Ergebnisse Düngeversuche Winterroggen 2021

2021 wurden in Deutschland auf 632.200 ha Roggen angebaut. Die Anbaufläche hat damit im sechsjährigen Vergleich um 7,8 Prozent zugenommen. Das BMEL schätzt die Erntemenge auf 3,3 Millionen Tonnen und damit um 5 Prozent geringer als im Vorjahr. Ursache sind die vergleichsweise schwächeren mittleren Hektarerträge, die mit 50,3 dt/ha-1 den sechsjährigen Durchschnitt zwar um 1,1 Prozent übertrafen, das Vorjahresergebnis aber um 4,6 Prozent verfehlten. Die zunächst optimistischen Ertragserwartungen wurden durch die sonnenscheinarme Witterung Ende Mai, gefolgt von einer trocken-heißen Phase Mitte Juni, zunichtegemacht. Hinzu kam, dass einige Bestände witterungsbedingt ins Lager gingen und die Ernte durch unbeständiges Wetter erschwert wurde.

Das Optimum suchen – auch bei der Stickstoffdüngung

Dieser Rückblick verdeutlicht, wie wichtig es ist, auf die jeweiligen Bedingungen so gut wie möglich zu reagieren und flexibel zu bleiben. Dies gilt natürlich auch in puncto Stickstoffdüngung. In dieser Hinsicht sollten die Potenziale der stabilisierten Düngung genutzt werden, um die bestmögliche Stickstoffausnutzung zu gewährleisten. Aktuelle Ergebnisse zeigen, dass so nicht nur in trockenen Jahren, sondern auch im Zuge feuchter und unbeständiger Witterungsphasen stabil hohe Erträge möglich sind (Abb. 1).

Stabilisiert punktet auf schwachen Standorten

Weil Roggen eher auf schnell trockenfallenden Standorten mit geringerer Bodenbonität angebaut wird, stellt sich oft die Frage, ob es sinnvoll ist, die gesamte zu düngende Stickstoffmenge in einer Gabe zu verabreichen.

Witterungsbedingte Ertragsschwankungen auf solchen Standorten rücken Strategien in den Fokus, bei denen schon vor Vegetationsbeginn (VB) eine hohe Start- oder Einmalgabe mit einem ammoniumstabilisierten Dünger wie ALZON® neo-N erfolgt. Unter günstigen Bedingungen kann eine zweite Gabe zu Schossbeginn mit einem Dünger ohne Nitrifikationsinhibitor folgen, um das Ertragspotenzial auszuschöpfen. Für eine zweite Gabe können unterschiedliche Düngerformen wie Harnstoff mit Ureaseinhibitor (PIAGRAN® pro) oder konventionelle Dünger genutzt werden. Bei ungünstigen Bedingungen sollte auf die zweite Gabe verzichtet werden. Dieses variable Baukastenprinzip (variable Terminierung + variable Gabenzahl + variable Düngerform) entlastet die N-Bilanz und mindert N-Verluste. Somit schont das variable Baukastensystem die Umwelt und die Betriebskasse.

Erfolg mit dem Baukastenprinzip

Im feuchten Jahr 2021, in dem die zweite Gabe zum Einsatz kommen konnte, ließen sich Mehrerträge von mehr als 4 dt/ha (Abb. 1) im Vergleich zu KAS mit dem Zweigaben-Baukastensystem realisieren. Bemerkenswert ist, dass die Variante mit einer höheren Andüngung von ALZON® neo-N das beste Ertragsergebnis erzielt. Werden Ergebnisse aus vorangegangen Jahren einbezogen, kann geschlussfolgert werden, dass je nach Gesamtdüngebedarf ein Viertel bis ein Drittel der Gesamtdüngermenge für eine zweite N-Gabe zurückgehalten werden sollte.

PIAGRAN® pro erzielte, wie in zahlreichen anderen Versuchen und Kulturen auch, mindestens die gleiche N-Düngewirkung wie KAS.

Wie das Baukastensystem funktioniert können Sie hier anschauen:

Einmalgabe ebenfalls vorziehen

Beim Einsatz ammoniumstabilisierter Dünger sollte ein betont früher Start in die Düngesaison nicht nur für die Basisdüngung im Baukastensystem, sondern auch im Rahmen der klassischen stabilisierten Einmalgabe mit ALZON® neo-N oder Flüssig-Düngern der ALZON®-Palette das anvisierte Standardvorgehen sein. So lassen sich die Vorzüge der N-Stabilisierung am verlässlichsten erschließen.

Schnell gelesen

Die N-stabilisierten Düngungssysteme mit ALZON® neo-N haben unter den feuchten bis nassen Bedingungen 2021 ihre ausgezeichnete Düngewirksamkeit bestätigt. Gerade auf schwächeren Standorten empfehlen sich einmal mehr variable Baukastensysteme mit einer betont hohen und frühen ammoniumstabilisierten Startgabe. So werden Lachgas- und Nitratverluste vermieden. Bei schlechter Ertragsprognose sollte darüber hinaus die zweite Gabe entfallen. Ein solches Vorgehen erhöht die Dünger-Effizienz, entlastet die N-Bilanz, schont die Umwelt und optimiert Ihre Betriebskosten.