Empfehlungen zur Zuckerrübendüngung 2022

Stickstoffversorgung in der Jugendentwicklung

Die Stickstoffaufnahme der Zuckerrübe ist bis zum 10-Blattstadium gering. In den folgenden 80 Tagen, der Zeit des stärksten Blattwachstums, intensiviert sie sich; später klingt sie mit fortschreitender Zuckereinlagerung ab. Gerade weil die Jugendentwicklung der Rübe so viel Zeit benötigt, ist ein optimales Nährstoffangebot vonnöten, um das Wachstum in dieser Phase zu befördern. Die Grundlagen für hohe Zuckererträge werden bereits im Jugendstadium durch eine bedarfsgerechte Stickstoff- und Schwefelversorgung gelegt. Dabei darf das Angebot nicht überzogen werden, denn sobald die Zuckereinlagerung beginnt, kann zu viel verfügbarer Stickstoff die physiologische Reife der Rüben verzögern und die Qualität mindern.

Hohe Zuckerausbeute durch intelligente Düngung

Ziel ist stets eine hohe Zuckerausbeute, verbunden mit einem niedrigen Gehalt an sogenannten Melasse-Bildnern (α-Amino-N, Kalium, Natrium). Zuckerrüben haben bei einem Ertrag von 650 dt/ha einen Stickstoffbedarfswert von 170 kg N/ha. Aufgrund der langen Wachstumszeit kann die Rübe mineralisierten Bodenstickstoff optimal verwerten. Im Rahmen einer standortbezogenen Düngebedarfsermittlung ist eine schlagbezogene Nmin-Bestimmung dringend angeraten.

Königsweg Vorsaateinarbeitung

Die Einarbeitung des N-Düngers vor Aussaat ist einer Düngung unmittelbar nach der Saat vorzuziehen. Aber auch bis 3 Tage nach der Saat kann gedüngt werden. Die N-Mengen betragen dabei meist 80 bis maximal 120 kg N/ha. Sollte der Bedarf doch einmal höher sein, ist zu beachten, dass die Rübe auf hohe Salzkonzentrationen empfindlich reagieren kann. Entsprechende Symptome sind auf leichten Böden und bei Trockenheit stärker ausgeprägt als auf schwereren Böden und bei ausgeglichener Wasserversorgung. Salzstress lässt sich durch eine 2-Gaben-Strategie mit Einarbeitung vor Aussaat plus Kopfdüngung im 6- bis 10-Blatt-Stadium vermeiden.

Vorteile der Einmalgabe vor der Saat

Mit einem ammoniumstabilisierten Dünger wie ALZON® neo-N oder ALZON® flüssig-S 25/6 kann die gesamte N-Menge vor oder auch unmittelbar nach der Saat ausgebracht werden. Wie Abb. 1 zeigt, können im Vergleich zu KAS mit einer solchen Einmalgabe selbst mit verminderten N-Mengen Mehrerträge erzielt und zugleich die Qualität verbessert werden. Eine zusätzliche S-Düngung ist ebenfalls von Vorteil. Zuckerrüben haben einen Schwefelbedarf von 20 bis 30 kg S/ha. Wird die Vorsaateinarbeitung gewählt, können auch Mengen von mehr als 120 kg N/ha in einer Gabe ausgebracht werden. Das kann auch 2 bis 3 Wochen vor der geplanten Aussaat erfolgen, ohne dass dies mit einem Stickstoffverlustrisiko verbunden ist.

Schutz vor Nitratverlagerung und Lachgasverlusten

Selbst wenn größere Niederschläge folgen sollten, ist der ammoniumstabilisierte Stickstoff vor Verlusten aus der Nitratform (Auswaschung, Denitrifikation) geschützt. Auch die Verlagerung in tiefere Bodenschichten, die die Rübe erst erreicht, wenn die Zuckereinlagerung schon begonnen hat, ist ausgeschlossen. Hingegen sind Stickstoffversorgung und -aufnahme über die gesamte Vegetationsperiode hinweg optimal aufeinander abgestimmt.

2-Gaben-Strategie bis spätestens Mitte Mai

Alternativ kann auch auf traditionelle Düngemittel zurückgegriffen werden. Hierbei ist eine Aufteilung in zwei Gaben zu empfehlen, wobei circa zwei Drittel der gesamten Stickstoffmenge zur Saat und das letzte Drittel während der frühen Laubblattphase bis spätestens Mitte Mai gegeben werden sollte. Auch AHL kann bei trockener Witterung mit Mehrlochdüsen als Kopfdünger genutzt werden. Dabei ist eine Höchstmenge von 100 bis 150 l/ha (36 bis 54 kg N/ha) nicht zu überschreiten.

Schnell gelesen

Der N-Düngerbedarf von Zuckerrüben kann in der Regel besonders vorteilhaft mit einer Einmalgabe eines ammoniumstabilisierten Düngers abgedeckt werden. Eine zusätzliche S-Düngung ist insbesondere bei erwartetem Mangel von Vorteil. Die Vorsaateinarbeitung ist dabei die günstigste Variante. Bei ausreichend feuchtem Boden kann die Düngung aber auch bis 3 Tage nach der Saat erfolgen. Werden konventionelle Dünger gewählt, sollten N-Mengen von mehr als 120 kg N/ha besonders auf leichteren Standorten in zwei Teilgaben ausgebrachte werden.