Fachberater Westliches Niedersachsen

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Rapsdüngung – wenn, dann nur noch mineralisch
Aufgrund schwieriger oder mangelnder Befahrbarkeit in den Vorwochen muss Raps mancherorts noch aufgedüngt werden. Da der Raps mehrheitlich bis BBCH 51 und weiter entwickelt ist, sollte diese Maßnahme alsbald erfolgen. Aufgrund der fortgeschrittenen Entwicklung sollte eine eventuell geplante Gülleapplikation durch Mineraldünger ersetzt werden. Eine Flüssigdüngeranwendung mit Schleppschläuchen ist hier eine gute Wahl. Eine langsame Fahrt ist dabei dann wichtig. Aufgrund hoher Temperaturen ist der Zuflug neuer Insekten wahrscheinlich. Die Gelbschalen und Knospen sollten unbedingt regelmäßig kontrolliert werden.

Frühjahr- und Vorsommertrockenheit im Hinterkopf behalten
Wintergerste, Winterweizen und Triticale befinden sich zwischen BBCH 30 und 31. Spätsaaten liegen noch zurück. Normalsaaten wie Winterroggen erreichen BBCH 31. In der Karwoche ist es deutlich kälter geworden und es friert sogar nachts. Daher kommen die Kulturen auch nicht wirklich voran. Die Erfahrung mit Frühjahrs- oder Vorsommertrockenheiten lehrt, dass die aktuell gute Befahrbarkeit und die hervorragende Bodenfeuchtigkeit genutzt werden sollten, um Stickstoff im Wintergetreide auszubringen.
Gülle kommt noch nicht
Da im Getreide die Applikation der Gülle witterungsbedingt erst recht spät erfolgt ist, steht aus dem organischen Anteil der Gülle bislang kein Stickstoff zur Verfügung. Das Getreide geht aber in die Ausbildung des Spitzenährchens und dann in die Anlage von Körnern pro Ähre und braucht deshalb pflanzenverfügbaren Stickstoff, damit die Ausbildung dieser ertragsbildenden Faktoren abgesichert ist und es nicht zur Reduktion kommt. Dieser „Stickstofflücke“ würde eine mineralische Ergänzungsdüngung helfen, sofern die Düngebedarfsermittlung dies erlaubt. Stickstoffgaben größer 60 Kilogramm pro Hektar können in stabilisierter Form mit den ALZON®-Düngern appliziert werden – Applikationsmengen darunter mit traditionellen Düngemitteln PIASAN® 28 oder PIAGRAN® pro.
Mein Tipp
Bringen Sie Düngung und Pflanzenschutz in eine sinnvolle Reihenfolge. Es ist der Verträglichkeit von Flüssigdüngern abträglich, wenn Fungizidreste z. B. aus einer Rapsspritzung noch in der Spritze enthalten sind. Nach einer Herbizidapplikation sollte sieben Tage gewartet werden, bis Flüssigdünger aufgebracht wird. Andersrum sollten nach einer Flüssigdüngerapplikation ca. vier Tage oder ein ordentlicher Regenschauer abgewartet werden, bis eine Pflanzenschutzmaßnahme durchgeführt wird. Daher empfiehlt sich die Reihenfolge: Flüssigdünger → Pflanzenschutz Raps → Pflanzenschutz Getreide
