Nicht zögern
Die vielen Sonnenstunden der letzten Tage haben den Boden nicht nur aufgetaut, an der Oberfläche hat sich die Krume bereits erwärmt. Das sind gute Aussichten für das Pflanzenwachstum. Zum Teil ist der Farbumschlag bereits sichtbar. Die nun vorherrschenden trockenen Bedingungen müssen unbedingt für die Düngung genutzt werden, da der Boden noch über ausreichend Feuchtigkeit zur Verteilung der Nährstoffe verfügt. In zwei Wochen kann sich dieser Idealzustand auf sandigen Standorten bereits drastisch verschlechtert haben, nämlich dann, wenn ein Regenschauer ausbleibt. Das muss die Lehre aus der Mehrheit der letzten Jahre sein: Düngemittel mit Nitrifikationsinhibitor spielen am Anfang der Saison alle Trümpfe aus.
Die Gefahr einer Stickstoffverlagerung in tiefere Schichten ist nicht unbegründet aber zwischen Elbe und Oder oft unwahrscheinlich, weil die Vorsommertrockenheit bereits im März beginnt. Regenmengen von weniger als 30 mm pro Monat sind keine Seltenheit. Daher ist die Zusammenfassung von Stickstoffteilgaben eine der sichersten Methoden, um Kulturpflanzen in der Mark sicher zu ernähren. Das geht aber nicht mit jedem Düngemittel. Sicher können hier alle ALZON®-Produkte empfohlen werden. Eine Pseudostabilisierung von Nitratdüngemitteln ist hier nichts wert, weil die vielfältigen Vorteile der vorwiegenden Ammoniumernährung nicht erreicht werden können, wobei Mengen bis 20 Prozent Nitrat im Verhältnis zur Gesamt-N-Menge unkritisch sind.
Oft drehen sich Diskussionen um die Bestockungsleistung von Stickstoffdüngemitteln, hier sei erwähnt, dass die Bestockungsleistung nicht nur eine Frage der N-Form, sondern auch eine Funktion der N-Menge ist. Weil bei der vorwiegenden Ammoniumernährung aber Gaben zusammengefasst werden, verdoppelt sich in aller Regel die N-Menge zur ersten Gabe. Eine abweichende Bestockungsleistung der Bestände ist daher nicht wahrnehmbar. Der Vorteil liegt gerade in der Möglichkeit der Gabenzusammenfassung. Zum einen, weil man im oft sehr trockenen April nicht nachdüngen muss und die Pflanzen weiterhin gut mit Stickstoff bis zur Qualitätsdüngung versorgt sind. Zum anderen, weil man eben mit der vorwiegenden Ammoniumernährung (in Abgrenzung zu nitratfrei) Gaben zusammenfassen kann ohne Luxuskonsum zu erzeugen.
Am Ende bleibt die Frage, wieviel kann man ernten und wie viele Triebe benötigt man dafür eigentlich? In aller Regel sind bei Saatzeiten zwischen Mitte September und Mitte Oktober mit angepasster Saatstärke gut entwickelte Bestände vorhanden, welche keine zusätzliche Bestockungsleistung nötig haben. Das kann man leicht ausmultiplizieren. Gerste und Roggen sowie Weizen erreichen regelmäßig Einzelährengewichte von mehr als 1,5 g/Ähre (Spitzensorten erreichen bis 2 g/Ähre bei Weizen). Für 8 t/ha Ertrag sind daher selten mehr als 500 ährentragende Halme/m2 notwendig. Am Ende geht es bei der Stickstoffdüngung nämlich gar nicht um Bestockungsleistung. Bei einer Saatstärke von 220 keimfähigen Körnern/m2 und oft drei kräftigen Trieben/Pflanze (späte Septembersaat) sind keine zusätzlichen Bestockungstriebe notwendig. Der Bestand muss vielmehr mit Augenmaß in die nächste Phase geführt werden, nämlich der Reduktion ab etwa BBCH 32. Das Problem an der Reduktion von Trieben ist jedoch, dass sich in dieser Phase die Ähre massiv entwickelt (große Periode) und der Bestand vergleichsweise sensibel ist. Warum also von einem Extrem ins andere fallen und erst über Gebühr Triebe aufbauen (Luxuskonsum durch hohe Nitratfrachten), welche schließlich sowieso wieder massiv reduziert werden. Weil sich die Gesamtmenge der Assimilate letztlich durch die Anzahl der Körner/m2 teilt, bedeuten viele Ähren, weniger Blütchen/Ähre oder viele kleine Körner in den Ähren. Mit der vorwiegenden Ammoniumernährung durch ALZON®-Düngemittel gibt es solche Probleme nicht. Der Bestand entwickelt sich harmonisch zu Gunsten einer guten Kornausbildung. Denn durch die Gabenzusammenfassung ist zum Zeitpunkt der großen Periode von Mitte April bis Mitte Mai (BBCH 32 bis BBCH 37/39) in jedem Fall ausreichend pflanzenverfügbarer Stickstoff im Boden vorhanden, es gibt auch unter extremer Trockenheit kein Ernährungsproblem.
Der Vorteil der vorwiegenden Ammoniumernährung liegt zusätzlich in der Prävention vor Trockenheit durch ein nachweislich, besseres Wurzelwachstum. Das Pro liegt dabei nicht in der Wasserverfügbarkeit, sondern in der Nährstoffverfügbarkeit bei einem angespannten Bodenwasservorrat ab Anfang/Mitte Mai (vorher wird es selten kritisch). Die Nährstoffaufnahme aus dem Boden in die Wurzel funktioniert im Wechselwirkungsbereich ca. 1 mm um die Wurzel sehr gut, weil die Wurzel auch Schleimstoffe absondern kann oder in Beziehung zum Bodenleben steht. Weitere Entfernungen können von Nährstoffen unter trockenen Bedingungen nur sehr schlecht überwunden werden, weil das Transportmedium Wasser nicht ausreichend locker vorhanden ist. Daher sind mehr aktive Feinwurzeln im vergleichbaren Bodenvolumen ein enormer Vorteil unter den trockenen Bedingungen Ostdeutschlands. Darauf sollte man nicht verzichten.
