Hat sich die Düngestrategie 2021 im Getreide ausgezahlt?

Wetter und Düngung 2021

Das Wetter ist ein entscheidender Faktor für die Ertragsbildung. Im Frühjahr 2021 haben sich die Bestände nach einem nur kurzzeitig extremen Winter zwar langsam, aber insgesamt gut entwickelt. Ein zeitweiser Entwicklungsrückstand von etwa 14 Tagen infolge niedriger Frühjahrstemperaturen hatte kaum negative Auswirkungen. Der warme und trockene Juni führte allerdings zu Problemen in der Kornfüllungsphase des Weizens, sodass dort die Ernteergebnisse deutlich hinter den Erwartungen zurückblieben. Besser sah die Situation vielerorts bei Gerste und Roggen aus.

Nitrat- und Lachgas-Verluste auch in der Düngungssaison

Nach den trockenen Vorjahren überraschte das Frühjahr 2021 mit regelmäßigen Niederschlägen, die im Mai so hoch waren, dass nicht selten Bedingungen für Nitratauswaschung und Denitrifikation auftraten. Damit waren diese als dominierende Stickstoffverlustpfade vorgezeichnet, während Ammoniakverluste eine untergeordnete Rolle gespielt haben dürften. Der Allwetterdünger ALZON® neo-N, aber auch die ammoniumstabilisierten Flüssigdünger, konnten unter derartigen Bedingungen ihre Vorteile zum Tragen bringen (siehe Abbildung 1).

Abwärtsspirale vermeiden

Es wird unter den Bedingungen der rechtlichen Vorgaben immer wichtiger, Stickstoffverluste so gering als möglich zu halten und die Stickstoffeffizienz unter anderem durch optimale Anwendungsstrategien zu maximieren. Nur so kann eine schleichende Abwärtsspirale beim ertragsabhängig berechneten Stickstoffbedarf und schlussendlich auch bei den Erträgen selbst vermieden werden. Auch wenn Auswaschung und Emissionen durch gute fachliche Praxis bei der Anwendung geringgehalten werden, gibt es Witterungsbedingungen, die trotz aller Bemühungen zu unvermeidbaren Stickstoffverlusten führen. An dieser Stelle können stabilisierte Dünger dazu beitragen, solche Verluste gering zu halten und damit das Ertragsergebnis zu sichern. So werden sowohl die natürlichen Ressourcen geschont als auch die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass auch in den Folgejahren bedarfsgerechte Stickstoffmengen gedüngt werden dürfen.

Stabilisiert und im Baukasten für eine optimale Anpassung

Im Rahmen der ammoniumbetonten Düngung sind insbesondere auf ertragssicheren Standorten die vielfach erprobten Einmalgaben zu Gerste und Roggen sowie die 2-Gaben-Strategien zu Winterweizen nach wie eine sehr gute Wahl. Auf unsicheren, wasserlimitierten Standorten können auch Baukastensysteme zielführend sein, in denen stabilisierte und traditionelle Düngemittel in der Strategie kombiniert werden. Hier bieten sich zusätzliche Möglichkeiten, flexibel auf Standort- und Witterungsbedingungen einzugehen.

Der Schwefelbedarf kann in der ganzheitlich ammoniumstabilisierten Strategie über die bewährten power-Mischungen (raps-power® neo-N, getreide-power® neo-N) oder schwefelfaltige Flüssigdünger sowie im Baukastensystem über traditionelle N/S-Dünger (zum Beispiel PIAMON® 33-S) gedeckt werden. Lesen Sie dazu mehr in späteren Düngerfuchs-Newslettern.

Maximale Umweltschonung durch Kombi-Stabilisierung

Mit stabilisierten Produkten wie den power-Mischungen oder ALZON® neo-N lassen sich N-Verluste über alle Austrittspfade vermeiden. So werden dank der Nitrifikationsinhibierung klimaschädliche Lachgasverluste sowie Nitratverlagerungen signifikant gemindert, während der Ureaseinhibitor die Ammoniakverluste weitgehend unterbindet. So wird gleichermaßen ein Beitrag zum Klima- und Gewässerschutz und zur Luftreinhaltung geleistet.

Vorgezogene N-Gaben haben die Nase vorn

Das Jahr 2021 belegt einmal mehr, dass bei Einsatz eines Nitrifikationsinhibitors frühe beziehungsweise vorgezogene Stickstoffgaben zielführend sind und keinesfalls höhere Verlustbedingungen nach sich ziehen. Im Vergleich zur traditionellen Düngung, die erst mit Vegetationsbeginn startet, werden beachtliche Ertragssteigerungen erzielt. Erste Auswertungen in Gerste und Roggen bestätigen diese langjährige Erfahrung auch für das Jahr 2021 (siehe Abbildung 1).

Kurz gelesen

Nachdem stabilisierte Stickstoffdünger und Anwendungssysteme bereits in den letzten sehr trockenen Jahren weithin erfolgreich waren, zeigen erste Versuchsergebnisse nun auch für die vergleichsweise kühle und feuchte Vegetationsperiode 2021, welche Vorteilswirkungen sich durch ammoniumbetonte Strategien erzielen lassen. Erneut konnten dabei vorgezogene Start- beziehungsweise Einmalgaben punkten.