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#farmersroadtrip – Frankreich, Spanien und Portugal

Durch einen Hinweis von Landmaschinenhändler Laurent Kubler bin ich auf Valensole in Frankreich aufmerksam geworden – eine Gemeinde, die für den Lavendelanbau in dieser Region bekannt ist. Schon bevor ich in der Gemeinde war, konnte man in der sehr hügeligen Landschaft die lila schimmernden Lavendelfelder erkennen. Um den Anbau und die weitere Verwendung des Lavendels zu verstehen, hatte ich einen Termin mit Rudy Usseglio. Er bewirtschaftet mit fünf Mitarbeitern einen 350 Hektar großen Betrieb, der überwiegend Lavendel aber auch Dinkel und Salbei produziert.

Rudy erzeugt auf seinem Hof selbst Lavendelöl. Er hat mir die einzelnen Prozesse mit Hilfe von Händen und Füßen sowie einer Tafel mit Filsstift erklärt. Als erstes werden die erntereifen Blüten mit einem speziellen Erntevorsatz an einem gewöhnlichen Feldhäcksler zerkleinert und anschließend auf einen Container befördert.

Dieser mit Lavendelblüten gefüllte Container wird auf dem Hof einer Destillation unterzogen. Die Blüten werden mit Wasserdampf behandelt, so dass die Öle durch den Wasserdampf gelöst werden. Der Dampf steigt nach oben, wird durch ein Rohr, welches am Container befestigt ist, zu einem Kondensator geführt. Dieser kühlt den Dampf herunter, sodass Wasser und Öl kondensieren. Da das Öl leichter ist als Wasser, kann nun das Öl als Endprodukt abgeschöpft werden. Für einen Liter ätherisches Öl werden etwa 150 Kilogramm Lavendel benötigt.

Nachdem die Destillation abgeschlossen ist, werden die Reste der Pflanze kompostiert und als Dünger auf den Feldern ausgebracht.

Resümee

Leider konnte ich in die Landwirtschaft Frankreichs keinen „richtigen“ Einblick gewinnen. Die Sprachbarrieren waren relativ groß. Englisch wollte niemand wirklich gerne sprechen. Des Weiteren scheinen die Betriebsleiter nicht so offen zu sein wie in der Schweiz oder Österreich, sodass ich von manchen Betrieben „verwiesen“ wurde. Möglicherweise sind sie es auch einfach nicht gewohnt, dass Fremde aus dem Ausland auf den Hof kommen.

Was ich aber mitgenommen habe: Die Höfe sind mit durchschnittlich 200 bis 300 Hektar überwiegend recht groß strukturiert. Geringe Niederschläge zwingen die Landwirte, mit neuen Bearbeitungsmethoden zu arbeiten, was ich bei der Maschinenvorführung auf dem Hof Laurency erlebt habe.

Aber nicht nur der Ackerbau spielt in Frankreich eine Rolle - auf den vielen Weiden Charolles wird überwiegend die Mutterkuhhaltung mit den Charolais-Rindern betrieben. Aus dieser Region stammen hochwertige Zuchttiere und Absetzer, die teils international an Mäster verkauft werden.

Insgesamt habe ich viel Weizen, Mais, Raps und Soja auf den Feldern gesehen. Weiter Richtung Mittelmeer konnte ich erst Lavendel, dann Wein und 30 Kilometer vor dem Mittelmeer sogar Reisanbau begutachten.

In den Städten und Dörfern gibt es sehr schöne Wohnhäuser und Gebäude, sowie viele kulturell bedeutsame Bauwerke wie der „Pont du Gard“ (quasi eine alte Wasserleitung) sowie die Festungsstadt „Carcasonne“, was Südfrankreich interessant macht.

Erster Halt in Nord-Spanien

Irene Calvo ist die Leiterin der Marketing-Abteilung von „Farming Agricola“, ein Landmaschinenimporteur in Spanien und Portugal. Sie hat einen Kontakt zu „Cooperativa Agricola Obanos“, einer Gemeinschaft aus 60 Landwirten, hergestellt, wo uns Mitarbeiter Alfredo empfing. Insgesamt werden dort 1.400 Hektar von fünf Mitarbeitern bewirtschaftet. Normalerweise umfasst die durchschnittliche Betriebsgröße etwa 300 Hektar, sodass diese Kooperation eine Besonderheit darstellt.  In ganz Spanien arbeiten allerdings Landwirte in Kooperationen zusammen, um die Maschinenkosten zu senken.

In dieser hügeligen Region, wo fast nur Ackerbau ohne Viehhaltung betrieben wird, fallen etwa 650 Millimeter Niederschlag pro Jahr. Die Flächen werden für den Anbau von Weizen, Gerste, Hafer, Erbsen und Sonnenblumen verwendet. Sie haben in diesem Jahr sehr gute Erträge mit beispielsweise 7,5 Tonnen Weizen pro Hektar erbracht. Nun ging es 250 Kilometer weiter ins Landesinnere in die Nähe von Palencia. Auf den Weg dorthin konnte man schon an der Vegetation erkennen: Es wird deutlich trockener. Die Feldränder sind braun anstatt grün, es wachsen andere Bäume und die Getreideernte ist weitestgehend abgeschlossen.

Auf zu Familie Payo

Sie bewirtschaftet einen 2.000 Hektar Betrieb mit dem Anbau von Weizen, Gerste, Erbsen sowie Luzerne und verrichtet darüber hinaus Lohnarbeiten, wie das Quaderballenpressen und sammeln mit einem Acrusin Autostack, für andere Landwirte. Aufgrund von nur etwa 300 Millimeter Niederschlag im Jahr werden auf Flächen ohne Beregnung nur etwa drei Tonnen Weizen pro Hektar geerntet. Mit Beregnung, die nur auf einem kleinen Teil der Flächen realisiert werden kann, werden sieben Tonnen je Hektar angestrebt.

Am nächsten Tag ging es für mich 650 Kilometer Richtung Süden nach Andalusien in die Nähe von Cordoba. Dort besuchte ich gemeinsam mit einem Arbeitskollegen von Irene Calvo den Betrieb von Rafel Raso. Er bewirtschaftet dort mit fünf Mitarbeitern 1.500 Hektar der eigenen Betriebsfläche, sowie etwa 4.000 Hektar für andere Landwirte, wobei die Arbeiten von der Bodenbearbeitung bis zur Ernte abgedeckt werden. Auf dem Weg von Nord- nach Südspanien, konnte ich als erstes die „normalen“ Kulturen auf den Feldern erkennen. Je weiter südlich, wechselte es von Weizen auf Weinbau und schließlich auf Olivenplantagen. Später habe ich erfahren das diese Region als größtes Anbaugebiet für Oliven der Welt gilt!

Der Anbau von Oliven wird in zwei Intensitätsstufen betrieben – die „traditionelle Produktion“, wo alte, große Bäume noch einzeln von Erntemaschinen angefahren werden müssen und die „intensive Produktion“, wo die Bäume bzw. Büsche in dichten Reihen, jährlich gestutzt werden, so dass sie mit einer Erntemaschine überfahren werden können. So ist eine deutlich ökonomischere Ernte möglich. Geerntet werden die Ölbäume, welche übrigens als Obstbäume gelten, erst im November, sodass die Früchte anschließend zu Olivenöl verarbeitet werden können.

Auch den Anbau von Mandeln konnte ich dort begutachten. Eine Plantage bringt bis zu zwei Tonnen Mandeln pro Hektar, die für sechs Euro pro Kilogramm vermarktet werden. Aufgrund dieser kostbaren Ware sind die Plantagen eingezäunt und werden bewacht.

Und nächste Woche – Landwirtschaft im 17. Bundesland

Schöne Grüße,

Ihr Nicolai Mackenstedt

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