Versuchsergebnisse Düngung Winterweizen 2021

Nach wie vor ist Winterweizen in Deutschland die wichtigste und ertragsreichste Getreidekultur. Nach Angaben des BMEL hat der Anbau 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 Prozent zugenommen. Er nimmt damit 48 Prozent der deutschen Getreidefläche und rund ein Viertel der Ackerfläche ein.

Ungünstige Witterungskonstellation mit Folgen

Infolge der besonderen Witterungskonstellation in der Vegetationsperiode 2021 (kühle, sonnenscheinarme Witterung ab Ende Mai, trocken-heiße Phase Mitte Juni) wurde die Entwicklung des Winterweizens vielerorts noch stärker beeinträchtigt als die der anderen Getreidearten. Dazu kam sehr unbeständiges Wetter zur Erntezeit, welches zu Verzögerungen und teilweise auch Auswuchs führte. So wurden die ursprünglichen Ertragserwartungen weithin nicht erfüllt. Der mittlere Ertrag in Deutschland lag mit 73,8 Dezitonnen je Hektar um mehr als sieben Prozent unter dem Wert des Vorjahres und um mehr als vier Prozent unter dem sechsjährigen Mittel. Auch in der Landwirtschaftlichen Anwendungsforschung der SKW Piesteritz wurden geringere Winterweizenerträge erzielt als erwartet. Am Standort Cunnersdorf (BZ 45…50, sandiger Lehm) erreichte der mittlere Kornertrag circa 90 Dezitonnen je Hektar.

Herausforderung Stickstoffdüngung – Schwerpunkt: Qualitätsweizen

Winterweizen ist sicherlich die Kultur, die von Stickstofflimitierungen im Zuge der Umsetzung der aktuellen Düngeverordnung (DüV) am stärksten betroffen ist. Insbesondere gilt dies für die nitratbelasteten „roten“ Gebiete. Die Erzeugung von Qualitätsweizen ist dort schon heute schwierig und dürfte perspektivisch vielerorts zur kaum mehr lösbaren Herausforderung werden. Vor diesem Hintergrund muss die bestmögliche Stickstoffausnutzung erreicht werden – nicht nur im Hinblick auf die Umwelt, sondern auch aus ökonomischer Sicht. In diesem Sinne gilt es, optimale Stickstoffdüngungssysteme zu finden und anzuwenden.

Frühe Startgaben hatten erneut die Nase vorn

Mit einem Baukastensystem, in dem die SKW Piesteritz-Harnstoffspezialitäten ALZON® neo-N und PIAGRAN® pro zum Einsatz kamen, wurde nicht nur in Cunnersdorf, sondern auch im Mittel von 19 Versuchen auf verschiedenen Standorten ein signifikanter Mehrertrag von annähernd zwei Dezitonnen je Hektar im Vergleich zu KAS erzielt (Abb. 1). Ein Schlüssel zum Erfolg dürfte die vorgezogene stabilisierte Startgabe (appliziert noch vor Vegetationsbeginn) gewesen sein, die hier konsequent durchgesetzt wurde. Diese Strategie überzeugt seit Jahren bereits in anderen Kulturen wie Winterraps, Wintergerste oder Winterroggen.

Stabilisiert zum Erfolg

Alle anderen Düngestrategien mit PIAGRAN® pro und ALZON® neo-N erreichten Erträge, die dem KAS-Einsatz vergleichbar waren. Insgesamt wurden sowohl die Potenziale stabilisierter und kombinierter Systeme als auch die prinzipiellen Vorzüge einer frühen ammoniumstabilisierten Startgabe deutlich. Als besonderes Plus muss der umfassende Schutz vor Stickstoffausträgen beim Einsatz von ALZON® neo-N Erwähnung finden. Die komplexe Risikominderung wird durch eine einzigartige Kombination von Nitrifikations- und Ureaseinhibitor erreicht.

Weniger Ertrag und Rohprotein bei reduzierter Düngung

In zwei Versuchen wurde der Einfluss einer Reduzierung der möglichen Stickstoffmenge um 20 Prozent in Anwendung der Bestimmungen für die roten Gebiete geprüft. Im Ergebnis gingen der Kornertrag um circa sechs bis acht Dezitonnen je Hektar und der Rohproteingehalt im Mittel von 13,2 Prozent auf 12,2 Prozent zurück (Abb. 2). Relativ betrachtet sind das Einbußen von jeweils etwa sieben Prozent und das in einem Jahr, welches seit langem einmal wieder eine gesicherte Wasserversorgung bot.

Schnell gelesen

Die ammoniumstabilisierte Düngung mit frühen, noch vor Vegetationsbeginn ausgebrachten Startgaben hat unter den eher feuchten Bedingungen 2021 in einer Vielzahl von Versuchen ihr Vorteilspotenzial gegenüber traditionellen Düngungssystemen unter Beweis gestellt. Dies zeigte sich sowohl im Solo-Einsatz von ALZON® neo-N als auch in der Kombination von ALZON® neo-N mit PIAGRAN® pro. Werden die Düngeraufwandmengen um 20 Prozent gesenkt, muss mit Ertragseinbußen und einem Rückgang der Rohproteingehalte gerechnet werden.