Kampf zwischen Winter und Frühling geht in die letzte Runde

Den Beständen der Landwirtschaftlichen Anwendungsforschung in Cunnersdorf sind die Witterungsturbulenzen der letzten Wochen nicht anzusehen: Sowohl Wintergetreide als auch Winterraps sind gut entwickelt und vital. Dabei hatten es die letzten 12 Wochen in sich.

So gab der Januar mit seinen kühleren Phasen und Tiefsttemperaturen bis minus 10 Grad nur einen Vorgeschmack auf den Februar. Dort ging in der ersten Hälfte zunächst der Winter in die Offensive und zeigte mit Schneehöhen von 30 Zentimetern und Tiefsttemperaturen bis minus 20 Grad, dass es ihn trotz Klimawandel noch gibt. Die Gegenoffensive des nahenden Frühjahrs folgte prompt in der zweiten Februarhälfte mit sonnigem T-Shirt-Wetter bei Höchsttemperaturen jenseits der 20 Grad.

Das Märzwetter ist aktuell eher nasskalt und wechselhaft, sodass an Feldarbeiten bisher nicht zu denken war. Wenig überraschend ist hingegen die Tatsache, dass sich der Frühling auch in diesem Jahr relativ zeitig in den kommenden Wochen durchsetzen wird.

Knappe Zeitfenster effektiv nutzen!

Mit geballter Manpower konnte das Team der Versuchsstation in Cunnersdorf den Zeitraum zwischen Ende Februar bis Mitte März effektiv nutzen und frühe Düngergaben in den Beständen applizieren. Die ammoniumstabilisierten Stickstoffdüngemittel ALZON® neo-N, ALZON® flüssig-S 22/4 oder die schwefelhaltigen Mischdünger getreide-power® neo und raps-power® neo bieten mit Einmalgaben bis zu 160 kg/ha N optimalen Schutz vor Nitratverlusten bei nachfolgenden Niederschlagsereignissen und schonen gleichzeitig die Umwelt durch Reduktion von Lachgasemissionen. Die arbeitswirtschaftlichen Vorteile liegen klar auf der Hand, da die Düngung dann nicht mit den pflanzenbaulich notwendigen Maßnahmen im weiteren Frühjahr kollidiert. Durch die harmonische Ammoniumernährung wird zudem ein Überwachsen der Bestände vermieden.

Der Erfolg der Düngungsmaßnahmen vom 22. Februar zeigt sich in den bereits grünenden Wintergerstenparzellen (Abb. 2). Hier kann der gedüngte Stickstoff unter optimaler Ausnutzung der Winterfeuchte von den Pflanzen aufgenommen werden. So wird Effizienz im Feld sichtbar.

Organische Dünger sinnvoll einsetzen – auch im Versuchsfeld

Neben der mineralischen Düngung stand in unserer Versuchsstation auch die Düngung mit Gülle und Gärrest auf der Aufgabenliste der Kollegen und Kolleginnen. Die Applikation im Winterraps erfolgt dort zu Fuß und somit absolut bodenschonend (Abb. 3).

Durch die mineralische Ergänzung mit ALZON® flüssig-G 20/8, lassen sich drei Ziele auf einmal erfüllen:

Der im ALZON® flüssig-G 20/8 enthaltene Nitrifikationsinhibitor sorgt dafür, dass auch der in der Gülle enthaltene Ammoniumstickstoff den Pflanzen bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt wird. Gleichzeitig schließt die Kombination aus mineralischer und organischer Düngung die Bedarfslücke des Raps, dessen Stickstoffbedarf nicht vollständig aus der Gülle gedeckt werden kann. Zudem wird der dringend benötigte Schwefel zur Verfügung gestellt.

Auch das Wintergetreide in den Versuchen wurde mit Gärresten versorgt – natürlich umweltschonend und effizient im Schlitzverfahren direkt in den Bestand eingearbeitet (Abb. 4).

Der Einsatz des Gülleveredlers PIADIN® mit 4 bis 5 l/ha sollte bei solch frühen Ausbringungsterminen der Gülle Standard sein. Als Versicherung gegen Auswaschungsverluste zum einen, und als Beitrag zum Klimaschutz zum anderen. Der europäische Green Deal wirft seine Schatten bereits voraus.

Wir denken heute bereits an morgen

Mit der Aussaat des Sommerhafers am 9. März haben wir in der Versuchsstation Cunnersdorf bereits das Fundament für die Versuche des Jahres 2022 geschaffen. Diese Kultur dient als Vorfrucht für einen Großteil unserer Versuche.