Grünlandpflege
Nach der ersten N-Gabe ist es Zeit, an das Grünland zu denken. Die Niederschläge des Wochenendes haben die Befahrbarkeit teilweise wieder zunichte gemacht, dennoch sollten die Schlepp-, Walz- und Pflegearbeiten frühzeitig eingeplant werden. Eine gute Walzarbeit gelingt nur, genau wie auf dem Silo, wenn langsam gefahren wird. Um einen guten Bodenschluss und eine glatte Wiese zu erreichen darf die Geschwindigkeit auch mit schweren Walzen 10 km/h nicht überschreiten, wenngleich die Dieselrösser heute deutlich höhere Hektarleistungen hergeben würden. Entscheidend für die Qualität des Grundfutters ist nicht nur eine gute Narbenzusammensetzung, sondern auch der Verschmutzungsgrad. Auf einer glatten Wiese wird weniger Schmutz ins Futter geschwadet.
Schmackhaftes Futter kann auch Kräuter enthalten, nur giftige Pflanzen sollten nicht Überhand nehmen. Auf dem Niedermoorgrünland macht vor Allem Hahnenfuß Probleme. Im Heu ist Hahnenfuß unproblematisch, in der Silage aber gibt es Probleme mit der Fruchtbarkeit der Tiere. Ein weiteres Problemunkraut, wenn auch nicht stark giftig, ist der Ampfer. Wenig schmackhaft und ertragreich werden die Gräser großflächig verdrängt.
Auf den mineralischen Standorten macht das Jakobskreuzkraut immer mehr Probleme, diese Pflanze ist hochgiftig, nicht nur für Pferde. Löwenzahn macht sich auf vielen ungepflegten Standorten breit und verdrängt ebenso die wertvollen Gräser, wenn auch nicht giftig.
Für die Düngung des Grünlandes gibt es viele Möglichkeiten, die Faustregel 2 zu 1 zu 3 (N zu P2O5 zu K2O) kann als Richtwert herangezogen werden. Stickstoff dient als Ertragsmotor, Phosphat ist für die Futterqualität unerlässlich, Kaliumoxid dient der Trocken- und Krankheitstoleranz. Ist Kalium im Mangel, reagiert das Grünland sehr schnell mit Ertragsdepressionen, bei Phosphat ist das nicht in dem Maße der Fall. Auf Phosphat sollte dennoch nicht verzichtet werden, denn Phosphat muss im Mineralfutter für Milchkühe sehr teuer zugekauft werden und ist am Ende doch nicht so verfügbar. Die Milchleistung aber auch die Schlachtkörperqualität leidet sehr stark bei einem Phosphatmangel im Stoffwechsel der Rinder, daher ist die Düngung die billigste Lösung. Magnesium sollte ebenso bedacht werden, denn die zentrale Rolle im Chlorophyll und bei der Verlagerung der Nährstoffe dürfte jedem bekannt sein (bei Weidegang auch Weidetetanie bedenken). Schwefel sollte in ähnlicher Höhe wie Magnesium appliziert werden, 25 kg sind in der Regel ausreichend.
Aus dem Hause SKW Piesteritz kann PIAMON® 33-S genauso wie stabilisierte Düngemittel (raps-power® neo-N, ALZON® neo-N) zum Einsatz kommen. Eine gute Lösung ist auch Flüssigdünger, gerade bei vielen Gräben kann so randgenau appliziert werden. Die Gräben wachsen nicht so stark zu und die Wasserregulierung funktioniert besser. Des Weiteren kann das Schilf vom Rand her stärker unterdrückt werden.
Für eine spätere Düngung (Sommer) sollte bei der Harnstoffdüngung ohne Schwefelkomponente auf den Einsatz eines Ureaseinhibitors geachtet werden, vor allem auf Standorten mit hohem pH-Wert, hier empfiehlt sich PIAGRAN® pro.
