Wissenswertes N-Düngung Traditionelle Düngung

Traditionelle Düngung

Grundlagen

Wird Stickstoff gedüngt, wird er sehr schnell - wenn er nicht schon in der Nitratform vorliegt - in diese umgewandelt. Pflanzen können ihn überwiegend nur in der mineralischen Form als Ammonium-N oder Nitrat-N aufnehmen. Ammonium wird im Rahmen der Nitrifikation durch Bodenbakterien vergleichsweise schnell zu Nitrat umgewandelt. Verantwortlich dafür sind Bodenbakterien der Gattung Nitrosomonas und Nitrobacter. Als Kation kann es aber ebenso zeitweise an den Austauschern des Bodens für die Pflanzen jedoch verfügbar angelagert werden.

Amid-Stickstoff wird im Boden ebenfalls vergleichsweise schnell zu Ammonium und anschließend ebenfalls zu Nitrat umgewandelt. Nitrat als Anion befindet sich frei beweglich in der Bodenlösung. Die Pflanze nimmt es entsprechend der Konzentration und in Abhängigkeit vom aktuellen Wasserbedarf auf. Diesem Umstand ist es letztlich geschuldet, dass die N-Düngung üblicherweise in mehrere Gaben aufgeteilt werden muss. Ohne diese Aufteilung wäre das Risiko zu hoher N-Aufnahme durch die Pflanzen (Luxuskonsum) und von umweltschädlichen Verlusten durch N-Verlagerung und gasförmigen Verlusten infolge der Denitrifikation sehr groß.

Harnstoff eine N-Form wie jede andere

PIAGRAN® 46 ist KAS in der Düngewirkung ebenbürtig, hat aber mit 46 % Stickstoff einen wesentlich höheren Nährstoffgehalt und dadurch erhebliche Vorteile beim Transport, bei der Lagerung und vor allem bei der Ausbringung. Das bringt arbeitswirtschaftliche Vorteile und spart Platz in den Lagerräumen.

Harnstoff ist für die praktische Pflanzenernährung eine schnell verfügbare Stickstoffform. Der einzige Unterschied des Harnstoffs zu anderen N-Formen besteht in der hydrolytischen Umsetzung im Boden durch das allgegenwärtige Enzym Urease zu Ammonium (Ammoniak). Dieser Prozess vollzieht sich im Zeitraum von etwa 1 bis 4 Tagen.

Das gebildete Ammonium kann entweder direkt von den Pflanzen aufgenommen oder an den Sorptionsträgern des Bodens gebunden werden. Durch Austauschvorgänge bleibt dieses Ammonium pflanzenverfügbar, wird aber auch mikrobiell zu Nitrat umgewandelt. Nitrat wird im Gegensatz zu Ammonium nicht von den Sorptionsträgern gebunden und unterliegt damit der Gefahr der Auswaschung. Ebenso geht von ihm ein erhöhtes Potenzial für Lachgasverluste infolge der Nitrifikation und Denitrifikation aus.

Harnstoff setzt sich trotz einer zusätzlichen Abbaustufe für die praktische Düngung gleich schnell wie andere N-Formen zu Nitrat um. Deshalb ist auch bei der Harnstoff-Düngung eine Aufteilung wie bei anderen traditionellen N-Düngern in mehrere N-Gaben notwendig. Wird PIAGRAN® 46 nach guter fachlicher Praxis ausgebracht, wird eine hohe N-Effizienz erreicht.

Harnstoff ist deshalb eine grundsolide Basis für die Kombination mit Schwefel und Stickstoffstabilisatoren. Neben seinem hohen Nährstoffgehalt besitzt er alle Voraussetzungen, den gesamten Stickstoff zu stabilisieren und ihn bedarfsgerecht mit dem Nährstoff Schwefel zu kombinieren. Harnstoff bietet damit beste Voraussetzungen zur weiteren Steigerung der N-Effizienz durch gezielte Anwendung von Düngemittelspezialitäten. Darüber hinaus machen weitere Vorteile wie rationeller Transport und gefahrlose Handhabung, Harnstoff weltweit zum Dünger Nr. 1 mit steigender Tendenz.

Fachgerechte Anwendung traditioneller mineralischer N-Dünger

Eine auf den Pflanzenbedarf abgestimmte Düngung macht eine Aufteilung in mehrere Einzelgaben notwendig. Daraus ergibt sich insbesondere zu Vegetationsbeginn bei hohen Niederschlägen ein beachtliches Verlustrisiko. Andererseits führen ausbleibende Niederschläge bei den Folgegaben, insbesondere den Spätgaben, zu einer eingeschränkten N-Verfügbarkeit. Die Folge ist nicht selten eine zeitweilige Mangelversorgung der Pflanzen. Daraus ergibt sich ebenso eine geringe terminliche Flexibilität der Düngungsmaßnahmen.

Düngungsempfehlung

Die Düngung mit traditionellen Düngern erfordert für die Erzielung einer hohen N-Effizienz und zur Minderung des Risikos umweltschädlicher Verluste die Aufteilung in mehrere Gaben. In der Praxis und von verschiedenen Pflanzenbauberatungen wird teilweise die Zusammenfassung von N-Gaben empfohlen. Dies mag in Einzeljahren ohne größere Probleme möglich sein, ist aber stets mit hohen Risiken verbunden, die hauptsächlich durch die Witterungsbedingungen beeinflusst werden.

Folgenden Gabenteilungen werden empfohlen:
• Qualitätsweizen: 3-5 Gaben
• Futterweizen: 2-3 Gaben
• Gerste, Roggen, Triticale: 2-3 Gaben
• Mais 2 Gaben
• Raps: 2 Gaben
• Kartoffeln: 2 Gaben
• Zuckerrüben: 1-2 Gaben

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