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Stoppelbearbeitung: Beste Voraussetzungen für die Folgekultur

Nach der Ernte ist vor der Ernte

Mit dem Stoppelsturz werden schon frühzeitig in einem hohen Maße die Anbaubedingungen für das kommende Anbaujahr geprägt. Auf geräumten Druschfruchtschlägen (Getreide, Körnerleguminosen, Ölfrüchte) ist der Stoppelumbruch die erste Maßnahme nach der Ernte. Dabei wird die oberste Krumenschicht (5 bis 10 cm) flach abgetrennt, teilweise gewendet und gemischt. Das Ziel ist es, die Restfeuchte im Boden zu erhalten und die Rotte von Pflanzenresten, insbesondere vom Stroh, zu fördern. Durch die geförderte Strohrotte werden die Überdauerungsstadien von pilzlichen Schadorganismen wie zum Beispiel von Septoria tritici abgebaut. Ausfallgetreide und Samen werden durch den Stoppelsturz in Keimlage gebracht, können aufwachsen und bei nachfolgenden Bearbeitungsgängen werden diese Pflanzen ausgerissen, verschüttet oder eingearbeitet und somit als Nutzpflanzenkonkurrenz ausgeschaltet.

Welche Regeln müssen beim Stoppelsturz beachtet werden? Die drei FFF’s!

Flach: Die Fläche muss ganzflächig und so tief wie nötig bearbeitet werden. In der obersten Bodenschicht findet die höchste mikrobielle Aktivität statt. Werden die Ernterückstände also nur flach eingemischt, erfolgt die Strohrotte schneller. Dies bringt Vorteile aus phytosanitärer Sicht. So tief wie nötig ist leicht gesagt; aber was bedeutet das genau?

Die Bearbeitungstiefe für den Stoppelsturz ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

  1. Menge an Ernterückständen auf der Fläche. Je mehr Ernterückstände (Stroh) auf der Fläche verbleiben, umso tiefer muss die Bodenbearbeitung beim Stoppelsturz sein, damit die organische Substanz homogen in den Boden eingearbeitet wird.  Als Faustzahl beim Getreide wird angenommen: Je zehn Dezitonnen Stroh pro Hektar einen Zentimeter tief bearbeiten. Dies gilt aber nur, wenn das Stroh ganzflächig verteilt und gut zerkleinert ist.
  2. Bodenzustand und Bodenfeuchte. Auf staubtrockenen Böden läuft das Ausfallgetreide nicht auf. Melden die Meteorologen auch auf lange Sicht eine stabile Hochdrucklage, sollte die Einmischung der Ernterückstände in den Boden in den Vordergrund und das in Keimlage-bringen des Ausfallgetreides in den Hintergrund gestellt werden. Weiterer Vorteil der etwas tieferen Lockerung mit anschließender Rückverfestigung ist die Förderung der Wasserinfiltration in den Boden. Dadurch können bei höheren Niederschlagsmengen deutlich höhere Wassermengen durch den Boden aufgenommen werden.

Ist jedoch genügend Restfeuchte im Boden, sodass das Ausfallgetreide keimen und auflaufen kann, ist wiederrum eine flachere Bearbeitung von Vorteil, wo ein Kompromiss zwischen der Einmischung der Ernterückstände und dem in Keimlage-bringen des Ausfallgetreides und der Beikräuter getroffen wird.

Ist es feucht oder war es bei der Ernte nass, entstehen tiefe Fahrspuren durch den Mähdrescher beziehungsweise durch das Abfahren des Ernteguts von der Fläche. In diesem Fall ist die Bearbeitungstiefe des Stoppelsturzes so tief zu wählen, dass die tiefen Spuren von den Bodenbearbeitungswerkzeugen angekratzt, besser unterfahren werden.

Feinkrümmelig: Um ein rasches und auch homogenes Auflaufen von Beikräutern und dem Ausfallgetreide zu gewährleisten, sollte die Entstehung von großen Kluten und Klumpen bei der Stoppelbearbeitung vermieden werden. Außerdem laufen mehr Beikräutersamen aus dem Bodenpool auf, wenn der Boden fein ist; vor allem die Lichtkeimer.

Fest: Um die Ziele der Stoppelbearbeitung nutzen zu können, ohne dass zu viel Wasser aus dem Boden entweicht, ist es essenziell den Boden nach der Bearbeitung wieder rückzuverfestigen und damit die Kapillarität wiederherzustellen.

Reifendruck der Zugmaschine beachten!

Um Schadverdichtungen zu vermeiden und die Effizienz der Zugmaschine zu maximieren sind bei der Bodenbearbeitung Reifendrücke unter 0,9 bar zu realisieren (Tabelle 1).

Tabelle 1: Vor- und Nachteile bei einer Minimierung des Reifendrucks beim Schlepper unter 0,9 bar.
Vorteile Nachteile
Hohe Traktion Geringe Transportgeschwindigkeit
Geringe Bodenverdichtungen Die mögliche Radlast wird geringer
Weniger Schlupf  

Besonderheiten beim Raps

Beim Raps ist es normal, dass die fünf- bis zehnfache Aussaatstärke nach der Ernte auf der Fläche zurückbleibt. Aber aufpassen: Wird der Raps zu tief vergraben, so geht der Rapssamen in die Keimruhe. Die Folge: Im Laufe der nächsten Jahre keimt immer wieder ein Teil von diesem Raps, der dann kostenintensiv durch eine Herbizidmaßnahme bekämpft werden muss Dafür gibt es zwei effektive Möglichkeiten:

  1. Rapsstoppeln mulchen: Durch das Schaffen einer Mulchauflage auf den Ausfallrapskörnern und dem anschließenden Andrücken durch die am Mulcher befindlichen Walze, wird der Ausfallraps in Keimlage gebracht.
  2. Striegeleinsatz: Durch den Striegel wird der Boden nur oberflächlich angekratzt. Das reicht vollkommen aus, um den Ausfallraps in Keimlage zu bringen. Außerdem bekommen die lichtkeimenden Beikräuter, die sich unmittelbar an der Bodenoberfläche befinden, den nötigen Lichtreiz und keimen. Der Striegeleinsatz ist vor allem auf mit Ackerfuchsschwanz belasteten Standorten zu empfehlen.

Besonderheiten bei den (Körner-)Leguminosen:

Leguminosen binden atmosphärischen Stickstoff durch die Symbiose mit Rhizobien. Damit dieser Stickstoff für die Folgekultur zur Verfügung steht, muss der gebundene Stickstoff mineralisieret werden.

Neben der Temperatur und der Bodenfeuchte spielt die Sauerstoffversorgung bei der Mineralisation des gebundenen Stickstoffs eine elementare Rolle. Da aber Folgekulturen, wie zum Beispiel Winterweizen, in der Regel im Herbst einen geringen Stickstoffbedarf haben, ist anzuraten, den Boden nach der Leguminose so wenig wie möglich zu bearbeiten, um möglichst wenig Sauerstoff in Boden einzubringen. Somit wird weniger Stickstoff im Herbst und mehr im Frühling mineralisiert, wo die Folgekultur den Stickstoff effizienter nutzen kann. Nach einer Leguminose sollte eine Stoppelbearbeitung nach Möglichkeiten ultra flach erfolgen. Nur mit dem Ziel, dass Beikräuter in Keimlage gebraucht werden.

Kurz gelesen

Bei der Stoppelbearbeitung werden zwei grundlegende Ziele verfolgt: Einerseits sollen Ausfallgetreide und Samenunkräuter in Keimlage gebraucht werden, damit diese im weiteren Verlauf der Bodenbearbeitung mechanisch bekämpft werden können und andererseits die organische Substanz in den Boden eingearbeitet werden. Dadurch werden die Strohrotte gefördert und Überdauerungsstadien von pilzlichen Schadorganismen abgebaut.


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