Jubiläum der Grünen Woche

Was vor mehr als 100 Jahren mit Ständen von Handwerk und Industrie mit Produkten für Bauern begann ist heute mehrheitlich eine Produktschau für Lebensmittel aus aller Welt. Ursprung war die Jahrestagung der DLG in Berlin mit Bauern aus dem ganzen Land, welchen man mehr oder weniger frei Waren auf der Straße anbot. Aus diesen Anfängen wurde eine professionelle Landwirtschaftsausstellung am Kaiserdamm organisiert, die für Ordnung sorgte und viele Märker anlockte. Da die Verbundenheit mit der Landwirtschaft auch noch in Berlin sehr stark verankert war, wurde die Messe ein voller Erfolg. Landwirtschaftliche Technik oder Stallausrüstung spielt heute nahezu keine Rolle mehr, ganz am Rande gibt es einen vollelektrischen Traktor oder einen autonomen Weinbergschlepper zu sehen, hier tummeln sich aber nicht die Massen.
Die Grüne Woche ist aber eben nicht nur eine Messe für die Allgemeinheit, zahlreiche Parallelveranstaltungen sind in den Zeitplan eingebunden. So findet auch die GFFA (Global Forum for Food and Agriculture) statt, wobei viele Agrarminister dieser Welt (Agrarministerkonferenz) vor Ort sind. Der Termin wird für politische Demonstrationen wie „Wir haben es satt“ genutzt. Auch die Landwirte selbst haben schon zur Grünen Woche demonstriert. Innerhalb und außerhalb der Mauern der Messe Berlin geht es in dieser Woche nicht nur um Lebensmittel, sondern auch um Lifestyle und Weltanschauung.
Im Jahr 2026 fand noch nicht die einhundertste Ausgabe der Grünen Woche statt, aber vor 100 Jahren feierte man die erste Eröffnung der heute international wichtigsten Messe für Ernährungswirtschaft, Landwirtschaft und Gartenbau. Der Name kommt wohl ursprünglich von den grünen Joppen, die die Bauern und Förster bei der Jahrestagung trugen und so auf den Berliner Straßen ins Auge fielen, was die Presse dankbar aufgenommen hatte.
