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Hartweizen oder Durum (Triticum durum) – der Neue / Alte aus dem Süden

„Die Geschichte des Hartweizens ist die Geschichte der Nudel“, heißt es zuweilen.

Denn angeblich beginnt die hohe Zeit dieses alten Getreides damit, dass Marco Polo die Nudel aus China mit nach Europa brachte, worauf sich in Italien ab Mitte des 16. Jahrhunderts ein großflächiger Durum-Anbau eben als Grundlage für eine florierende Nudelproduktion etablierte. Belegt ist diese Geschichte zwar nicht, jedoch begann in Italien damals tatsächlich die massenhafte, teils schon maschinelle Teigwaren-Produktion auf Durum-Basis. Der Hartweizen verleiht der Nudel dank seines wenig elastischen Teiges die besonders knackigen Kocheigenschaften, die zum klassischen „al dente“ (der gewissen Bissfestigkeit) führen.

Als Pasta-Gerichte die Kochtöpfe Europas eroberten, hatte der Hartweizen allerdings bereits einige Jahrtausende Kulturgeschichte hinter sich. Er entwickelte sich mit der Entstehung des Ackerbaus aus dem Kultur-Emmer, der gemeinsam mit dem Einkorn die älteste kultivierte Getreideart überhaupt darstellt. Damit gehört Durum zu den ganz ursprünglichen Abkömmlingen des wilden Weizens. Erste Anbaunachweise im Nahen Osten werden auf etwa 5.000 v. Chr. datiert. Von dort verbreitete sich der Hartweizen rasch über den gesamten Mittelmeerraum und wurde dort die wichtigste Weizenform. Schon die Griechen und Römer der Antike kannten Durum-Teigwaren.

Das Mittelmeerklima bietet optimale Voraussetzungen für die Hartweizen-Produktion

Und so verwundert es im Zuge des Klimawandels nicht, dass auch nördlich der Alpen die Anbauwürdigkeit stetig zunimmt. Tatsächlich waren die letzten Jahre in Mitteleuropa für den Anbau nahezu ideal, denn Durum ist hervorragend an ein begrenztes Wasserangebot angepasst. Ein kurzer feuchter Vegetationsbeginn sowie eine lange, trocken-warme Abreifephase bieten beste Bedingungen für gute Erträge. Die Frage ist: Stehen die Zeichen tatsächlich auf „zunehmende Sommertrockenheit“ oder kann es auch mal wieder anders kommen? Denn Durum ist wie keine andere Getreideart stark auswuchsgefährdet. Bereits viel Niederschlag in der Abreifephase bereitet erhebliche Qualitätsprobleme, weil der Anteil glasiger Körner und damit die Fallzahl dann unaufhaltsam abnehmen.

Um den geforderten Anteil glasiger Körner von mindestens 80 Prozent zu erreichen, muss der Hartweizen von Abreife bis Ernte unter trocken-warmen Bedingungen stehen. Für die Teigwarenproduktion sind zudem ein hoher Rohproteingehalt (>14,5 Prozent), ein hohes Hektolitergewicht (>76 kg/hl) sowie ein hoher Gelbpigmentanteil (keine Schwärzepilze) weitere Qualititätskriterien.

Unter mitteleuropäischen Witterungsbedingungen musste bislang alle fünf bis sechs Jahre mit einem Totalverlust aufgrund mangelnder Qualität gerechnet werden. Deshalb gehörten bislang hierzulande neben den tiefen Lagen Südwestdeutschlands vor allem die trockenen Börden und Becken im Regenschatten des Harzes zu den bevorzugten Anbaugebieten. Im Zuge des Klimawandels weisen inzwischen weitere Gebiete gute Bedingungen für einen erfolgreichen Durum-Anbau auf.

Zu den hohen Qualitätsanforderungen kommt noch die Notwendigkeit eines sorgfältigen Pflanzenschutz-Managements, denn Durum ist – besonders im Anbau als Winterkultur – recht anfällig für diverse Krankheitserreger und Schädlinge. Nicht zuletzt durch diese beim Anbau zu berücksichtigenden Ansprüche erfolgt die Durum-Produktion in erster Linie auf Basis des Vertragsanbaus.

Die Aussaat erfolgt im Herbst spät bis kurz vor der Winterruhe beispielsweise nach Zuckerrüben oder zeitig im Frühjahr, um eine ausreichende vegetative Entwicklung unter Ausnutzung der Winterfeuchte zu erreichen. Überwog vor Jahren noch der Sommeranbau, werden aktuell die meisten Durum-Flächen bereits im Herbst bestellt. Die deutsche Anbaufläche bewegte sich in den letzten Jahren relativ konstant um die 30.000 ha. Die traditionelle N-Düngung zu Durum erfolgt meist in Form einer vergleichsweise hohen erste N-Gabe zur Förderung der Bestockung, gefolgt von einer wenig ausgeprägten Schossergabe. Zum Ährenschieben ist eine nicht zu geringen Spätgabe üblich, um die geforderten hohen Rohproteingehalte (14,5 Prozent) zu erreichen.

Mit N-stabilisierten Düngern und Systemen zum Erfolg!

Im Jahr 2017 erzielte Durum auf dem Versuchsfeld in Cunnersdorf bei einer N-Düngung von 170 kg N/ha einen Durchschnittsertrag von 76 dt/ha. Das ist ein wirtschaftlich durchaus respektables Resultat! Im Vergleich dazu der E-Weizen: Er erreichte 92 dt/ha bei einer N-Düngung von 220 kg N/ha. Mit der N-stabilisierten Düngung (ALZON® neo-N in Kombination mit PIAMON® 33-S) konnten im Vergleich zu PIAGRAN® 46 ein Ertragsplus von >1 dt/ha und ein um 0,3 Prozent höherer Rohproteingehalt erzielt werden. Ebenso gut schnitt der in drei Teilgaben applizierter Qualitätsharnstoff PIAGRAN® pro (mit Ureaseinhibitor) ab. Dass der geforderte Rohproteingehalt im Jahr 2017 generell nicht erreicht wurde, lag wohl am Zusammenwirken schwieriger Witterungsverhältnisse, geringer Boden-Nmin-Gehalte im Frühjahr (34 kg N/ha) und einer vergleichsweise niedrigen N-Aufwandmenge im Versuch.

Die Ergebnisse des Jahres 2019, welches sich in Cunnersdorf gerade zum zweiten Dürrejahr in Folge mausert, zeigen eindrucksvoll, dass die innovative Harnstoffdüngung und vor allem die N-stabilisierten Strategien gerade bei solch extremen Witterungsverhältnissen ihre Potenziale ausspielen können.

Unsere Spezialitäten ALZON® neo-N, getreide-power® neo (beide mit Nitrifikations- und Ureaseinhibitor) und PIAGRAN® pro (nur mit Ureaseinhibitor) wurden den N-Formen Harnstoff (PIAGRAN® 46) und KAS gegenübergestellt. Das Ertragsniveau lag dürrebedingt mit 45 bis 50 dt/ha weit unter dem langjährigen Mittel.

Alle mit Nitrifikations- und Ureaseinhibitor stabilisierten Produkte (appliziert in zwei Teilgaben), aber auch das gegen Ammoniakverluste geschützte PIAGRAN® pro (drei Teilgaben) führten in der jeweils praxisüblichen Anwendung zu signifikanten Mehrerträgen und N-Entzügen gegenüber KAS. Das entsprechende Plus war erheblich; es reichte von 3,6 bis 5,5 dt/ha beim Ertrag und von 9 bis 14 kg/ha bei der N-Aufnahme. Besonders deutlich zeigt sich der positive Effekt einer Stickstoff-Schwefel-Kombination (getreide-power® neo).

In allen Prüfvarianten wurden sehr hohe Rohproteingehalte von 16 bis 17 Prozent erreicht.

Einmal mehr zeigte sich in beiden Versuchen die ausgezeichnete Eignung N-stabilisierter Dünger und Systeme. Eine für stabilisierte Strategien charakteristische frühe und hohe Startgabe sichert auch hier die optimale Verfügbarkeit des Düngers im Wurzelraum ab und gewährleistet die notwendige schnelle Entwicklung der Bestände. Die kleinere 2. Teilgabe kann dann flexibel während der fortgeschrittenen Schossphase erfolgen und gewährleistet die bedarfsgerechte N-Versorgung bis zur Reife. Die klassische Spätgabe, die oft wenig effizient ist, kann entfallen, so dass auch noch ein Arbeitsgang eingespart wird. Auch PIAGRAN® pro, das aktuell in Deutschland vermarktete Fertigprodukt Harnstoff mit Ureaseinhibitor, bewährte sich in den beiden insgesamt sehr trockenen Versuchsjahren hervorragend. 

Zukünftig werden weitere N-stabilisierte Düngestrategien im Durum geprüft und daraus Anwendungsempfehlungen abgeleitet, um die Effizienz unserer Spezialitäten weiter zu steigern. Spezielle Qualitätsanforderungen stehen dabei ebenso im Fokus wie eine noch bessere Anpassung an die zunehmenden Witterungsextreme.

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