Grünland – richtige Düngung sichert Grundfutter

Grundfutter kann man üblicherweise nicht so einfach kaufen. Es wird auf betriebseigenen Flächen erzeugt – für die Rinderhaltung meist in Form von Mais und Grünland. Im Grünland geht es dabei um Eiweiß, weshalb die Düngung auch sehr stickstoffbetont ausfällt.

Nur noch 170 Kilogramm Stickstoff aus der Kreislaufwirtschaft

Die Nährstoffmengen, die über einen organischen Dünger auf den Grünlandflächen ausgebracht werden dürfen, sind durch die Vorgaben der Düngeverordnung limitiert. Wird die maximale Ausbringmenge nicht über die Phosphatlimitierung erreicht, so dürfen maximal 170 Kilogramm Stickstoff pro Hektar über einen organischen Dünger ausgebracht werden. In nicht nitratbelasteten Gebieten gilt die 170-Kilogramm-Obergrenze für Stickstoff im Durchschnitt der Betriebsfläche. Für viele Betriebe ist der Wegfall der Derogationsregel mit 230 Kilogramm Stickstoff aus der Tierhaltung pro Hektar doppelt ärgerlich. Stickstoff muss zugekauft und Gülle oft kostenintensiv überregional verbracht werden.

Die ersten beiden Schnitte machen die Qualität

Die Abfuhr des Ernteguts von der Fläche ist mit einem Export von Nährstoffen verbunden. Diese Nährstoffe müssen dem Grünland wieder zugeführt werden. Dabei ist die wichtigste Stellschraube zur Steuerung des Ertrags im Grünland die Stickstoffdüngung. Die Düngeverordnung regelt die Stickstoffdüngung über die Schnitthäufigkeit bzw. über die Beweidungsintensität. Bei einer Schnittnutzung werden höhere Stickstoffmengen abgefahren als bei einer Weidenutzung. Durch Gabenteilung wird der Protein- und Energiegehalt beeinflusst. Üblich ist es, dass zu den ersten beiden Schnitten die Stickstoffgaben höher bemessen werden als zu den späteren Schnitten. Aufgrund der Frühjahrs- und Vorsommerwitterung ist mit einer höheren Stickstoffausnutzung – sprich Umsetzung in Ertrag und Eiweiß – zu rechnen als während des Sommers oder des Herbstes. Daneben ist die Leistungsfähigkeit des Standorts von der Wasserversorgung, dem Vegetationsbeginn und der Bodengüte abzuleiten.

Schwefel als Effizienzbringer

Neben Stickstoff hat auch Schwefel eine essenzielle Aufgabe für das Wachstum und die Qualität der Biomasse. Schwefel ist ein Baustein von Aminosäuren. Ohne Schwefel beziehungsweise die schwefelhaltigen Aminosäuren werden keine Proteine synthetisiert.

Häufig wird Schwefelmangel, wenn er vorliegt, nicht erkannt, da es sich um einen latenten, also nicht sofort sichtbaren Mangel handelt. Ob so ein Mangel vorliegt, kann über eine Pflanzenanalyse ermittelt werden. Als Faustzahl gilt: Ist das Verhältnis von Stickstoff zu Schwefel im Pflanzenmaterial größer zwölf zu eins, weißt dies auf den Beginn von einem latenten Schwefelmangel hin. Eine Schwefeldüngung ist zu empfehlen, um nicht in einen akuten Schwefelmangel zu geraten.

Herausforderung Geländegestaltung

Die Grünlandgebiete der Norddeutschen Tiefebene werden typischerweise über eine Oberflächenentwässerung, sogenannte Grüppen, Gräben und Siele entwässert. Die Geländegestaltung ist dabei oft noch so, dass die Beete zwischen den Grüppen rund geschoben sind. Das heißt, dass neben rechtlichen Vorgaben, die sich aus den angrenzenden periodisch und dauerhaft wasserführenden Gewässerzügen ergeben, das Gelände zudem einiges an Herausforderung im Hinblick auf Randschärfe bereithält. Dadurch, dass die Böschungsoberkante eines Grabens oder einer Grüppe bis zu zwei Meter unter den Streuscheiben liegt, verlängert sich die Flugbahn ausgestreuter Düngerkörner, so dass keine Streutabelle wirklich passt. Die äußere Randfläche kann mit einem Schleuderstreuer also nie voll ausgedüngt werden und man muss mit den sich daraus ergebenden Kompromissen – sprich Mindererträgen – leben.

Flüssigdünger – Präzision bis in die letzte Ecke

Flüssigdünger wie z. B. PIASAN® S 25/6 hingegen lassen sich mit der Präzision einer Pflanzenschutzmaßnahme applizieren. Der Flüssigdünger wird dazu in aller Regel alle 50 Zentimeter aus speziell dafür entwickelten FD-Düsen in einem 130° Schwall horizontal nach hinten kurz ausgestoßen und fällt mit der Erdanziehungskraft auf den Bestand. Das ist sowohl schonend für den Pflanzenbestand als auch sehr genau, denn die sehr dicken Tropfen sind kaum windanfällig. Je nach technischer Ausstattung der Spritze lassen sich einzelne Düsen oder Teilbreiten abschalten, so dass die Abstände bis zu einem Meter vor den Graben oder bis an die Grüppe – aber eben nicht hinein – einstellen lassen.

Flüssigdünger – einfach und sicher

Bei der Flüssigdüngung im Grünland sind einige Grundsätze zu beachten, damit keine Schäden an der Pflanze entstehen. Folgende Grundsätze gilt es zu beachten:

  • nicht auf feuchte Bestände applizieren
  • nicht bei praller Sonne und nicht bei Temperaturen über 25 °C ausbringen
  • Wachsschicht muss ausgebildet sein
  • pur sehr gut pflanzenverträglich
  • Verdünnung mit Wasser mindestens im Verhältnis 1: 4
  • Praxiserfahrungen zeigen, dass eine Düngung entweder sofort nach der Silagebergung erfolgen sollte oder wenn die Schnittwunden der Blätter nach der letzten Mahd verheilt sind.

Effizienter Einsatz von flüssigen Stickstoffdüngern

In der Annahme, dass die mikrobielle Aktivität einer Grünlandnarbe deutlich höher ist als die einer Ackerkrume, gilt es auf mögliche Stickstofffixierung durch Bodenleben zu reagieren, denn ausgespritzter Flüssigdünger hat eine viel größere Oberfläche als ein ausgestreutes Granulat. Dazu wird die FD-Düse empfohlen, weil diese das gröbste Tropfenspektrum und zudem höchste Pflanzenverträglichkeit bietet. Zudem sollte die Startgabe in etwa 20 Kilogramm Stickstoff pro Hektar höher bemessen werden als bei einer Granulatdüngung. Nach dem ersten und dem zweiten Schnitt ist diese Menge in zwei gleich großen Schritten wieder abzuziehen.