Die Düngesaison wird eröffnet: Düngerstreuer richtig einstellen und Streufehler vermeiden!

In der kommenden Woche wird die Düngesaison eröffnet. Aber ganz so schnell geht es dann doch nicht. Bevor gedüngt wird, müssen die rechtlichen Voraussetzungen und die Standortbedingungen geprüft werden. Am 1. Februar endet die Sperrfrist und die Düngerstreuer fahren wieder über die Felder. 

Dabei müssen alle Nährstoffe gleichmäßig verteilt werden, um die Pflanzen bedarfsgerecht zu versorgen. Die richtige Verteilung des Düngers hängt von der Düngerqualität, den Streuer-Einstellungen, den äußeren Einflüssen und nicht zuletzt vom Bediener selbst ab. Streufehler führen zu ungleichmäßiger Abreife, damit zur Lagerbildung und Ernteerschwernis. Ertrag und Qualität leiden. Schon bei einer Fehlerquote von 20 Prozent können – gerechnet auf einen 500-Hektar-Betrieb – schnell Ertragseinbußen von mehreren Zehntausend Euro entstehen. Da lohnt es sich, vor der Düngung nochmal genau hinzuschauen.

Wann werden Streufehler kritisch?

Eins vorweg – Streufehler sind immer kritisch zu betrachten. Wird der Düngerstreuer nicht entsprechend der Arbeitsbreite und des applizierten Düngemittels eingestellt, kann keine bedarfsgerechte Pflanzenernährung gewährleistet und die gute fachliche Praxis nicht eingehalten werden. Eine Überprüfung des Düngerstreuers nach jeder neu vorgenommenen Einstellung ist daher unbedingt zu empfehlen.

Streufehler von bis zu 25 Prozent sind zwar nicht sofort sichtbar, machen sich am Ende der Saison aber dennoch bemerkbar. Bei Streufehlern zwischen 25 und 30 Prozent sind leichte Farbunterschiede zu erkennen. Erst Streufehler von mehr als 30 Prozent heben sich durch deutliche Farbunterschiede, die eine unterschiedliche Nährstoffversorgung signalisieren, ab. Dann ist es meist zu spät, um auftretende Ertragsverluste auszugleichen.

Im folgenden Video zeigen wir, woraus es bei der Düngerapplikation ankommt: https://www.youtube.com/watch?v=qZvHGYbzqIM&t=2s 

Wie muss der Düngerstreuer eingestellt werden?

Die Einstellung des Düngerstreuers ist abhängig von der Arbeitsbreite, der Fahrgeschwindigkeit und vom eingesetzten Düngemittel. Das Streubild hängt von der richtigen Überlappung der Streubreiten ab, die eine optimale Düngerverteilung gewährleistet. Die idealen Streuereinstellungen, bezogen auf das Düngemittel, sind bei allen bekannten Düngerstreuer-Herstellern online in Streutabellen zu finden.

Das Ziel bei der Applikation von Düngemitteln muss die homogene Nährstoffverteilung auf der Fläche sein. Eine gute Querverteilung und damit ein geringer Variationskoeffizient (Vk) ist vor allem bei stickstoffhaltigen Düngemitteln zu beachten. Bei einem hohen Variationskoeffizienten kann im Bestand die typische „technische Streifenkrankheit“ beobachtet werden.

Eine schlechte Düngerverteilung ist unmittelbar an den Ertrag gekoppelt. Mit gleicher, eingesetzter Düngemenge wird bei einem hohen Variationskoeffizienten ein geringerer Ertrag und damit auch ein geringerer Gewinn generiert. Zudem wird die Heterogenität des Schlages erhöht, sodass sich der Drusch erschwert.

Schritt für Schritt zur richtigen Einstellung:

1. Das Anbauen vom Düngerstreuer

Beim Anbauen des Düngerstreuers an die Zugmaschine muss darauf geachtet werden, dass der Düngerstreuer waagerecht steht. Wie in der Abbildung zu erkennen, soll bei einer Normaldüngung die Strecke A der Strecke B entsprechen. Werte für A und B sind der Streutabelle vom Hersteller zu entnehmen.

Bei einer Spätdüngung darf der Oberlenker etwas verkürzt werden, sodass B etwas höher als A ist.

Damit der Düngersteuer waagerecht hinter dem Traktor läuft, muss der Reifendruck auf beiden Seiten gleich und die Unterlenker auf die gleiche Länge eingestellt sein. Ist dies nicht der Fall, wird die Querverteilung negativ beeinflusst.

2. Einstellung des Düngerstreuers

Nach der Bestimmung des Düngebedarfs wird ein entsprechender Dünger ausgewählt. Ausgehend von der Düngemenge und dem ausgewählten Düngemittel wird die zu applizierende Menge pro Hektar ermittelt. Das kann manuell oder über das Smartphone erfolgen. Wird ein Dünger der SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH ausgewählt, kann zur Berechnung der Menge pro Hektar der Düngemittelrechner genutzt werden. Anschließend wird der Düngerstreuer entsprechend der vom Hersteller vorgegebenen Streutabelle eingestellt.

3. Abdrehprobe

Bei der Abdrehprobe wird die Durchflussmenge aus beiden geöffneten Schiebern über eine bestimmte Zeit aufgefangen und gewogen. Die ausgebrachte Düngemenge wird dann wie folgt berechnet:

Wird nur der Massenfluss von einem Streuteller gemessen, so wird das Ergebnis verdoppelt.

 

4. Kontrolle der Querverteilung auf dem Feld

Über Streuschalen wird kontrolliert, ob die Applikation mit einem geringen Variationskoeffizienten erfolgt und es damit zu einer einwandfreien Überlappung kommt. Überdüngte Streifen auf der Fläche werden so minimiert.

Stimmt die Querverteilung nicht, sollte die Wahl der Schaufeln, die Einstellung des Auflagepunktes oder der Anstellwinkel der Wurfschaufeln kontrolliert und gegebenenfalls angepasst werden.

Äußere Einflüsse im Auge behalten

Die Geländeeigenschaften verändern die Querverteilung. In Senken wird die Querverteilung geringer und auf Kuppen steigt die Querverteilung wiederum. Bei starken Geländeunterschieden müssen die Streuer-Eigenschaften während des Streuvorgangs angepasst werden. Der Einfluss von Seitenwind ist beim Düngerstreuen nicht zu unterschätzen. Bei sehr starkem Wind sollte das Streuen unterbrochen werden, weil die Querverteilung zu stark beeinflusst wird und ein Ausgleich nicht möglich ist. Hier kommt es auf die Praxiserfahrungen des Fahrers an.

 

Düngerstreuer und Düngerqualität – wie passt das zusammen?

Für die Streueigenschaften entscheidend sind folgende Düngemittel-Qualitätsparameter:

  • Feuchtegehalt
  • Korngrößenverteilung
  • Mittlerer Korndurchmesser

Im „DLG kompakt“ (Herausgeber: DLG-Ausschuss für Pflanzenernährung) sind die wichtigsten Eigenschaften eines Düngemittels für die optimale Ausbringung zusammenfasst.

Düngerstreuer richtig einstellen

Sie wissen nicht genau, wie Sie Ihren Düngerstreuer richtig einstellen? Unsere Fachberater stehen Ihnen gerne mit einem Praxisprüfset zur Seite. Gemeinsam mit unseren Fachberatern gehen Sie auf den Acker und stellen den Düngerstreuer ein.

Schnell gelesen

Um effizient bedarfsorientiert die Pflanze zu düngen, muss der Düngerstreuer vor der ersten Applikation richtig eingestellt werden:

  • Schritt-für-Schritt-Anleitung des Streuers für die Einstellung nutzen
  • Streutabellen beachten, um die richtige Einstellung zu finden
  • Düngerqualität hat einen entscheidenden Einfluss auf die Nährstoffverteilung