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Nmin-Werte im Frühjahr 2019

Nmin-Werte bestimmen die N-Düngemenge

Weite Gebiete Deutschlands waren im Jahr 2018 von einer ausgeprägten Trockenheit betroffen. Das hat hohe Stickstoff-Überhänge zur Folge, weil ausgebrachte Mineraldünger oft nicht in Ertrag umgesetzt werden konnten. Ausgebrachte Wirtschaftsdünger wurden durch die intensive Trockenheit regelrecht „konserviert“. Wochenlange Wasserkapazitäten von 30 Prozent der nutzbaren Feldkapazität führten indes zu einer sehr guten Sommergare, welche nach der inzwischen eingetretenen Wiederbefeuchtung des Bodens und bei steigenden Bodentemperaturen im Frühjahr zusätzlich eine hohe Nachmineralisierung erwarten lässt. Alles in allem sind daher im Frühjahr 2019 überdurchschnittlich hohe Nmin-Werte (vorwiegend Nitrat-Stickstoff) zu erwarten. So konnten bei ersten Probemessungen in Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt Werte um die 100 kg/ha Nmin gemessen werden.

Die Nmin-Werte sind nun insofern relevant, als sie bei der ertragsabhängigen Düngebedarfsplanung in vollem Umfang Berücksichtigung finden müssen und daher die Stickstoff-Düngemenge begrenzen. Im folgenden Beispiel ist der Nmin-Wert mit 100 kg/ha N relativ hoch angesetzt und für dazu, dass der Winterweizen nur noch mit 120 kg/ha N gedüngt werden darf.

Winterweizen A/B (Ertragsdurchschnitt 80 dt/ha)

N-Bedarfswert = N-Sollwert (kg/ha N) 230,0
Korrekturen  
1. Ertragsdurchschnitt letzte 3 Jahre = 80 dt/ha 0,0
2. Nmin-Gehalt (kg/ha): 100 kg/ha N -100,0
3. Standort (Bodenart, Humusgehalt >< 4,0 %) 0,0
4. Organische Düngung nicht erfolgt 0,0
5. Vorfrucht Raps -10,0
Zwischenfrucht: keine 0,0
N-Düngebedarf (kg/ha N) 120,0

Wichtige Fragen sind nun, ob die Nmin-Werte sich bis zum Frühjahr auf dem aktuellen Wert halten, und wieviel mineralischer Stickstoff zu Vegetationsbeginn dann tatsächlich in der Krume pflanzenverfügbar vorliegt. Denn besonders im Osten und Nordosten Deutschlands konnten durch die bis weit in den Herbst hinein anhaltende Trockenheit die Saaten der Winterungen oft nur schlecht etabliert werden oder stehen recht dünn da. Selbst einheitlich aufgelaufene Bestände von Weizen oder Gerste gingen vielerorts mit deutlichem Entwicklungsrückstand in den Winter, sind kaum oder gar nicht bestockt und dementsprechend weisen sie oft auch nur ein geringes Wurzelsystem auf.

Entscheidend für die Nmin-Verfügbarkeit zu Vegetationsbeginn ist nun die Höhe der Winterniederschläge und die damit verbundene Verlagerung des mineralischen Stickstoffs. Die Deutschlandkarte zeigt die nutzbare Feldkapazität in einer Tiefe von 60 cm in sandigem Lehm. Aus ihr wird ersichtlich, dass in weiten Teilen Süd- und Westdeutschlands wegen der zuletzt ergiebigen Niederschläge der Boden bereits weitgehend gesättigt ist, während im Osten und Nordosten noch deutliche Defizite bestehen. Die gegenwärtig anhaltenden Niederschläge führen hier aber dazu, dass sich die Wasserreserven allmählich füllen. Man kann annehmen, dass eine „echte“ Abwärtsverlagerung von Nitrat-Stickstoff umso mehr stattfindet, je wassergesättigter der Boden ist. Vor diesem Hintergrund kann man bei weiter anhaltenden Niederschlägen davon ausgehen, dass im Süden eine „echte“ Nitratauswaschung erfolgt, während im Osten besonders auf tiefgründigeren Standorten wegen der Wasserdefizite eher mit einer Verlagerung des Stickstoffs in tiefere Schichten (z.B. 30 bis 60 oder 60 bis 90 cm) zu rechnen ist. In  Süd- und Westdeutschland käme es also zu einem Absinken der Nmin-Werte, während sich im Osten nur die Position des Stickstoffs und somit auch dessen Verfügbarkeit ändert. Denn an Stickstoff, welcher sich in tieferen Bodenschichten befindet, kommt eine kaum oder gar nicht bestockte Pflanze mit geringem Wurzelwerk zunächst einfach nicht heran. Hinzu kommt, dass die Trockenheit im Herbst eine einsetzende Strohrotte vielerorts bislang weitgehend verhinderte. Das bedeutet, dass die ansonsten oftmals aus dem Herbst bekannte Stickstoffsperre auf solchen Standorten erst im Frühjahr zu erwarten ist, was das Stickstoffdefizit in der Krume noch verschärfen kann. Hierbei ist natürlich die Strohmenge und eine mögliche Strohabfuhr entscheidend.

Nicht zu knapp andüngen

Es besteht die Möglichkeit, dass die Pflanzen wegen der räumlichen Trennung von Nährstoff und Wurzel praktisch am gedeckten Tisch verhungern. Vieles spricht dann dafür, dass man in den betroffenen Gebieten nicht zu knapp andüngen sollte, um den Pflanzen über eine mögliche Hungerphase im Frühjahr hinweg zu helfen. Man sollte also die Nmin-Werte nicht auf die 1. Gabe, sondern auf die 2. Gabe anrechnen, da die Pflanzen sich den Stickstoff in tieferen Schichten erst mit fortschreitender Entwicklung erschließen können.

In Jahren wie diesen, wo die Stickstoffdüngemenge durch hohe Gesamt-Nmin-Werte stark eingeschränkt sein kann, sollte man seine Bestände besonders aufmerksam beobachten und den Nmin-Verlauf intensiv verfolgen. Denn weitere Faktoren, wie Frost, Verlagerung (kapillarer Aufstieg), mikrobielle Aktivität (Freisetzung und Festlegung) etc. können in kurzer Zeit deutliche Veränderungen der Nmin-Werte nach sich ziehen. Es ist angeraten, neben der Berücksichtigung der amtlichen Nmin-Werte zumindest auf ausgewählten Referenzflächen im Betrieb mehrfach Nmin-Proben zu ziehen und hierbei auch die unterschiedlichen Horizonte zu berücksichtigen.

Ferner empfiehlt es sich, auf eine stabilisierte Stickstoffdüngung zu setzen. Dadurch werden die Pflanzen längere Zeit ausgewogen mit Ammonium-Stickstoff ernährt, was die Seitenwurzelbildung verbessert und sich letztlich positiv auf die gesamte Stickstoffeffizienz auswirkt.

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