Urease- und Nitrifikationsinhibitor – wo liegt der Unterschied?

Durch den Nitrifikationsinhibitor liegt der Stickstoff nach der Düngung über einen längeren Zeitraum überwiegend als Ammoniumstickstoff im Boden vor. Dieser Ammoniumstickstoff hat den großen Vorteil, dass dieser kaum ausgewaschen, sondern an Tonmineralien gebunden wird.  Doch beide Inhibitoren setzen an verschiedenen Stellen im System an und folgen jedoch einem unterschiedlichen Wirkprinzip. Damit es nicht zu Verwechselungen kommt, möchten wir die Unterschiede erklären: Durch den Ureaseinhibitor können potenzielle Ammoniakverluste fast vollständig reduziert werden. Der Nitrifikationsinhibitor verhindert eine Überschwemmung des Bodens mit dem auswaschungs- und denitrifikationsgefährdeten Nitrat. Nitratverluste können um bis zu 50 Prozent reduziert werden. 

Klimaschädliche Lachgasverluste können während der Düngesaison um 80 Prozent und über das ganze Jahr um bis zu 40 Prozent reduziert werden. 

Ganz anschaulich erklärt wird der Unterschied zwischen Urease- und Nitrifikationsinhibitor im folgenden Video:

Video: https://www.youtube.com/watch?v=oiCoZa2F8ug&t=4s

Stickstoffaufnahme in die Pflanze

Die beiden Stickstoffformen (Ammonium und Nitrat) können von der Pflanze sofort und gleich gut aufgenommen werden. Nitrat entsprechend der Konzentration in der Bodenlösung, Ammonium nur so viel, wie die Pflanze entsprechend ihrer fotosynthetischen Leistung gerade benötigt. Deshalb kann besonders unter kühlen Witterungsbedingungen der falsche Eindruck entstehen, dass Ammoniumstickstoff zu langsam wirkt. Tatsächlich wird durch die bedarfsgerechte ammoniumbetonte Stickstoffaufnahme eine zu üppige Pflanzenentwicklung vermieden und der Bodenwasservorrat geschont.

Welche Vorteile haben Urease- und Nitrifikationsinhibitoren?

Neben der Verminderung von Stickstoffverlusten haben Urease- und Nitrifikationsinhibitoren zahlreiche weitere Vorteile:

Ureaseinhibitor fördert die Stickstoffverteilung im Boden

Harnstoff wird auch unter kühlen Bedingungen schnell in ein bis maximal vier Tagen zu Ammoniumstickstoff umgesetzt. Mit PIAGRAN® pro – einem Harnstoff mit Ureaseinhibitor – können selbst kleinste Niederschlagsmengen optimal genutzt werden, damit der Stickstoff schnell in den Wurzelraum eindringt und der Pflanze zur Verfügung steht. Außerdem werden potenzielle Ammoniakverluste auf ein Minimum reduziert.

1. Nitrifikationsinhibitor bei nassen Witterungsverhältnissen

Durch den Nitrifikationsinhibitor liegt der Stickstoff primär als Ammoniumstickstoff im Boden vor. Ammoniumstickstoff hat den großen Vorteil, dass dieser kaum ausgewaschen und an Tonminerale gebunden wird. Dadurch ist eine verlustarme, bedarfsgerechte Pflanzenernährung möglich. Selbst bei langsamer Erwärmung kalter Böden ist – gerade in Kombination mit dem Ureaseinhibitor – eine ausgezeichnete Verfügbarkeit der für die Pflanze wichtigen Stickstoffformen Ammonium und Nitrat ab Vegetationsbeginn gegeben. Deshalb kann es Sinn machen, die Feuchtigkeit ausgehend vom Winter zu nutzen und die 1. Düngegabe bereits vor Vegetationsbeginn im Rahmen der Vorgaben der Düngeverordnung zu applizieren.

Nitrifikationsinhibitor bei Frühjahrstrockenheit?

Sollte es heiß und trocken sein, wird die Effizienz später Stickstoffgaben schlecht ausfallen. Ein Verzicht ist daher anzustreben. In stabilisierten Düngesystemen entfällt durch den Einsatz des Nitrifikationsinhibitors die Qualitätsgabe, infolge der generell früheren Terminierung der zusammengefassten Teilgaben, meistens völlig. Sollte es doch noch zu ausreichend Niederschlägen kommen, können Sie den Rest des berechneten Bedarfs auch relativ spät zum Ende des Schossens/Anfang des Ährenschiebens ausbringen. Für Winterweizen mit entsprechenden Qualitätsansprüchen empfehlen wir eine Aufteilung in zwei Gaben. Dabei sollten für die 2. Stickstoffgabe gezielt feuchte Bedingungen oder Niederschläge im Zeitraum vom Ende des Schossens bis Ende des Ährenschiebens genutzt werden.

Vorteile Urease- und Nitrifikationsinhibitor kompakt

Düngemittel mit Ureaseinhibitor

 

Düngemittel mit Nitrifikationsinhibitor

 

Enthält ein Harnstoff nur einen Ureaseinhibitor, können Düngegaben nicht zusammengelegt werden.

In der kommenden Woche berichten wir, warum ein Ureaseinhibitor im Flüssigdünger keinen Sinn macht.