Jetzt Düngemittel kaufen und die Ernte 2022 absichern

Stickstoffdüngung 2022 – Weltweit wurde die Produktion von Stickstoffdüngemitteln in den letzten Monaten deutlich reduziert. Das kann dramatische Folgen für diejenigen haben, die jetzt noch keinen Stickstoffdünger gekauft haben.

Hintergründe für den Preisanstieg und Knappheit am Düngemittelmarkt

Für den Preisanstieg und die Knappheit von Stickstoffdüngemitteln in den letzten Monaten gibt es verschiedene Gründe.

Steigende Gaspreise

Der wichtigste Rohstoff für die Produktion von Stickstoffdüngemitteln ist Erdgas. Im Vergleich zu den letzten Jahren ist der Gaspreis um mehr als das 5-fache angestiegen. Wie in nachfolgender Abbildung zu sehen, sind die internationalen Harnstoffpreise dem Anstieg der Gaspreise nicht gefolgt.

Vielmehr ging die Schere zwischen den Rohstoffkosten und den Verkaufspreisen immer weiter auseinander. Während die Preise bei den Düngemitteln seit Jahresbeginn bis Oktober um 300 Prozent anstiegen, verteuerte sich das Erdgas im Jahresverlauf um bis zu 600 Prozent.

CO2-Zertifikate verteuern Düngemittel

Als weiteren preistreibenden Faktor der energieintensiven Produktion ist der Preisanstieg für CO2-Zertifikate hervorzuheben. Während Anfang des Jahres noch etwa 32 Euro für ein Zertifikat bezahlt werden mussten, liegt der Preis keine 12 Monate später bereits bei etwa 70 Euro für ein Zertifikat. Dies entspricht einem Preisanstieg um mehr als 100 Prozent.

An dieser Stelle ist anzumerken, dass der überwiegende Teil der Emissionszertifikate nicht mehr kostenlos vergeben wird und daher mittlerweile einen zentralen Kostenpunkt bei der Produktion von Düngemitteln darstellt.

Extreme Preiserhöhungen beim Erdgas und den CO2-Zertifikaten machten die Produktion von Stickstoffdünger bei vielen europäischen Produzenten unrentabel, wodurch partiell Anlagen abgestellt oder gedrosselt werden mussten.

Logistik

Bereits im Spätsommer wurden die Signale deutlicher, dass es im kommenden Frühjahr zu logistischen Engpässen und somit zu großen Problemen bei der fristgerechten Zustellung von Dünger kommen wird. Angesichts der zurückhaltenden Kaufbereitschaft seitens des Handels und der Landwirtschaft gilt dies für den gesamten deutschen Markt und hier speziell für die flüssigen Düngemittel. Die Gründe dafür sind vielfältig, jedoch insbesondere auf das Fehlen von etwa 80.000 LKW-Fahrern zurückzuführen. Durch die derzeit explosiv ansteigenden COVID-19-Neuinfektionen wird es zunehmend schwerer, die bestehenden Lieferketten aufrechtzuhalten. Den Spediteuren stehen zu wenige LKW-Fahrer zur Verfügung.

Angesicht ausbleibender Niederschläge ist die Binnenschifffahrt auf den wichtigen Wasserstraßen des Rheins und der Donau ebenfalls enorm eingeschränkt. Bereits geplante Schiffe müssen nach hinten geschoben oder können lediglich eingeschränkt beladen werden. Ein Rückstau bis in das kommende Jahr ist auch hier nicht mehr abzuwenden. Das heißt, dass wir einen wesentlich längeren Vorlauf in logistischen Prozessen benötigen. Wer sich nicht frühzeitig entscheidet und auf den letzten Drücker kauft, kann im Frühjahr ohne Ware dastehen.

AdBlue® und Düngemittelproduktion hängen eng zusammen

Erschwerend dazu kommt die mangelnde Verfügbarkeit von AdBlue®. Stellenweise ist sogar von einer AdBlue®-Krise die Rede. Von einzelnen Spediteuren ist bereits zum jetzigen Zeitpunkt zu hören, dass die LKW teilweise trocken gelaufen sind. Dabei beeinflusst eine reduzierte Düngemittelproduktion eben nicht nur die Produktion von Dünger, sondern sie führt auch zu einer geringeren AdBlue® Produktion. Falls die Produktion von AdBlue® weiter eingeschränkt werden muss, ist mit weiteren Engpässen auf der Straße zu rechnen - nicht nur im Transport von Düngemitteln

Olympische Spiele führen zu reduzierter Düngemittelproduktion

Auch in China steigen derzeit die Harnstoffpreise kräftig an. Für die olympischen Winterspiele im Februar 2022 in China soll der Himmel blau strahlen. Deshalb nehmen die Umweltschutzkontrollen zu. Es wird erwartet, dass die Anlagen in Shandong, Henan und Hebe im Vorfeld der Olympischen Spiele für einen noch nicht definierten Zeitraum stillgelegt werden sollen.

SKW Piesteritz hat das Ziel Düngemittel pünktlich auszuliefern

Ziel von der SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH ist es, die geschlossenen Einlagerungsaufträge bis zum Applikationsstart auszuliefern. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Produktionsanlagen auch weiterhin ökonomisch sinnvoll betrieben werden können, und dazu zählen auch Neuaufträge für die Applikationssaison. Das ist eine einfache Rechnung:

Wenn niemand das Risiko übernimmt, dann wird auch nichts produziert, gehandelt und gedüngt.