Empfehlungen zur Stickstoffdüngung 2021

Ausgangssituation 2021

Aktuell sind die meisten Bestände gut entwickelt. Die weitere Temperatur- und Niederschlagsentwicklung wird darüber entscheiden, wie sie ins Frühjahr gehen. Leicht mobilisierbarer oder bereits mineralisierter Stickstoff ist nach den trockenheitsbedingten Ernteausfällen der letzten Jahre und einem milden, feuchten Herbst vielerorts in relativ großen Mengen im Boden akkumuliert. Mit einer fortschreitenden Mineralisierung ist zu rechnen, sobald die Temperaturen über 5 °C ansteigen. Auf dem Feld verbliebenes Stroh und einsetzendes Pflanzenwachstum wirken übermäßigen Nmin-Mengen entgegen. In einigen Regionen ist aufgrund tiefgründig ausgetrockneter Böden eine stärkere Stickstoffauswaschung auch bei fortgesetzt feuchtem Winterwetter kaum zu erwarten. Allerdings können Lachgas- und N2-Verluste aus wassergesättigten Oberböden zum Problem werden.

Für eine optimale Düngestrategie sind all diese Faktoren zu berücksichtigen. Jedoch dürften der standortspezifischen Witterung und insbesondere dem Wasserangebot wohl auch im Frühjahr 2021 eine entscheidende Rolle zukommen.

Winterraps

Insbesondere die sehr frühen Einmalgaben ab Anfang Februar mit stabilisierten Düngemitteln wie ALZON® flüssig-S 25/6 oder raps-power® neo haben sich in den letzten Jahren als effizient und ertragsstark erwiesen. Dadurch wird die Bodenfeuchtigkeit optimal ausgenutzt. Eine unzureichende Düngewirkung aufgrund einer Frühjahrstrockenheit wird umgangen. Gleichzeitig steht mit diesen Düngern frühzeitig und ausreichend Schwefel für ein harmonisches Pflanzenwachstum zur Verfügung. Stickstoffdünger ohne Nitrifikationsinhibitor sollten frühestens ab Vegetationsbeginn gegeben werden.

Wintergetreide

Im vergangenen Jahr waren die frühen Düngetermine klar im Vorteil – und das weitgehend unabhängig vom Standort. Grund hierfür war der abrupte Übergang von überwiegend nassen Böden ausgangs des Winters zu warmen, aber zunehmend austrocknenden Böden ab April. Mit Nitrifikationsinhibitor stabilisierte Dünger können vor Vegetationsbeginn ausgebracht werden. In einer Gabe lassen sich bis zu etwa 150 kg N/ha applizieren. Gerade auf leichten Standorten, die schnell austrocknen, haben sich Einmalgaben vielfach bewährt. Bei höheren N-Mengen und generell zu Qualitätsweizen sollte der Bedarf auf zwei Gaben aufgeteilt werden. Bei geteilten N-Gaben ist es empfehlenswert, die erste Gabe bei den oftmals gut entwickelten Beständen mit etwa 50 Prozent der vorgesehenen Gesamt-N-Menge zu bemessen. Kommen Nitrifikationsinhibitoren zum Einsatz, sollten pro Einzelgabe bei geringeren Bodentemperaturen (bis ca. 5 °C) mindestens 50 kg N/ha, auf wärmeren Böden nicht weniger als 80 kg N/ha ausgebracht werden. Beim Einsatz stabilisierter Dünger wie ALZON® neo-N oder ALZON® flüssig-S 25/6 folgt die abschließende N-Gabe ab BBCH 32 bis 37. Dafür sollten gezielt feuchte Bedingungen genutzt werden. Eine stabilisierte Düngergabe zu diesem Zeitpunkt sichert im Rahmen der Qualitätsweizenproduktion ebenso hohe Rohproteingehalte ab, wie die klassische Spätgabe zum Ährenschieben mit Düngern ohne Nitrifikationsinhibitor. N-Dünger ohne Nitrifikationsinhibitor wie PIAGRAN® pro oder PIAMON® 33-S können ab Vegetationsbeginn bedarfsgerecht ausgebracht werden. Auch hier begünstigen ausreichende Niederschläge die Effizienz der Düngemaßnahmen.

Organische Düngung mit Gülle und Gärrest

Ab dem 1. Februar besteht die Möglichkeit Gülle und Gärrest als Stickstoffdüngemittel auszubringen. Gerade bei der frühen Ausbringung sind Ammoniakverluste unter den meist feucht-kühlen Bedingungen sehr gering. Allerdings kann der zeitliche Abstand zwischen frühem Ausbringungstermin und dem Stickstoffbedarf der Pflanzen recht groß sein. Es drohen Stickstoffverluste in Form von Nitrat. Dieses Risiko wird mit PIADIN® erheblich verringert. Die Umwandlung vom pflanzenverfügbaren Ammonium zum verlagerungsgefährdeten Nitrat wird verlangsamt. Langjährige Versuchsergebnisse zeigen, dass im Mais bei einer frühen Düngung im März mit PIADIN® sowohl im Ertrag als auch im N-Entzug mittlere Zuwächse um 10 Prozent erreicht werden können. In Abhängigkeit von Anwendungszeitpunkt und Kulturart sind bei flächiger Anwendung in der Regel 4 bis 6 l/ha PIADIN® notwendig. Ausschließlich bei Strip-Till-Ausbringung kann die Aufwandmenge auf 3 l/ha reduziert werden.

Fazit

Zahlreiche Umwelteinflüsse mit einer oft hohen standortspezifischen Variabilität bestimmen die Effizienz der Stickstoffdüngung. Stabilisierte Systeme erlauben in diesem Kontext eine optimale Anpassung. Mit einer Düngestrategie, die Standort- und Betriebsspezifika ebenso berücksichtigt wie regional typische Witterungsverläufe, lässt sich die Stickstoffaufnahme im Mittel um 5 bis 10 kg N/ha steigern.

In den kommenden Wochen erfahren Sie an dieser Stelle mehr zur Düngung einzelner Kulturen.