Schwefelmangel rechtzeitig erkennen

Latenter Schwefelmangel bleibt oft unbemerkt – der Ertrag geht jedoch zurück. Es sollte deshalb frühzeitig untersucht werden, ob ein Risiko für Schwefelmangel besteht.

Visuelle Diagnose

Wenn der Schwefelmangel im Bestand sichtbar ist, handelt es sich meist schon um einen akuten Mangel.

Smin-Untersuchung

Die Smin-Untersuchung erfolgt zusammen mit der Nmin-Analyse. Festgestellt wird der Sulfatgehalt (SO4) im Boden. Für die Ermittlung des Schwefelbedarfs ist die Methode gut geeignet. Jedoch korrelieren Smin- und Düngebedarf aufgrund der hohen räumlichen und zeitlichen Variabilität wenig miteinander. Somit ist die Aussagekraft vergleichsweise gering. Eine Schwefeldüngung sollte schon bei Gehalten von weniger als 60 kg S/ha erfolgen.

Pflanzenanalyse

Die Blattuntersuchung zeigt den Schwefelbedarf sehr gut an. Für die Einschätzung des Düngebedarfs ist diese Untersuchungsmethode in der aktuellen Vegetationsperiode meist zu spät, weil die Beprobung meist im Hauptwachstum erfolgt. Für die Folgejahre sind aber die Informationen sehr gut zur Abschätzung geeignet.

Pflanzenanalyse zur Bestimmung des Schwefelgehalts in unterschiedlichen Kulturen (Bergmann, 1983)
Pflanzenart Probenahmetermin Pflanzenteil Richtwerte für ausreichende Schwefel-Gehalte (% TS)
Winterraps Grünpflanze Gesamte oberirdische Pflanzenmasse > 0,65
Winterweizen Bestockung gesamte oberirdische Pflanze > 0,7
Zuckerrübe 6 – 8 Wochen nach Aufgang Blattspreiten aus mittlerem Blattkranz > 0,04 – 0,32
Wiesengras 1. Schnitt Gesamte oberirdische Pflanzenmasse > 0,2 – 0,4

Schwefelschätzrahmen

Der Schwefelschätzrahmen ist hilfreich für die Einschätzung der Notwendigkeit einer Schwefeldüngung. Berücksichtigt werden detailliert Boden-, Standort- und Witterungsverhältnisse.

Drei Stufen werden unterschieden:

  • Mangel wahrscheinlich - Düngung notwendig
  • Düngung empfehlenswert
  • Schwefelmangel nicht zu erwarten

Schwefelmangel

Schwefelmangel verursacht ähnliche Symptome wie Stickstoffmangel.

Schwefel oder Schwefelverbindungen sind in der Pflanze kaum bis gar nicht verlagerbar. Durch diese schlechte Retranslokation (Verlagerung) treten bei einem Schwefelmangel die Symptome immer an den Blättern auf, wo ein Schwefelmangel präsent war. Ist der Schwefelmangel gerade präsent, dann tritt dieser an den jungen, neuen Blättern auf.

Wichtig: Die Stickstoff- und Schwefelversorgung der Pflanze stehen in einem engen Zusammenhang: Ein Kilogramm Schwefel im Mangel führt dazu, dass die Pflanze 10 bis 15 Kilogramm Stickstoff weniger aufnehmen kann.