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Guck mal, da rennt ein Hase durch den Roggen

In Brandenburg war die Landarbeit schon früher kein Zuckerschlecken. Heute ist die körperliche Belastung durch den Maschineneinsatz nicht mehr vergleichbar. Derzeit steht der kalte Schweiß aber beim Blick auf den Kontostand auf der Stirn. Etwa 1 Mio. Hektar liegen in Brandenburg im sogenannten benachteiligen Gebiet, für die es 25 €/ha extra als Förderung gibt. Kann das die Produktion retten? Denn immer öfter stellt sich die Frage, ob eine Produktion auf den ertragsschwächsten Standorten noch sinnvoll ist.

Gerade auf den alternativlosen Roggenstandorten muss man die optimale Intensität im Blick behalten. Nahezu jedes Jahr stellen sich drei Fragen. Lohnt sich die Saat von Hybridroggen? Kann man nach ausgebliebenden Niederschlägen noch einkürzen? Ist der Einsatz eines Fungizides sinnvoll? Bei der Stickstoffdüngung muss man sich nur zwischen fest und flüssig entscheiden, keine Frage: ALZON® flüssig-S 25/6 oder getreide-power® neo sind die Alternativen.

Auf diesen Standorten verlässt das Wasser den durchwurzelbaren Horizont schneller als der Mut den Bauern bei der Beantwortung der Fragen. Im Winter können die Niederschläge nicht gespeichert werden. Es kommt zur Verlagerungen von Nährstoffen, wovon vor allem Stickstoff, Schwefel und Kalium betroffen sind. Im Frühjahr mit ausbleibendem Regen ab Mitte März, teilweise bis in den Mai hinein, ist die nutzbare Feldkapazität von reinen Sandböden (Ss) und tonigen Sanden (St2/ St3) schnell erschöpft. Besser ist die Situation schon bei schluffigen (Su2/ Su3/ Su4) und lehmigen Sanden (Sl2/Sl3/ Sl4/ Slu), da diese Standorte eine deutlich höhere nutzbare Feldkapazität aufweisen. Einheitlich gilt jedoch, dass die Wirkung von Stickstoffgaben zum Schossen nahezu unabhängig von der Bodenart in Gebieten ohne nennenswerten Niederschlag im März und April massiv eingeschränkt ist. Nur frühe Gaben aus stabilisierten Harnstoff in ausreichender Menge (mindestens 75 Prozent der gesamten Stickstoffmenge) können die nötige Brücke bauen.

Für die korrekte Einschätzung der Nährstoffversorgung eines Bodens, welche für gute Erträge unter Stressbedingungen das allerhöchste Maß an Relevanz erreicht, ist die richtige Bestimmung der Korngrößenverteilung des Bodens die erste Voraussetzung. Vor allem die Grundnährstoffe Kalium, Magnesium und viele Mikronährstoffe sind genau wie auch der pH-Wert des Bodens davon betroffen. Eine Fehleinschätzung oder die ungenaue Einteilung in nur vier von sechs Bodengruppen sowie eine zu ungenaue Kenntnis von heterogenen Schlageinheiten können Auswirkungen auf den Ertrag haben. Die Bodenarten (alle Bodenarten der Hauptgruppe der Sande) sind nach dem Körnungsdreieck beschrieben Böden der Bodengruppe 1 bis 3. Viele Böden in Brandenburg sind auch in den Bodengruppen 4 und 5 beheimatet, beispielsweise einige Auenböden (BG 5, Tl) oder ein Sandlöss (Uls) aus dem Fläming (BG 4). Der Witz an der Sache ist nun aber, dass der Sandlöss aus sandigem Schluff (BG4) im Oberboden aus unter 8 Prozent Ton besteht. Eine Pararendzina aus der Uckermark (Sl4) kann bis zu 17 Prozent Ton enthalten, wird aber dennoch nur der BG 3 zugeordnet. Nur ein analytischer Blick in den Boden, die Feststellung der Korngrößenverteilung, gibt dem Bauern im Gegensatz zur Fingerprobe, welche die Bodenart liefert, einen genauen Hinweis auf die korrekte Düngung mit Makro- und Mikronährstoffen. Eine Schlämmanalyse schafft Abhilfe. Zum Glück muss diese nur einmal durchgeführt werden, danach behält sie Gültigkeit für Generationen.

Abschließend sollen die optimalen Nährstoffgehalte für Kalium und Magnesium einmal genannt werden, um der Problematik Nachdruck zu verleihen. Die Bodengruppe 3 hat nach DL-Methode (Kalium) und CaCl2-Methode (Magnesium) eine optimale Konzentration von 9 bis 13 mg Kalium je 100 g Boden und 5,6 bis 8 mg Magnesium je 100 g Boden. Für die Bodengruppe 4 betragen die Werte 11 bis 15 mg Kalium je 100 g Boden und 7,6 bis 11 mg Magnesium je 100 g Boden. In Anbetracht der Tatsache, dass die Nährstoffe Kalium und Magnesium vorwiegend mit dem Bodenwasser zur Pflanze transportiert werden, sollten die Konzentrationen in Trockengebieten moderat erhöht oder Kalium und Magnesium jährlich im zeitigen Frühjahr gedüngt werden. Eine verfehlte Einschätzung der Bodengruppe zeigt diese Notwendigkeit nicht an. Eine kleine Hilfestellung kann auch ein gutes Wurzelwerk leisten. Die Wege für die Nährstoffe werden kürzer, was durch stabilisierte Harnstoffdüngung im zeitigen Frühjahr induziert werden kann.

Nun zurück zu den ertragsschwächsten Böden in der Mark. Relativ tonreiche Sande mit bis zu 17 Prozent Ton und weniger als 15 Prozent Schluff leiden besonders unter trockenen Bedingungen. Der Ton hält das Wasser sehr stark fest (Haftwasser ist nicht pflanzenverfügbar) und die Böden beginnen zu reißen. Nachfolgende Niederschläge verlieren sich so in den Spalten und gehen teilweise in den kiesigen Unterböden verloren. Diese Böden, wie sie zum Beispiel um Luckau vorkommen, sind in der Bodengruppe 2 (Sl3, St2) und BG 3 (Sl4, St3) klassifiziert. Eine Bänderfahlerde aus schwach schluffigen Sand (<5 Prozent Ton, aber mit bis zu 25 Prozent Schluff) mit weiter Verbreitung in Brandenburg ist der Bodengruppe 1 zugeordnet. Der schwach schluffige Sand kann Trockenperioden deutlich besser überbrücken. In der Bonität wir diesem Boden eine Ertragswertzahl von unter 25 zugesprochen. Dennoch sind die Ertragsausfälle unter trockenen Bedingungen nicht so hoch wie auf tonigen Sanden mit einer Ackerzahl über 30.

Die Bodengruppe allein oder gar die Ackerzahl sagt also unter den Bedingungen der Vorsommertrockenheit relativ wenig über die Ertragsfähigkeit des jeweiligen Standortes aus. Im Zusammenhang mit den Reglementierungen der Düngeverordnung müssen klar begrenzte Stickstoffmengen ideal verteilt werden. Die Kenntnis über den korrekten Versorgungszustand des Bodens mit Hauptnährstoffe und den pH-Wert sind die zwingende Voraussetzung für den idealen Faktoreinsatz.

 

Termine

10. Juni 2020: Virtueller Feldtag
Anmeldung und nähere Informationen unter: www.duengerevents.de

23. Juni 2020: Digitales f3-Scheunengespräch: Ein Blick auf Zukunfts-Felder.
Anmeldung und nähere Informationen unter: https://webinar.duengerevents.de

 

Bertram Kühne

BERLIN, BRANDENBURG

Mobil: +49 (0) 151 19568103
E-Mail: bertram.kuehne@skwp.de

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