Früh gedüngt – trotzdem effizient: Stabilisierung macht den Unterschied

Die Aussaat von Mais steht zwar noch einige Wochen bevor, doch bereits jetzt werden in vielen Betrieben die entscheidenden Weichen für eine erfolgreiche Bestandesentwicklung gestellt. Gerade bei der Stickstoffdüngung, oft in Form von Wirtschaftsdüngern, lohnt sich eine frühzeitige Planung, denn Witterungsverlauf, Bodenvorräte und die Wahl der Düngestrategie bestimmen maßgeblich, wie effizient der Mais den verfügbaren Stickstoff nutzen kann.

In der Praxis richtet sich der Zeitpunkt der Ausbringung organischer Dünger jedoch häufig weniger nach dem tatsächlichen N-Bedarf der Maispflanze als nach arbeitswirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Verfügbarkeit von Lohnunternehmern, Befahrbarkeit der Flächen und geeignete Witterungsfenster bestimmen oft den Termin der Ausbringung. Dabei kommen heute neben klassischer Rinder- oder Schweinegülle in vielen Betrieben zunehmend Gärreste aus Biogasanlagen zum Einsatz.
Dadurch erfolgt die Düngung vielerorts deutlich früher, als es dem späteren Stickstoffbedarf der Kultur entspricht. Mais nimmt den größten Teil seines Stickstoffs erst vom Beginn des Streckungswachstums bis zur Blüte auf. Zwischen Düngung und tatsächlichem Bedarf liegt damit häufig ein Zeitraum von mehreren Wochen, in dem der Stickstoff verschiedenen Verlustrisiken ausgesetzt ist.
Gerade bei Gärresten ist dieser Zusammenhang besonders relevant: Durch den Vergärungsprozess liegt ein großer Teil des Stickstoffs in direkt pflanzenverfügbarer Ammoniumform vor. Ohne entsprechende Stabilisierung kann dieses Ammonium jedoch relativ schnell zu Nitrat umgewandelt werden und ist damit anfällig für Verlagerung oder Auswaschung.
Um diese Risiken zu mindern, sollte das Ammonium sowohl in Mineraldüngern als auch in organischen Düngern wie Gülle und Gärresten stabilisiert werden. Dadurch wird der Stickstoff länger in pflanzenverfügbarer Form im Boden gehalten und vor Verlagerung geschützt. Gleichzeitig lassen sich auch gasförmige Verluste wie Lachgas und elementarer Stickstoff deutlich reduzieren, ein doppelter Gewinn für Umwelt und Wirtschaftlichkeit.

Bei frühen Ausbringungsterminen organischer Dünger sollten 5 bis 6 l/ha PIADIN® als Ammoniumstabilisator zugegeben werden. Rückt der Düngetermin weiter ins Frühjahr und damit näher an die Aussaat heran, kann die Aufwandmenge auf 4 bis 5 l/ha reduziert werden. Die Ausbringung stabilisierter Dünger ist sogar bereits zwei bis drei Wochen vor der Saat möglich – unabhängig davon, ob organisch oder mineralisch gedüngt wird. Das hierdurch vergrößerte Zeitfenster für die Ausbringung ist arbeitsorganisatorisch und im Hinblick auf Befahrbarkeit und Bodenfeuchte von großem Vorteil.
Im Ertrag sind die Stabilisierungseffekte deutlich zu erkennen. Der Einsatz von PIADIN® zu Gülle führte im Mittel über 5 Jahre in verschiedensten Regionen Deutschlands zu einer signifikanten Erhöhung von Ertrag und N-Entzug (Abb. 1).

Mineralische und organische Düngung geschickt und ertragssteigernd miteinander kombiniert
Da die Ausbringung von Stickstoff aus Wirtschaftsdüngern nach Düngeverordnung auf maximal 170 kg Gesamt-N je Hektar begrenzt ist – was je nach N-Wirkung etwa 100 bis 120 kg anrechenbarem Stickstoff entspricht – reicht die Wirtschaftsdüngung in vielen Betrieben nicht aus, um den Stickstoffbedarf von Mais vollständig zu decken. Daher ist häufig eine ergänzende mineralische Düngung erforderlich.
Hier bieten sich Dünger aus der ALZON®-Familie an. Ob fest oder flüssig, mit oder ohne Schwefel – durch den enthaltenen Nitrifikationsinhibitor sind diese Produkte ein idealer Partner zur Wirtschaftsdüngung. Wird ein bereits N-stabilisierter ALZON®-Dünger eingesetzt, kann der PIADIN®-Einsatz entsprechend reduziert oder unter bestimmten Voraussetzungen sogar ganz entfallen.
Erfolgen Wirtschaftsdüngung und die Ausbringung eines ALZON®-Düngers zeitlich und räumlich eng beieinander und werden dabei mindestens 80 kg N/ha mineralisch stabilisiert gedüngt, kann damit auch der Stickstoff aus dem Wirtschaftsdünger mit stabilisiert werden. Auf Betrieben, die aufgrund eines hohen Wirtschaftsdüngeraufkommens keine 80 kg N/ha als ALZON® düngen können, lässt sich die fehlende Stabilisierungswirkung durch die Zugabe von etwa 3 l/ha PIADIN® zum Wirtschaftsdünger ausgleichen. Voraussetzung ist, dass in beiden Produkten der gleiche Wirkstoff eingesetzt wird – was bei PIADIN® und den Düngern der ALZON®-Familie der Fall ist.
Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil der Stabilisierung ist die Möglichkeit zur Gabenzusammenfassung. Dadurch kann häufig auf eine zweite Überfahrt verzichtet werden. Gleichzeitig wird ein typisches Problem späterer mineralischer Nachdüngungen vermieden: Pflanzenschäden durch Düngerkörner, die in den Blattachseln liegen bleiben. Mit zunehmendem Entwicklungsstadium der Maispflanzen steigt das Risiko solcher Schäden deutlich an.

Wie sich die Ammoniumstabilisierung auf Erträge und N-Entzug selbst an einem trockenen Standort auswirkt, zeigen Versuchsergebnisse aus Cunnersdorf (Abb. 2). Sowohl in den rein organisch gedüngten Varianten als auch in den Behandlungen mit mineralischer Aufdüngung mit PIASAN®-G 20/8 konnten durch Zugabe von PIADIN® in die Gülle Ertrag und N-Entzug noch gesteigert werden.

Diese positiven Effekte lassen sich durch bekannte pflanzenphysiologische Vorteile einer ammoniumbetonten Ernährung erklären.
Zum einen fördert Ammonium das Wurzelwachstum und die Wurzelverzweigung. Dadurch können die Keimwurzeln rasch einen größeren Bodenraum erschließen und die Versorgung mit Wasser und Nährstoffen in der Jugendphase absichern. Diese frühe Nährstoffaufnahme ist entscheidend, um die Pflanze bis zur Ausbildung der sprossbürtigen (nodalen) Wurzeln ausreichend zu versorgen.
Zum anderen führt die Aufnahme von Stickstoff in Ammoniumform (NH4+) zur Abgabe von Protonen in die Rhizosphäre. Dadurch sinkt der pH-Wert im unmittelbaren Wurzelbereich vorübergehend ab. Phosphor sowie einige Mikronährstoffe wie Eisen, Mangan und Bor werden unter diesen Bedingungen besser pflanzenverfügbar. In Kombination mit einer intensiveren Durchwurzelung des Oberbodens kann insbesondere das relativ immobile Phosphat effizienter aufgenommen werden. Eine ausreichende Phosphorversorgung ist gerade in der frühen Entwicklungsphase der Maispflanzen von großer Bedeutung.
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Ammoniumstabilisierte Düngung wirkt sich auch bei Mais in vielerlei Hinsicht vorteilhaft aus. Sie fördert das Wurzelwachstum in der so wichtigen frühen Entwicklungsphase von Maispflanzen und erhöht die Verfügbarkeit wichtiger Nährstoffe (insbes. Phosphat) über einen längeren Zeitraum. Zusätzlicher Bonus ist die verringerte Umweltbelastung durch Nitratauswaschung oder Ausgasung von Lachgas und elementarem Stickstoff.
Dank der Stabilisierung wird die gesamte N-Menge in einer Gabe appliziert. Das Risiko von Pflanzenschäden bei der zweiten Überfahrt entfällt damit vollständig. Die Möglichkeit der Düngung weit vor dem eigentlichen Pflanzenbedarf erlaubt maximale Flexibilität in der Wahl des Düngungszeitpunktes.
Organische Düngung wird häufig durch eine mineralische Gabe ergänzt. Passende Partner aus dem Hause SKW Piesteritz stehen mit der ALZON®-Familie in fester und flüssiger Form zur Verfügung.
