearbeitet, die Feuchtigkeit im Boden gehalten und Erosionen durch Wind und Wasser vorgebeugt. "Außerdem behäufelt die Sämaschine die zerfaserten Maisstoppeln mit etwas Erde und regt so die Rotte an", verweist Reinhart auf ein zusätzliches Plus.

Für ihn liegen die Vorteile des kombinierten Verfahrens nach der Maisernte auf der Hand. Ob es auch praktisch funktioniert, wird sich beim Auflaufen der Gerste und der Pflanzenentwicklung im Frühjahr zeigen. Dass dies, wenn überhaupt, nur sehr wenige Zünslerlarven erleben, dessen ist sich der Schönfelser Landwirt allerdings ziemlich sicher.

Schnell gelesen

Die intensive Bearbeitung der Maisstoppeln ist ein nachhaltiger Schutz gegen den Maiszünsler. Landwirt Martin Reinhart setzte für diese phytosanitäre Maßnahme erstmalig eine neuartige Messerwalze ein. Durch die Kombination mit einer bodenschonend arbeitenden Sämaschine spart er einen Arbeitsgang und erwartet darüber hinaus eine Reihe positiver pflanzenbaulicher Effekte.


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