Düngeempfehlung Sommergetreide 2021 – Ertragssicherheit unabhängig von der Witterung

Der Stickstoffbedarf von Sommergetreide ist vergleichsweise gering. Hinzu kommt, dass das Wurzelsystem im Vergleich zu Wintergetreide weniger stark ausgebildet ist. Das kann bei häufig auftretender Frühjahrstrockenheit zu Problemen bei der Stickstoffaufnahme einer 2. Gabe führen. Immer häufiger stellen sich Strategien als erfolgreich heraus, bei denen eine stabilisierte Stickstoffdüngung mit einer Einmalgabe zur Saat auf den noch feuchten Böden appliziert wird und damit abgeschlossen ist. So ist in der Regel eine maximale Ausnutzung des Stickstoffs ohne erhöhtes Verlustrisiko möglich. Wichtig ist eine stets bedarfsgerechte Stickstoffbereitstellung ohne Luxuskonsum. Nur so wird eine optimale Ertragsbildung gewährleistet.

Vor diesem Hintergrund sollten ammoniumstabilisierende Dünger, im Rahmen einer Eingabenstrategie appliziert werden.  Bleibt die zu düngende Stickstoffmenge dabei unter 60 kg N/ha, verblassen die Effekte der Nitrifikationsinhibierung. In diesem Fall kann ebenso gut auf Dünger ohne Nitrifikationsinhibierung wie PIAGRAN® pro, PIAMON® 33-S oder PIASAN® 28 bzw. PIASAN®-S 25/6 zurückgegriffen werden.

Anbauumfang von Sommergetreide wird zunehmen

Nachdem der Sommergetreideanbau in den letzten Jahren einem stetigen Rückgang unterlag, ist unter den aktuellen Bedingungen wieder mit einer Zunahme zu rechnen. Ein Grund sind Restriktionen bei der Düngung stickstoffintensiver Kulturen. Begrenzte Vermarktungsmöglichkeiten bei Weizen und Raps führen ebenfalls zu Anbaueinschränkungen. Zudem können phytosanitäre Probleme mit Ungräsern, wie Ackerfuchsschwanz, Windhalm oder Halmbruch durch Sommergetreide in der Fruchtfolge gemindert werden. Abgesehen vom Braugerstenanbau, weisen Sommerungen trotz vergleichsweise geringer Aufwendungen im Produktionsprozess aufgrund ihres niedrigen Ertragsniveaus in der Regel keine monetäre Vorzüglichkeit auf. Umso wichtiger erscheint eine Optimierung der Düngung und Stickstoffversorgung im Rahmen der kosten- und ressourceneffizienten Produktion.

Schwerpunkt Sommergerste

Bei einem Ertragsniveau von 50 dt/ha beträgt der Stickstoffbedarfswert laut Düngeverordnung 140 kg N/ha. Nach Abzug von Nmin und weiteren zu berücksichtigenden Faktoren bleiben für eine Stickstoffgabe in der Regel 60 bis 120 kg N/ha. Dabei bietet sich eine stabilisierte Einmalgabe mit einem zur Saat ausgebrachten ALZON® neo-N an. Ist mit Schwefelmangel zu rechnen, sollten die entsprechenden schwefelhaltigen Alternativen getreide-power® neo oder ALZON® flüssig-S 25/6 gewählt werden. Im Produktionsverfahren Braugerste ist die einzusetzende N-Menge um etwa 30 kg N/ha zu verringern, um das Ziel niedriger Rohproteingehalte (zwischen 9,5 und 11,5 Prozent) einhalten zu können.

Die Ergebnisse (Abb. 1) belegen für den trockenen Standort Cunnersdorf/Sehlis die Ertragssteigerung durch eine Einmalgabe mit einem ammoniumstabilisierten Dünger. Auch wenn die Düngegabe mit ALZON® neo-N um 20 Prozent vermindert wird, sind enorme Potenziale zu sehen.  Es ist bemerkenswert, dass selbst auf diesem reduzierten Düngungsniveau der Rohproteinwert noch über der angestrebten Zielgröße für Braugerste lag.

Hafer als Gesundungsfrucht

Bei einem Ertragsniveau von 55 dt/ha beträgt der Bedarfswert laut Düngeverordnung 130 kg N/ha für Hafer. Um die hohen Ansprüche der Mühlen an die Haferqualität zu erfüllen, sollte auch hier auf stabilisierte Dünger gesetzt werden. Eine ausgewogene und bedarfsgerechte Stickstoffversorgung wird in solchen ammoniumbetonen Systemen sowohl über ein erhöhtes Ammonium-Angebot als auch über das zwar verlangsamt, aber dennoch kontinuierlich nachgelieferte Nitrat gesichert. Im Ergebnis dieser ausgewogenen Stickstoffbereitstellung schlagen neben hohen und stabilen Erträgen auch hohe Kornqualitäten zu Buche.

 

Höchster Stickstoffbedarf bei Sommerweizen

Bei einem Ertragsniveau von 60 dt/ha beträgt der Bedarfswert laut Düngeverordnung 200 kg N/ha. Abgesehen von diesem für Sommergetreide vergleichsweise hohen Bedarf unterscheidet sich die Empfehlung für Sommerweizen nicht von denen der vorgenannten Kulturen. Allerdings sollte adäquat zum Vorgehen im Wintergetreide bei Düngermengen von mehr als 150 kg N/ha eine Aufteilung in zwei Teilgaben erfolgen. Dabei kann in vielen Fällen die startbetonte Düngung mit einer stabilisierten ersten Gabe (zum Beispiel 60 Prozent des Bedarfs zur Saat) und einer konventionellen zweiten Applikation ab BBCH 32 bis 37/39 zielführend sein. Die zweite Gabe lässt sich dabei bei Bedarf auch noch reduzieren, wenn das angestrebte Ertragsziel in Anbetracht der Witterungs- und Pflanzenentwicklung illusorisch erscheint. Mit solchen Baukastensystemen auf Basis einer soliden, stabilisierten Startgabe lassen sich Stickstoffverluste und -überschüsse wirksam vermeiden.

Schnell gelesen

Der niedrige Stickstoffbedarf von Sommergetreide kann in der Regel besonders vorteilhaft mit einer Einmalgabe eines ammoniumstabilisierten Düngers abgedeckt werden. Die noch vorhandene Bodenfeuchtigkeit sichert dabei eine gute Verteilung des applizierten Stickstoffs im Wurzelbereich. Die ammoniumbetonte Stickstoffbereitstellung gewährleistet eine kontinuierliche und bedarfsgerechte Stickstoffaufnahme und damit sowohl hohe Erträge als auch die geforderten Qualitäten.