Digitalisierung in der Landwirtschaft – 3 Klicks und der Weizen wächst?

Am 19. Januar fand im Rahmen der Fachtagungen Düngung 2020/21 die dritte Talkshow zum Thema „Digitalisierung in der Landwirtschaft – 3 Klicks und der Weizen wächst?“ statt. Dabei wurden sowohl Potenziale als auch Risiken der Digitalisierung von Dorothee Bär (Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung), Prof. Dr. Peter Breunig (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf), Ralf Kalmar (Fraunhofer Institut), Georg Mayerhofer (Landwirt), Stefanie Pionke (Agrarzeitung) und Dr. Maximilian Severin (SKW Piesteritz) diskutiert.

Landwirtschaft nimmt Vorreiterrolle im Bereich Digitalisierung ein

In ihrer Videobotschaft macht Dorothee Bär klar, dass die Landwirtschaft nicht nur in der Corona-Krise die Gesellschaft mit sicheren Lebensmitteln zuverlässig versorgt, sondern auch als Vorreiter für die Digitalisierung steht. Die Bundesregierung versucht die Digitalisierung mit dem Breitbandausbau und einer flächendeckenden Netzwerkinfrastruktur zu fördern. Trotz allem ist Deutschland, auch im Vergleich zu anderen Ländern, nicht im Soll und noch lange nicht am Ziel einer flächendeckenden Durchdringung der Digitalisierung in jedem Haushalt und landwirtschaftlichen Betrieb.

Die Digitalisierung ist nicht das Ziel, sondern ein Tool zur Zielverwirklichung

Im Rahmen der Digitalisierung sollen weniger Insellösungen für einzelne Bereiche, sondern viel mehr ein ganzheitliches System zur Problemlösung entstehen. Dazu ist es wichtig, dass Landwirte, Gesellschaft und Politik die Ziele gemeinsam definieren, die mit der Digitalisierung erreicht werden sollen. Dabei soll eine Plattform geschaffen werden, die alle Daten zusammenbringt, das Einhalten von Umweltstandards dokumentiert und auch Zertifikate erstellt. Transparent soll gezeigt werden, wie gut der landwirtschaftliche Betrieb beispielsweise in Bezug auf Ressourcen- und Klimaschutz seinen Weizen produziert.

 

Industrie stellt sich selbst auch immer digitaler auf

In der landwirtschaftlichen Anwendungsforschung der SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH am Standort Cunnersdorf wird stets versucht mit neuesten Technologien, wie zum Beispiel Precision Farming zu arbeiten. Aber auch Lenksysteme und eine App zur Pflanzenbonitur werden eingesetzt. In Zukunft soll auch eine Drohne zum Einsatz kommen. Im Rahmen der Digitalisierung stellen sich Marketing und Verkauf ebenfalls breiter auf. Der Auftritt in den sozialen Medien wird zunehmend fokussiert und ein weiteres Highlight des letzten Jahres war neben den noch laufenden virtuellen Fachtagungen 2020/21 der virtuelle Feldtag. In diesem Jahr werden Feldtagen und Veranstaltungen als Hybride aus online und offline geplant.

 

Datenschutz und -sicherheit als Kernproblem der Digitalisierung

Ein großes Thema, das nicht nur in der Landwirtschaft für Bedenken sorgt, ist die große Frage um den Datenschutz. Dabei ist mit dem europäischen Datenschutzgesetz, welches zugleich das strengste der Welt ist, ein guter Rahmen für einen sicheren Datenverkehr gegeben. In diesem Rahmen müssen sich die Unternehmen das Vertrauen der Landwirte erarbeiten und zeigen, dass diese zu jeder Zeit die Hoheit über ihre Daten behalten und selbst entscheiden, wie und von wem diese wann genutzt werden.

Um die Talkshow noch einmal in voller Länge anzuschauen, klicken sie einfach hier.

Landwirtschaft und Umwelt – Landwirte als Klimasünder?

Am 28. Januar findet von 18:00 bis 19:30 die Talkshow mit dem Thema „Landwirtschaft und Umwelt – Landwirte als Klimasünder?“ statt. Dabei diskutieren Martin Häusling (MdEP – Bündnis 90/Die Grünen), Andreas Hohlt (Lieken Urkorn), Georg Hollfelder (Landwirt) und Dr. Thomas Kreuter (SKW Piesteritz), welchen Anteil die deutsche Landwirtschaft am Klimawandel hat.

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