Kaum pflanzenverfügbarer Stickstoff in der Ackerkrume vorhanden

Aktuelle Ergebnisse aus Nmin-Untersuchungen zeigen, dass die Stickstoffvorräte weitgehend erschöpft sind. Schwefel ist ebenfalls nur in geringer Menge in der Ackerkrume zu finden. Die Sperrfrist ist zwar vorüber, jedoch ist die hohe Wassersättigung ein Grund, der eine Düngung auf nasseren und schwereren Standorten behindert.

Die Wassersättigung ruft nach Nitrifikationsinhibitoren

Sobald Befahrbarkeit auf den Flächen gegeben ist, wird eine Gülledüngung im Rahmen des Möglichen durchgeführt. Wo Bestände nicht allzu üppig entwickelt sind, ist eine mineralische Ergänzungsdüngung mit einem Stickstoff-Schwefel-Dünger erforderlich. Üppige Bestände sollten erst später mineralisch gedüngt werden. Spätsaaten sollten zunächst mit einer größeren Menge Stickstoff-Schwefel-Dünger wie z. B. 2 dt/ha PIAMON® 33-S angedüngt werden und die Güllegabe erst erhalten, wenn die Pflanzen wenigstens vier Blätter haben. PIADIN® als Stickstoffstabilisator zur Gülle kann auch unter diesen eher schwierigen Bedingungen zum Einsatz kommen.

Nachfolgend gibt es die Antworten zu den drei häufigsten Fragen zur Anwendung von PIADIN®, weil es gerade jetzt, wo die Düngung aufgrund der erwarteten Regenereignisse nur stockend vorankommt, immer wieder Unsicherheiten oder Befürchtungen gibt:

1. Wie hoch muss PIADIN® dosiert werden? Reichen nicht auch 2 bis 3 l/ha – dann habe ich ja auch frühen Stickstoff, oder?

Um den Monatswechsel Februar/März sollte die Aufwandmenge von 5 l/ha nicht unterschritten werden. Mit der Aufwandmenge von 2 oder 3 l/ha erreicht man keine Teilstabilisierung. So etwas gibt es nicht. Entweder ist für alle Nitrosomonas genug Wirkstoff da, dann erreicht man den Zustand der Ammoniumernährung, oder man dosiert zu wenig, dann erreicht man diese Effekte nicht. Lediglich in der Streifenablage von Gülle als Unterfußdünger reicht diese Aufwandmenge, da Wirkort und N-Angebot räumlich stark begrenzt sind.

2. Wann kommt der Stickstoff? Macht eine Stabilisierung auch im März noch Sinn?

Der Stickstoff ist schon da. In dem Moment, wo Ammoniumstickstoff aus der Gülle im Boden in Lösung geht, steht den Pflanzen Stickstoff zur Verfügung – nur eben nicht als Nitrat, dass vielfach noch als einzig wirksame Stickstoffform angesehen wird. Das erklärt auch, dass der Einsatz auch bis in den April hinein Sinn macht. Der Stickstoff wird nicht festgelegt, sondern die Pflanzen kommen in den Genuss der vorteilhaften Ammoniumernährung.

3. Wie bekomme ich PIADIN® in die Gülle und kann ich das nicht einfach im Güllekeller einmischen?

Es gibt von mehreren Herstellern Dosieranlagen, die für die Anwendung in größerem Rahmen auch schnell rentabel sind. Dort, wo keine Dosieranlage verfügbar ist, ist es ausreichend, das PIADIN® zu Beginn des Befüllvorgangs fassweise zu dosieren. Das kann z. B. mit einem Schlauch auf dem Belüftungshahn der Saugleitung erfolgen. Bei Vakuumfässern ohne Beschleuniger macht es Sinn, die Menge PIADIN® mit Wasser zu verlängern, so dass PIADIN® über das gesamte Befüllen dosiert wird.