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Mehr Mut zur Stilllegung auf schwachen Standorten?!

Brandenburg hat keine Schwierigkeiten bei der Erfüllung der ökologischen Vorrangfläche, viele Ackerstandorte sind so schwach oder ungünstig gelegen, dass sich der Anbau nicht lohnt (Quelle destatis.de). Hier wurde oft Dauerbrache angelegt. Seit aber Dauerbrachen vor vier Jahren förderrechtlich nach mehr als Fünfjähriger Anlage zu Grünland wurde, gab es erhebliche Probleme. Die Flächen wurden in der Regel umgebrochen, wodurch ein großer finanzieller Schaden entstand. Dies gilt auch für die Anlage von Ackergras auf Standorten, welche keine ökonomisch sinnvolle Nutzung zulassen. Dauerbrachen wurden einmal im Jahr (im Herbst) gepflegt und hatten daher eine erhebliche ökologische Bedeutung, denn so wurde weder Niederwild noch bodenbrütende Vogelarten gestört. Diese Standorte hatten auch viele Kräuter, wie Disteln, Brennnesseln und Pflanzen, die sich erst nach Jahren etabliert haben (Ruderalflora). Diese Vielfalt führte zu einem Paradies für Insekten, sodass die Dauerbrache auch als Lebensraum bezeichnet werden kann.

Heute kann Dauerbrache nur noch über förderrechtliche Umwege erhalten werden, die Regeln sind keineswegs beständig. Jeder Betrieb muss fünf Prozent der Ackerfläche als ökologische Vorrangfläche vorhalten, das geht zum Beispiel über Zwischenfrüchte nach der Hauptkultur mit dem Faktor 0,3 oder mit Brache über den Faktor eins (und viele andere Möglichkeiten). Im Fall von Brache können nicht nur fünf Prozent, sondern sogar bis zu sieben Prozent der Ackerfläche zu ökologischer Vorrangfläche im Antrag codiert werden, damit wird die Brache auch nach mehr als fünf Jahren nicht zu Grünland. Wer mehr als sieben Prozent Brache im Antrag als ökologische Vorrangfläche codiert, wird als Grünlandverhinderer bestraft, die Fläche muss also rotierend umgebrochen werden, sollte der Status Ackerland erhalten bleiben. Dies ist in einer Pachtlandschaft unumgänglich.

Auch die Ambrosia konnte auf Dauerbrachen sehr gut unterdrückt werden- mit einer Bodenbewegung tritt Ambrosia nun wieder verstärkt auf. In Süd Brandenburg gibt es erhebliche Probleme mit Ambrosia, die Pflanzen sind hochallergen für Mensch und Tier.

Mit der Abschaffung der obligatorischen Stilllegung im Jahr 2009, hat sich die Stilllegungsfläche in Brandenburg von 114.000 Hektar (2003-2008) auf ca. 40.000 Hektar (35 Prozent 2017) zurückentwickelt. Im Jahr 2009 hat sich die Fläche bereits halbiert. Nicht alle 114.000 Hektar waren dabei Dauerbrachen, auch hier gab es Rotationen. Späte Blühwiesen, wie solche aus Zwischenfrüchten nach der Hauptkultur, welche über den Winter stehen bleiben bringen diese Effekte nicht. Für Insekten ist der späte Pollenflug auch nicht immer ein Genuss, denn besonders zwischen Juni und September fehlt es an Trachten in der Agrarlandschaft.

Es wäre Unsinn zu behaupten, dass es einen Zusammenhang zwischen einem möglichen Insektenrückgang und dem Wegfall der obligatorischen Stilllegung gibt. Trotzdem kann man behaupten, dass die Landwirte durch eine übermäßige Regelung vom aktiven Naturschutz abgehalten werden: Dies gilt auch für andere Bereiche, wie die Anlage von Hecken oder Saumstreifen.  Aktuell muss man darüber nachdenken ob auf den schwächsten Standorten noch Geld zu verdienen ist und was die Alternativen sind. Gerade in Süd-Brandenburg oder auch in Teilen des Nordens gibt es viele Sandstandorte deutlich unter 25 Bodenpunkte. Diese haben in den letzten drei Jahren auf Grund schwacher Preise und durch die Auswirkungen von Trockenheit und Hitze nur rote Zahlen geschrieben. Man kann also durchaus darüber nachdenken wieder mehr stillzulegen. Alternative Maßnahmen auf besseren Flächen sollte sich der Landwirt gut bezahlen lassen, aber auch hierfür stehen die förderrechtlichen Ampeln in Brandenburg noch lange nicht auf Start. Die Förderpolitik und Cross Compliance-Regeln verhindern in vielen Fällen sich entwickelnde Chancen für die Natur, welche auch mit der Landwirtschaft im Einklang wären. Noch schlimmer sind aber die von oben verordneten Einschränkungen auf den Intensivflächen, welche nichts zum Naturschutz beitragen und die Produktqualität und -quantität einschränken.

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Bertram Kühne

BERLIN, BRANDENBURG

Mobil: +49 (0) 151 19568103
E-Mail: bertram.kuehne@skwp.de

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